#11 - "Redest du noch oder hörst du schon?"
Shownotes
In dieser Folge nehmen wir eine Fähigkeit unter die Lupe, die wir alle zu beherrschen glauben, die aber im Alltag oft auf der Strecke bleibt: das Aktive Zuhören. Kennst du das? Man unterhält sich, aber eigentlich erzählt jeder nur seine eigene Geschichte, ohne wirklich auf den anderen einzugehen. Wir beleuchten den entscheidenden Unterschied zwischen echtem Zuhören und dem bloßen Warten auf die nächste Atempause des Gegenübers. Warum aktives Zuhören ein wahrer Vertrauens-Boost sein kann und was das Ganze mit deinem persönlichen Energiehaushalt zu tun hat, erfährst du in dieser Folge.
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Silvi: Willkommen zur neuen Folge von Coffee Chaos Clarity, eurem Podcast,
Silvi: bei dem wir beim Kaffee trinken versuchen, das Gedankenchaos zu sortieren und Klarheit zu finden.
Silvi: Timo, was ist unser Thema heute?
Timo: Heute haben wir wieder mal ein spannendes Thema am Start, aktives Zuhören.
Silvi: Aktives Zuhören?
Timo: Ja, aktives Zuhören, nicht nur Zuhören.
Silvi: Aha. Ah,
Silvi: kannst du da direkt mit einem Beispiel einsteigen, dass man sich was darunter vorstellen kann?
Timo: Auf jeden Fall sehr gerne. Situation, die ich persönlich schon öfters erlebt habe,
Timo: man sieht sich wie zwei oder mehrere Personen sich unterhalten und beim Zugucken,
Timo: Zuschauen fällt mir auf, die unterhalten sich gar nicht miteinander.
Timo: Sondern jeder erzählt so ein bisschen seine Geschichte.
Timo: Der eine erzählt von seiner täglichen Arbeit, der oder die andere erzählt, war beim Arzt.
Timo: Also es wird gar nicht auf die Themen eingegangen, die man gerade erzählt bekommt.
Timo: Es ist dann spannend zu beobachten, dass jeder seine Themen wiedergibt.
Timo: Es kann auch in der Gruppe sein.
Timo: Und dann denke ich mir immer, okay, redet ihr gerade miteinander?
Timo: Oder was ist hier gerade?
Timo: Das Thema oder warum führt das gerade zu dieser Situation?
Silvi: Ich wollte gerade fragen, woran machst du das fest, dass die nicht miteinander reden?
Silvi: Und wenn ich es richtig verstanden habe, war jetzt so deine Beobachtung, ähm,
Silvi: Ja, dass jeder einfach was erzählt, aber gar nicht auf das Erzählte von seinem Gegenüber eingeht.
Timo: Genau, das ist so die Beobachtung, wo ich dann auch immer glaube,
Timo: man kann auch nicht immer auf die Themen vom anderen eingehen,
Timo: weil man einfach auch keinen Bezug dazu hat, das ist auch okay.
Timo: Aber dann kann man das auch sagen und dann vielleicht nicht einfach das Thema
Timo: wechseln oder schwenken und gar nicht so irgendwie nochmal dann abhaken und kurz besprechen.
Silvi: Und du warst da so in der Beobachterrolle. Hattest du den Eindruck,
Silvi: das ist den Leuten aufgefallen?
Timo: Genau, es ist ihnen nicht aufgefallen. Das fand ich erstaunlich.
Timo: Es ist nicht aufgefallen. Also zumindest habe ich nichts gemerkt,
Timo: dass jemand irritiert geguckt hat oder auch das Gespräch unterbrochen hat oder irgendwas.
Timo: Sondern es ging fröhlich weiter im Takt. Das wurde sich unterhalten,
Timo: in Anführungsstrichen unterhalten, aber nicht wirklich themengesprochen. Fand ich interessant.
Silvi: Okay. Also gar nicht den Bezug zu dem, was erzählt wurde.
Timo: Das ist genau, was du sagst. Den Bezug zueinander hergestellt und deswegen auch
Timo: wieder den Loop zum Thema heute, aktives Zuhören.
Timo: Da wird der Loop hergestellt, aus meiner Sicht so ein bisschen, um vorwegzugreifen.
Silvi: Dann vielleicht an der Stelle die Unterscheidung, also aktives Zuhören bedeutet,
Silvi: ich gehe auch auf das Gesagte ein.
Silvi: Ich stelle vielleicht auch Rückfragen, Verständnisfragen, wie auch immer.
Silvi: Versus zuhören, um sozusagen zu warten, bis man Antwort geben kann.
Silvi: Also das wäre jetzt für mich so die Unterscheidung.
Silvi: Zu sagen, einmal ist es das Zuhören, wo ich wirklich...
Silvi: Auch vom Kopf her, an der da bin, von dem, was du gerade erzählst.
Silvi: Während es ist eine Beobachtung, die ich schon manchmal gemacht habe,
Silvi: dass jemand was sagt und jemand anderes wartet eigentlich nur darauf,
Silvi: wann kommt so diese Pause, damit man endlich selber was sagen kann.
Silvi: Und wenn ich natürlich gedanklich darauf fokussiert bin, wann ich endlich dran
Silvi: bin, dann kann ich ja auch gar nicht da einer Person zuhören,
Silvi: weil ich ja viel zu sehr damit beschäftigt bin, wann bin ich denn dran und bloß
Silvi: nicht vergessen, was ich sagen wollte.
Timo: Ja, aber das finde ich ein guter Punkt. Das gehört für mich auch zu aktiven
Timo: Zuhören, mal kurz zu sagen, hey, darf ich dich kurz unterbrechen?
Timo: Mir ist sowas eingefallen.
Timo: Also nicht aus dem Zweck zu sagen, jetzt rede ich. Das macht keinen Sinn.
Silvi: Deine Zeit ist um, du hast nicht lang genug gequatscht.
Timo: Fertig, jetzt bin ich dran.
Timo: Nee, sondern wirklich zu sagen, hey, sorry, kann ich dich kurz unterbrechen
Timo: oder auch nicht, sorry, ich muss kurz unterbrechen, ich habe da einen wichtigen
Timo: Punkt zu, das ist auch aktives Zuhören.
Timo: Ich habe das Gehörte verarbeitet, habe dazu einen Punkt zu bringen und warte
Timo: nicht auf meine Lücke, sondern gehe auch aktiv rein.
Silvi: Das wäre dann das, was ich auch gerade gesagt habe, man lässt sich auf das Gegenüber ein und,
Silvi: eigene Gedanken oder eigene Erlebnisse, Erfahrungen stellt man vielleicht erstmal zurück.
Timo: Vielleicht auch das, ja, genau. Passt.
Silvi: Ja, ich glaube, das stellt auch eine Verbindung her zwischen den Menschen.
Silvi: Wenn ich das Gefühl habe, okay, jemand hört mir zu, jemand zeigt Interesse.
Silvi: Das bedeutet ja noch lange nicht, dass das Gegenüber mir zustimmt.
Silvi: Oder das ist ja erstmal nur, ja, ich glaube, ein Interesse zeigen,
Silvi: indem ich es vielleicht auch in eigenen Worten wiedergebe, was ich verstanden
Silvi: habe oder nochmal Rückfragen stelle. Wie kommst du zu der Annahme?
Timo: Schaff Verbindung ist für dich einen sehr schönen Wert, den aktives Zuhören
Timo: auch dir bringt, um auch wirklich bei dem anderen zu sein und zusammen.
Silvi: Ja, und ich glaube, es fördert auch das Vertrauen.
Timo: Ja, total. Ja, sehe ich auch. Dass man dann auch,
Timo: wenn man nämlich, also ich habe das die Beobachtung bei mir gemacht,
Timo: wenn ich dann merke, dass jemand aufgreift und das, was ich gesagt habe,
Timo: so wie du vorhin gesagt hast oder eher da, wo du das gesagt hast,
Timo: dann spüre ich diese Verbindung und denke mir, oh ja, ich fühle mich auch wertgeschätzt.
Timo: Und das führt, glaube ich, dann in die Richtung, dann auch Vertrauen herzustellen.
Timo: Zu stellen, wo man sagt, ah, die hat mir zugehört, cool, hat aufgegriffen,
Timo: hat mir vielleicht nochmal eine neue Perspektive eröffnet und das ist dann immer,
Timo: ja, finde ich sehr bereichernd, ja, das ist toll.
Silvi: Denkst du nicht auch manchmal, echt, das habe ich gesagt?
Timo: Das denke ich jeden Tag und öfters.
Timo: Aber ja, natürlich, das habe ich jetzt gesagt, das hört sich aber oberschlau
Timo: an, so kenne ich mich ja gar nicht.
Timo: Ja, das würde ich auf jeden Fall bejahen, ja, total.
Silvi: Ich habe jetzt gerade, als du das so beschrieben hast mit dem aktiven Zuhören,
Silvi: musste ich an unser Walk and Talk denken.
Silvi: Dazu hatten wir ja auch schon mal eine Folge gemacht.
Silvi: Und da ist das ja auch tatsächlich ein Teil der Methode, der anderen Person
Silvi: zuzuhören und auf die Stille auszuhalten, bis die Zeit tatsächlich abgelaufen ist.
Silvi: Und dann auch nochmal das wiederzugeben, was habe ich gehört.
Silvi: Und das finde ich für beide Seiten auch insofern nochmal interessant,
Silvi: weil in dem Moment, wo dir das Gegenüber spiegelt, was gerade verstanden wurde,
Silvi: kann ich ja auch nochmal reflektieren, habe ich eigentlich das zum Ausdruck
Silvi: gebracht, was ich sagen wollte?
Silvi: Also so ein bisschen so dieses Verifizieren. Ist das, was ich erzähle,
Silvi: das, was ich tatsächlich denke, das, was ich transportieren will?
Timo: Ja, macht das Sinn auch? Ist das ein valider Gedanke?
Silvi: Genau, genau.
Timo: Natürlich kann es auch unangenehm sein, Sachen zu verifizieren.
Timo: Das ist der andere Aktivast. Du hast mir aktiv zugehört, den Quatsch, den ich erzähle.
Timo: Das ist so geil. Aber ja, das ist auf jeden Fall auch eine Verifikation,
Timo: das Gesagte nochmal für sich selbst zu hören, von dem anderen wiedergegeben
Timo: zu bekommen, das ist auch sehr schön.
Timo: Das finde ich auch einen tollen Effekt dabei, definitiv.
Silvi: Hast du noch andere Beispiele mitgebracht?
Timo: Noch andere Beispiele? für die...
Silvi: Du bist ja jetzt mit so einem Extrembeispiel an... Ja, ich würde sagen,
Silvi: du hast das wahrscheinlich eher negativ empfunden.
Timo: Weiß ich. Also es ist mir negativ aufgefallen. Ich finde, ja,
Timo: vielleicht ist es mir negativ aufgefallen. Ich habe gesagt, krass,
Timo: ihr unterhaltet euch ja gar nicht miteinander.
Timo: Und es wäre vielleicht auch schön, weil ich habe das hohe Bedürfnis immer dann
Timo: auch, den anderen wiederzugeben oder den zu verstehen. Und mich interessieren
Timo: auch dann, dass ich Fragen dazu stelle.
Timo: Warum hast du das so erlebt oder was hat es da mit mir? Oder wenn du im Urlaub,
Timo: was hast du da noch gemacht? Kannst du Empfehlungen geben?
Timo: Auch Verbindungen wieder aufstellen. Deswegen hat es mich erstmal vielleicht negativ geframed.
Timo: Aber ich sage auch, wenn man es rumdreht, das kann auch positiv sein.
Timo: Weil Menschen sind nicht in der Verfassung immer aktiv zuzuhören.
Timo: Also ich glaube, es kostet auch viel Energie.
Timo: Manchmal will man seine Themen noch einfach mal raus erzählen.
Timo: Was auch in Ordnung ist, ist auch ein menschliches Bedürfnis.
Timo: Und die Leute gehen vielleicht gar nicht. Die Leute, die ich dabei beobachtet
Timo: habe, die nehmen das vielleicht auch gar nicht so negativ auf.
Timo: Die sind okay. Ich habe mein Zeug erzählt.
Timo: Das ist auch ohne Wertung. Und dann fühlen sie sich erleichtert.
Timo: Hat denen auch was gebracht. Also das ist auch okay.
Silvi: Ja, ich habe gerade, als du das so beschrieben hast, dachte ich,
Silvi: ja, dieses Aktiv, das klingt auch tatsächlich nochmal nach einem Energiebedarf,
Silvi: dass das nicht so was ist, was nebenbei passiert, so ein ja,
Silvi: ja, ja, ja, ja, hast recht,
Silvi: sondern tatsächlich, dass man auch fokussiert sein muss, um aktiv zuzuhören.
Silvi: Und vielleicht hat man dafür auch nicht immer die Energie.
Silvi: Das war so ein Gedanke, den ich damit noch hatte. Und dann sagt man das der anderen Person.
Silvi: Ich habe gerade keinen Kopf zum Zuhören, weil in dem Moment breche ich ja das Gespräch in dem Sinn ab.
Timo: Genau, du hast einmal das Fokus, das kostet mir Energie, du hast den Fokus auf
Timo: dem Gespräch, aber auch bei dir,
Timo: weil du ja gerade aktiv zuhören willst oder du gerade merkst ich kann gerade
Timo: nicht zuhören und dass du dein Gehirn auf zwei Sachen konzentrieren musst,
Timo: das kostet auf jeden Fall Energie, definitiv in dem Zustand.
Silvi: Ist vielleicht auch tatsächlich so eine sehr individuelle Sache,
Silvi: was einem lieber ist, also,
Silvi: ich schätze das sehr wenn du mir sagst ich habe da gerade keinen Kopf dafür,
Silvi: oder gib mir mal noch 10 Minuten oder was auch immer Weil du vielleicht gerade
Silvi: selber bei einem anderen Thema steckst. Ja,
Silvi: weil da habe ich einfach mehr davon, dass du dann auch aufmerksam bist.
Silvi: Weil umgekehrt merke ich, wenn ich den Eindruck habe, dass mein Gegenüber nicht aufmerksam ist.
Silvi: Also Beispiel, ich erzähle irgendwas und dann gibt es ja manchmal so eine Situation,
Silvi: dass das Thema gekapert wird.
Silvi: Keine Ahnung, ich erzähle irgendwas von im Urlaub, da und da, das und das erlebt.
Silvi: Und dann sagt jemand, ja, da war ich auch schon mal und blablabla und dann hörst
Silvi: du die Urlaubsgeschichte von der Person.
Silvi: Muss nicht schlimm sein, aber ich merke da für mich manchmal,
Silvi: dass ich dann nicht weitererzähle.
Silvi: Dass ich mich dann eher zurückziehe und denke mir so, ja, alles klar.
Silvi: Kein Miteinander mehr, sondern dann sind wir wieder vielleicht an dem Punkt,
Silvi: was du vorhin beschrieben hast.
Silvi: Jeder erzählt halt seine Geschichte und das Überthema ist vielleicht das Gleiche,
Silvi: am gleichen Ort gewesen oder so, aber gar keine Connection im Sinne von,
Silvi: wie hast du es erlebt, ich habe es so erlebt, also so wirklich ein Austausch.
Silvi: Das ist es, glaube ich.
Silvi: Dass man nicht aktiv zuhört, dass dann auch weniger Austausch tatsächlich stattfindet.
Timo: Ich habe dann das Gefühl, es sind unterschiedliche Bedürfnisse.
Timo: Du hast das Bedürfnis, dich auszutauschen, Verbindung aufzubauen,
Timo: gehört zu werden und die andere Person hat es gerade einfach nicht.
Timo: Die möchte einfach von ihm Urlaub erzählen und auch ausschweifen,
Timo: was alles gemacht wurde.
Timo: Vielleicht erzählt die, das habe ich auch noch immer dann gedacht bei der Beobachtung,
Timo: vielleicht erzählen sie es auch eher sich selbst.
Timo: Oder das Gelebte erzählen, um es auch zu verarbeiten. Dann ist halt die Person,
Timo: die gerade da ist, erst recht.
Silvi: Statistenrolle.
Timo: Genau. Erzähle ich jetzt erstmal hier zwei Stunden durch und dann habe ich meinen
Timo: Urlaub nochmal erlebt. Das ist auch okay.
Timo: Das wollte ich sagen. Das ist ein unterschiedliches Bedürfnis.
Timo: Und dann finde ich es auch okay, sich zurückzuziehen, weil man einfach merkt,
Timo: das gehört auch zum aktiven Zuhören dazu.
Timo: Dann das zurückziehen und zu sagen, die Person muss gerade erzählen. Das ist aber auch fair.
Timo: Und wenn man dann, auch wenn man es wieder umdreht und dann,
Timo: wenn du das Bedürfnis des Connections, Verbindungen aufzubinden,
Timo: dauernd reinfragst oder dann auch erwartest, es kommen mal Rückfragen oder du
Timo: hast Zeit zum Erzählen, nee, dann ist das halt gerade nicht dran.
Timo: Das ist dann halt so, das auch festzustellen und auch ein aktives Zuhören.
Silvi: Mit manchen Personen ist das auch nie dran.
Timo: Nee, mit manchen Personen, genau.
Silvi: Und das ist glaube ich, also es ist für mich eher sowas, wo ich denke,
Silvi: ah ja, das muss ich akzeptieren.
Timo: Ja, muss man akzeptieren, kann man akzeptieren und so kann man glaube ich auch,
Timo: ich meine, man kennt ja die Personen, mit denen man zu tun hat.
Timo: Und dann kann man da auch, da merkt man auch, wer ist auf Verbindung aus und
Timo: kann dann so die Connection herstellen und wer nicht.
Timo: Und so kann man auch sein Gespräch einfach auch dann führen. Mit weniger Energie.
Silvi: Oder auch wie ausgeglichen es ist.
Timo: Genau, wie ausgeglichen es ist.
Silvi: Weil da fällt mir auch gerade eine Situation ein, wo ich denke,
Silvi: da ist eine große Disbalance.
Timo: Ja.
Silvi: Und ja, wie okay ist das für mich?
Timo: Ja. Und insgesamt, es ist immer okay, auch da eine Disbalance zu haben, glaube ich.
Timo: Es ist auch nicht schlimm, wenn man auf den Gegenüber nicht eingeht.
Timo: Ich finde es einfach nur wichtig ist, wenn man eine Disbalance merkt und dann
Timo: halt auch jemand Wichtiges dabei ist, mit dem man eine Verbindung aufbauen möchte.
Timo: Das vielleicht auch zu thematisieren, zu sagen, okay, du erzählst ja viel von
Timo: dir und ich würde auch gerne hier die Verbindung aufbauen, ein paar Sachen von mir erzählen.
Timo: Weil ich glaube, wenn dieses Verhältnis, die Balance dann nicht stimmt,
Timo: und das habe ich auch schon beobachtet, dann macht es irgendwann auch keinen Sinn mehr.
Timo: Weil dann der eine erzählt, erzählt, du hörst sehr viel zu, versuchst es auch
Timo: mitzunehmen, aber du hast nicht den gleichen Anteil am Gespräch oder auch im Austausch.
Silvi: Das kostet auch unheimlich viel Energie einfach.
Timo: Genau, ja. Also es ist nicht schlimm. Ich glaube, es ist einfach nur die Balance
Timo: zu beobachten, okay, und wichtig für einen selbst, um dann zu gucken,
Timo: was mache ich aus dem Gespräch.
Timo: Oder will ich mich mit der Person auch gar nicht mehr über die und die Themen
Timo: unterhalten? Das kann auch okay sein. Das ist auch in Ordnung.
Silvi: So eine Einordnung für einen selbst.
Timo: Was mir noch eingefallen ist auch, ich glaube, wenn man jemanden hat,
Timo: der sehr viel von sich erzählt oder auch von den Ereignissen,
Timo: dann kann man das auch nutzen, um einfach mal ruhig zu sein. Einfach mal.
Silvi: Ist es dann noch aktives Zuhören?
Timo: Nee, dann ist es nicht aktives Zuhören.
Silvi: Das ist dann eher so, okay, ich lasse die Person quatschen.
Timo: Genau. Also auch nochmal Energiebedarf. Lasse reden, würden die Ärzte jetzt sagen.
Timo: Und da auch vielleicht auch einfach das Gespräch passieren lassen und in sich
Timo: zu ruhen und das andere Spektrum.
Silvi: Was ich da gerade so merke oder was mir durch den Kopf geht ist,
Silvi: die Art des Zuhörens hat einen Einfluss auf die Art der Beziehung, die man hat.
Timo: Ja, ja, ja.
Silvi: Oder auch umgekehrt.
Timo: Beziehung, Connection, Verbindung ist ja wieder.
Silvi: Das Thema Ich interpretiere dass du der Person dann nicht gesagt hast ja ich
Silvi: lass dich mal reden Nein.
Timo: Ich lass es dann einfach geschehen ich schalte dann in Energiesparmodus ganz
Timo: runter in den untersten Gang,
Timo: und hör einfach zu. Also nicht aktiv, aber lass reden. Das gehört dazu. Das ist aber auch okay.
Timo: Das ist auch okay für mich. Da muss ich auch entscheiden, bin ich gerade in
Timo: der Verfassung, das einfach so geschehen zu lassen. Das ist gerade okay für mich.
Timo: Und wenn es nicht okay ist, dann kann man auch sagen, nee, passt gerade nicht. Geht nicht.
Silvi: Geht es dann in die Richtung, wo dann Menschen auch sagen, nie hörst du mir
Silvi: zu oder was habe ich dir doch gesagt, was habe ich dir doch erzählt.
Timo: Ja, das geht in die Richtung, weil man natürlich die Sache nicht abspeichert.
Timo: Das hat dann natürlich was mit mir zu tun.
Timo: Ich lasse mich in die Situation ein, aber natürlich auch mit der anderen Person,
Timo: die natürlich sehr viel erzählt und nicht auf meine Verbindung eingeht oder
Timo: die Verbindung, die ich machen möchte. Ich glaube, das hat eine Interaktion.
Silvi: Auf jeden Fall.
Silvi: Genau, das kann ja auch tatsächlich sein, dass du das zwar versuchst,
Silvi: gleichzeitig das aber gar nicht auf Resonanz stößt und dann verpufft es ja auch irgendwie wieder.
Timo: Komplett verpufft es ja, finde ich auch. Um da noch ein Beispiel zu bringen,
Timo: man kann natürlich da auch aktiv reingehen und für sich bewusst machen,
Timo: ich kann dir gerade nicht zuhören, wenn man mit jemandem redet,
Timo: mit dem man die Verbindung hat,
Timo: möchte und die auch schätzt und weiß, dass da eine gute Balance ist.
Timo: Also ich kann dann auch aktiv merken, ich kann dir nicht zuhören,
Timo: lass uns das Thema auf einen anderen Zeitpunkt verschieben.
Timo: Das finde ich auch super wichtig, das hat auch was mit aktivem Zuhören zu tun,
Timo: um dann aber auch, wie du gesagt hast, die Beziehung zu stärken,
Timo: weil man dann einfach auch der anderen Person die Möglichkeit gibt, nochmal zu reagieren.
Timo: Wenn eine Person sagt, ich brauche dich aber jetzt, das ist mir gerade total
Timo: wichtig, dann kann man für sich selbst ja nochmal kurz validieren,
Timo: okay, ich merke gerade, die Verbindung ist mir wichtig, ich will darauf eingehen.
Timo: Dann kann man das nochmal vorholen. Oder dann auch sagen, wenn die andere Person
Timo: sagt, okay, das können wir verschieben, das ist jetzt nicht so wichtig,
Timo: dann ist das auch super, das ist auch nice.
Silvi: Ja, auf jeden Fall.
Timo: Es gibt eben auch diese Balance.
Timo: Und Energiehaushalten in Unterhaltung.
Silvi: Wie würdest du das so, also kannst du das irgendwie für dich gerade zusammenfassen?
Silvi: So als, was ist deine Klarheit von der heutigen Folge?
Timo: Ja, sehr gerne.
Silvi: Von dem aktiven Zuhören, genau.
Timo: Ich glaube, ich habe gerade viel oder wir haben gerade viel gesprochen.
Timo: Es hat was mit viel Selbstreflexion zu tun, aktives Zuhören,
Timo: mehr mit einem selbst als mit der anderen Person,
Timo: weil man einfach auch für sich gucken muss, in welcher Verfassung bin ich,
Timo: wie will ich Verbindung aufbauen, will ich Verbindung aufbauen,
Timo: kann ich gerade Verbindung aufbauen,
Timo: kann ich gerade aktiv zuhören, wie ist mein Energiehaushalt, um aktiv zuhören.
Timo: Und daher hat es für mich viel was mit Selbstreflexion zu tun.
Timo: Auch da nochmal die kleine Schleichwerbung mit dem Walk & Talk,
Timo: das war Folge 6 an alle ZuhörerInnen, die das interessiert, das was die Silvia vorhin gesagt hat.
Timo: Das ist eine tolle Übung und auch da kostet es Energie.
Timo: Das ist eine tolle Selbstreflexionsübung, wie gut kann ich gerade aktiv zuhören,
Timo: in welcher Verfassung bin ich und wie toll ist das für mich gerade. Genau.
Timo: Was ist deine Klarheit daraus?
Silvi: Ich habe jetzt, als wir so gesprochen haben, habe ich gemerkt, dass es,
Silvi: Also so wie wir aktives Zuhören jetzt für uns definiert haben,
Silvi: dass es da um viel mehr geht als dieses inhaltliche Hören,
Silvi: was man jetzt vielleicht als Zuhören so in der ersten Interpretation vielleicht verstehen würde.
Silvi: Sondern ja, es geht tatsächlich um das Verstehen und auch um die Verbindung mit der anderen Person.
Silvi: Und das Verstehen bedeutet nicht unbedingt Zustimmung, sondern einfach vielleicht
Silvi: das Interesse gegenüber, dass es aktives Zuhören für mich.
Timo: Schön. Vielen Dank. Gut.
Silvi: Ja, vielen Dank fürs Zuhören. Das war Coffee Chaos Clarity, euer Podcast,
Silvi: bei dem wir beim Kaffee trinken unser Gedankenchaos sortieren, um Klarheit zu finden.
Timo: Tschüss.
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