#17 - Verzeihen: Ehrlich gemeint oder nur bequem?

Shownotes

Kennst du das: Du sagst „Entschuldigung", aber im gleichen Moment merkst du, dass es eigentlich nicht so gemeint ist? Und was macht das eigentlich mit der Person, die zuhört? Ausgangspunkt für unser Gespräch ist ein Zitat von Grace Hopper: Es sei einfacher, sich hinterher zu entschuldigen, als vorher um Erlaubnis zu bitten. Klingt erstmal charmant, aber wir graben tiefer und merken schnell, wie viele Fallstricke in diesem Satz stecken. Und dabei kommen wir auf einen ganz anderen Blickwinkel, der zeigt, warum manche Menschen viel leichter verzeihen als andere und was das eigentlich mit Persönlichkeit zu tun hat. Schnappt euch einen Kaffee und hört rein, wenn ihr wissen wollt, ob Verzeihen wirklich so einfach ist, wie es klingt.

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Silvi: Willkommen zur neuen Folge von Coffee Chaos Clarity, eurem Podcast,

Silvi: bei dem wir beim Kaffee trinken versuchen, unser Gedankenchaos zu sortieren und Klarheit zu finden.

Silvi: Timo, was ist unser Thema heute?

Timo: Unser Thema heute ist Verzeihung.

Silvi: Verzeihung? Das klingt spannend. Ich habe schon direkt Gedanken dazu.

Timo: Oh ja, das glaube ich. Ein großes Thema.

Silvi: Ich spreche erstmal davon, was war unser Aufhänger für das Thema?

Timo: Genau, der Aufhänger war ein Zitat von einer amerikanischen Informatikerin und Computerpionierin.

Timo: Ihr Name ist Grace Hopper und sie hat gesagt, es ist viel einfacher,

Timo: sich hinterher zu entschuldigen, als vorher um Erlaubnis zu bitten. Was sagst du dazu?

Silvi: Ich spüre einen großen Widerstand.

Silvi: Ich verstehe den Ansatz, weil, glaube ich, so dahinter steckt,

Silvi: vielleicht auch Sachen zu beschleunigen.

Silvi: Also hey, bevor ich hier lang rumfrage, ich mache das einfach und wenn es cool

Silvi: ist, dann ist es leichter, das sozusagen offiziell durchzubringen.

Silvi: Okay, aber gleichzeitig der große Widerstand, weil es für mich beinhaltet,

Silvi: dass ich die Annahme habe, dass es sowieso abgelehnt wird.

Silvi: Und das hat wiederum mehrere Aspekte, dass ich halt denke, die Vorgehensweise

Silvi: ist so ein darüber hinwegsetzen, ja, aber ich weiß es besser.

Silvi: Und gleichzeitig sich selber letztendlich genauso zu verschließen,

Silvi: wie es die Annahme von der anderen Seite ist.

Silvi: Weil in dem Moment, wo ich jemanden frage, hey, können wir das so und so machen,

Silvi: erteilst du dein Go? Das ist vielleicht ein hierarchischer Kontext oder so. Arbeitskontext, ja.

Silvi: Dann habe ich ja auch die Möglichkeit, mich auszutauschen im Sinne von,

Silvi: was kann man an der Idee vielleicht noch anpassen oder irgendwas.

Timo: Ja, verstehe ich. Ja, ist in Ordnung. Was mir da jetzt noch in den Sinn gekommen ist,

Timo: du hast gerade gesagt, also wenn man da so dieses, ich will das erste Mal um

Timo: etwas fragen versus, ich habe schon ein paar Mal gefragt, Arbeitskontext wieder,

Timo: und du hast oft Ablehnung erfahren,

Timo: aber du hast den festen Glauben, dass dadurch mehr Produktivität herrscht,

Timo: so Wirksamkeit und du kriegst aber immer nur hier Nein-Schilder oder Stoppschilder vorgesagt.

Timo: Wie ist es in dem Kontext dann, wenn du das siehst, dieses Zitat?

Silvi: Da würde ich auch differenziert sehen, weil,

Silvi: ich glaube, dann kommt es auch stark darauf an, was ist eigentlich die Motivation.

Silvi: Du hast jetzt gesagt, schon häufig Ablehnung erfahren und ich will jetzt aber

Silvi: unbedingt meine Idee umsetzen.

Silvi: Und dann ist für mich die Frage, was ist die Motivation dahinter?

Silvi: Weil es gibt ja auch Menschen, die wählen diesen Ansatz, weil sie dafür auch

Silvi: am Ende allein die Lorbeeren haben wollen. Und in dem Moment,

Silvi: wo ich andere mit einbeziehe...

Silvi: Und ist ja vielleicht, kriege ich nicht alleine den Fame.

Silvi: Also das ist ja auch bei manchen Menschen ein starker Treiber,

Silvi: dass man die Anerkennung dafür haben möchte und die eben vielleicht auch gar nicht teilen möchte.

Silvi: Und das ist so die Unterscheidung und ich glaube, für mich ist es auch sehr,

Silvi: sehr stark vom Kontext abhängig,

Silvi: weil wenn ich mich jetzt in die Rolle versetze jemand hat mich übergangen also

Silvi: wie fühle ich mich damit es ist ja,

Silvi: wenn wir wieder an den hierarchischen Kontext denken hat es ja auch was von,

Silvi: ich werde nicht ernst genommen was vielleicht dann auch dazu führt,

Silvi: dass ich das nächste Mal noch strenger bin, vielleicht auch pauschal Nein sage.

Silvi: Also das, was du gerade beschrieben hast, jemand hat schon oft ein Nein gehört,

Silvi: hängt ja vielleicht auch mit solchen Sachen auf der anderen Seite zusammen.

Timo: Ja.

Silvi: Das ist wie so eine Art Ping-Pong-Spiel ist.

Silvi: Jemand wird übergangen, dadurch wird er in Anführungsstrichen noch strenger,

Silvi: noch härter, weil man möchte ernst genommen werden und so. Ja.

Timo: Ja. Und man verschließt sich, glaube ich, wenn man den einfach fruchtbaren Diskussionen,

Timo: wenn man um Themen einfach bespricht und vielleicht auch Ja, Erlaubnis oder auch,

Timo: ein Okay sich vom Chef abholen muss.

Timo: Und dann Perspektiven auch im Team austauschen, weil so wie man es selbst macht,

Timo: muss es nicht immer gut sein und richtig sein.

Timo: Das ist dann auch schwierig in dem Kontext. Das stimmt.

Silvi: Wir sind jetzt sehr stark über das Zitat eingestiegen, aber ich würde ganz gern

Silvi: bei dem Thema Verzeihung nochmal ein paar andere Felder aufmachen.

Timo: Das rieße ich ja gerne.

Silvi: Genau, nämlich, also was ist mir eingefallen zu dem Thema Verzeihung? Das ist ja einmal,

Silvi: dass ich vielleicht was gemacht habe, was jemand anders nicht gut fand,

Silvi: was eine andere Person vielleicht sogar verletzt hat.

Silvi: Dann bin ich in der Rolle, dass ich um Verzeihung bitten möchte,

Silvi: weil mir die Person wichtig ist.

Silvi: Ja. Oder ich erkannt habe, dass mein Vorgehen nicht gut war und aber auch umgekehrt,

Silvi: jemand bittet mich um Verzeihung, also wie gehst du damit um,

Silvi: wenn dich jemand um Verzeihung bittet?

Timo: Wenn mich jemand, oh, das ist eine sehr gute Frage.

Timo: Also das Erste, was mir eine ist, Verständnis.

Timo: Es kommt auch darauf an, um was ich um Verzeihung gebeten werde, also der Kontext,

Timo: Dinge, die mir irgendwie wichtiger sind oder wo es mir, also wenn wir wieder

Timo: bei dem ersten Beispiel sind, im Arbeitskontext, wo ich glaube ich auch gerne

Timo: was hätte beitragen können, Wirksamkeit hätte ausstrahlen können oder Feedback geben können,

Timo: dann finde ich, also dann ist es okay, mich um Verzeihung zu bitten,

Timo: aber dann habe ich auch eine gewisse Emotion drin.

Timo: Und dann fällt es mir nicht so, nicht so leicht vielleicht.

Timo: Nicht so leicht, würde ich behaupten, genau.

Timo: Aber wenn es ein Thema ist, wo es mir egal ist, gefühlt, dann ist es okay.

Timo: Aber und ich finde es auch immer ehrlich und gut.

Timo: Trau dich, du hast was gemacht, wo du denkst, ah, das war scheiße,

Timo: dann sag es doch einfach. Sei offen.

Timo: Also ich habe dann auch eine gewisse Wohlwolligkeit. Nee, das gibt es nicht.

Timo: Es geht wieder in die Kikipaks-Richtung.

Silvi: Timo erfindet neue Begriffe.

Timo: Teil 2. Ein gewisses Wohlwollen der Person gegenüber, einfach auch diesen Schritt

Timo: zu gehen, weil es hat auch einen gewissen Mut, um Verzeihung zu bitten, finde ich.

Silvi: Okay, das, was du jetzt ansprichst, geht so auch in die Richtung,

Silvi: was haben wir für eine Fehlerkultur?

Timo: Genau, es geht auch in die Richtung.

Silvi: Wie leicht oder schwer fällt es, zu sagen, hey, das habe ich verbockt und was

Silvi: sind erwartbare Konsequenzen daraus?

Timo: Genau.

Silvi: Wie wird damit umgegangen im Unternehmen?

Timo: Ja, und ich habe noch einen Zusatz und ich glaube, wenn man dann halt auch versucht,

Timo: Sachen unter den Tisch zu kehren, das wird im Endeffekt nur schlimmer.

Timo: Das macht es nur schlimmer, je länger es man herauszögert und nicht zutage fördert

Timo: oder auch bespricht mit dem anderen.

Silvi: Vielleicht auch, weil du selber es ja immer noch mit dir rumschleppst.

Timo: Auch das und ich auch dann, wenn jemand zu mir kommt, nach, keine Ahnung,

Timo: wenn die Dauer länger ist, dann wirkt es, dann ist mein Wohlwohl ein kleiner, würde ich behaupten,

Timo: anstatt wenn es die Person direkt macht und sagt, ah scheiße, das war doof.

Silvi: Das finde ich interessant, weil ich habe gerade gedacht, bei mir ist es glaube ich umgekehrt.

Silvi: Du hast vorhin auch gesagt, am Anfang die Emotionen sind noch frisch und wenn

Silvi: man sich für was entschuldigt oder Verzeihung bittet, dann ist damit ja häufig

Silvi: auch eine Scham verbunden.

Silvi: Und wenn es eben nicht sofort erfolgt,

Silvi: dann würde ich das, glaube ich, eher interpretieren als dass es sehr,

Silvi: sehr ehrlich ist, weil die Person schleppt es immer noch mit sich rum und entschuldigt

Silvi: oder bittet mich jetzt um Verzeihung aus tiefstem Herzen,

Silvi: weil sie es so beschäftigt.

Silvi: Während so ein direktes, ah ja, hey, sorry, ähm.

Silvi: Und vielleicht eher so leichtfertig ist im Sinne von, ah ja,

Silvi: komm, ja, war nicht okay von mir, aber lass gut sein.

Silvi: Und da denke ich immer, mich interessiert gar nicht die Entschuldigung,

Silvi: also in den seltensten Fällen, sondern mich interessiert, was du daraus machst.

Silvi: Also mich interessiert eher der Austausch im Sinne von, okay,

Silvi: hast du verstanden, warum ich das gerade nicht gut fand und weil ich das so

Silvi: nicht nochmal erleben möchte?

Silvi: Und dann interessiert mich, habe ich den Eindruck, dass die andere Person das verstanden hat?

Silvi: Und ich will nicht sagen, dass ich es nie gut finde, eine Entschuldigung zu

Silvi: bekommen, aber viel, viel relevanter für mich ist tatsächlich,

Silvi: wie ist das Verhalten danach.

Timo: Also die Attitude, auch während die Bitte um Entschuldigung oder Verzeihung

Timo: kommt, so ein bisschen so, ja sorry, war doof, dann merkst du schon direkt,

Timo: dass die Person zwar was sagt, aber es nicht ernst meint.

Silvi: Es ist dann auch so, ja, aber ich habe mich doch entschuldigt,

Silvi: jetzt hör doch auf, drauf rumzureiten. Ich habe keinen Bock auf dieses Gespräch

Silvi: und ich habe doch Entschuldigung gesagt.

Timo: Ja, dann ist es auch die Wertigkeit von dieser Verzeihung und Entschuldigung einfach Blödsinn.

Timo: Also kann man nicht ernst nehmen, das kommt auch nochmal mit rein, auf jeden Fall.

Timo: Ja, wie ernsthaft ist diese Verzeihung und Entschuldigung gemeint und wie du

Timo: sagst, das Verständnis.

Timo: Warum du dich da jetzt drüber aufgeregt hast oder du das richtig blöd fandest.

Timo: Wie sehr bin ich bei einem anderen auch?

Silvi: Und ich finde, was da gerade rauskommt, ist halt, dass es überhaupt nicht,

Silvi: worum es geht oder welche Worte gewählt werden, sondern das ist total auf einer emotionalen Ebene.

Silvi: Und ich habe dazu das Riemann-Thomann-Modell gefunden.

Silvi: Und zwar geht es darum,

Silvi: dass es da einfach verschiedene Arten gibt, damit umzugehen.

Silvi: Unsere Art zu verzeihen ist gar nicht eine reine Kopfsache, sondern hängt dann

Silvi: ganz eng mit auch Persönlichkeitsmustern zusammen.

Timo: Okay.

Silvi: Und in diesem Modell heißt es eben, wenn jemand zum Beispiel stark auf Nähe ausgerichtet ist,

Silvi: dann sehnt sich die Person auch nach einer schnellen Versöhnung.

Timo: Ja.

Silvi: Manchmal vielleicht sogar zu schnell, auf Kosten der eigenen Bedürfnisse.

Silvi: Ich glaube, das ist das, was ich gerade beschrieben habe. So dieses,

Silvi: ja komm, ich habe doch Entschuldigung gesagt, sind wir wieder Freunde?

Timo: Ja.

Silvi: So in die Richtung. Und jetzt, wo ich gerade so drüber nachdenke,

Silvi: vielleicht bin ich eher die Person, die Distanz schätzt. Also ich brauche klare

Silvi: Worte und auch eine konsequente Abgrenzung.

Silvi: Das kann aber auch als hart empfunden werden.

Silvi: Also vielleicht gerade von jemandem, der eher so auf die Nähe ausgerichtet ist.

Silvi: Und dann komme ich und sage, hier, mach mal eine Ansage und ich will das auch sehen.

Silvi: Und es gibt außerdem auch dauerorientierte Menschen, die halten an Regeln und Prinzipien fest.

Silvi: Was? Das bedeutet, denen fällt es super schwer zu verzeihen,

Silvi: wenn irgendeine Norm verletzt wird.

Silvi: Und das passt wieder auf das, was wir am Anfang hatten. Die Grace Hopper,

Silvi: wenn ich das richtig in Erinnerung habe, war ja auch irgendwie im US-Navy-Kontext

Silvi: unterwegs. Und wenn man jetzt so an Militär denkt, dann gibt es da einfach harte Regeln.

Timo: Ja.

Silvi: Und...

Silvi: Da geht es erstmal darum, du hast die Regel gebrochen, ja, nein,

Silvi: unabhängig davon, ob die Regel vielleicht mal angepasst werden müsste oder gar

Silvi: nicht mehr so richtig auf den Fall passt, wie auch immer.

Timo: Vor allem in dem Kontext werden dann Regeln eher schwieriger angepasst und da

Timo: ist erstmal eine Entschuldigung, Verzeihung, okay toll, du musst trotzdem 500 Liegestütze machen.

Timo: Das ist in dem Fall ja fast erstmal egal.

Silvi: So, Schublade auf, Schublade zu.

Timo: Genau, Punkt.

Silvi: Und ja, es gibt noch eine vierte Dimension, nämlich Menschen,

Silvi: die viel Wechsel brauchen, die entscheiden wohl impulsiv.

Silvi: Also Konflikte werden da schnell abgehakt oder auch aufgeladen,

Silvi: statt klärend durchdrungen.

Silvi: Das fand ich auch nochmal einen sehr interessanten Aspekt.

Timo: Bei diesen Wechselmenschen ist dann aber auch, was mir gerade als Impuls kommt,

Timo: ist dann auch das ist wirklich vergeben und vergessen so diesen Typ hat man

Timo: ja auch du hast dich entschuldigt, okay passt, das wollte ich hören ist in Ordnung,

Timo: dann braucht man auch keine,

Timo: es kommt ja dann auch nochmal das Spiel der Reinhard Verzeihung die Person mir

Timo: wirklich verziehen und da merkst du ja auch dann im Umgang später immer noch, dass da noch was ist,

Timo: so ein bisschen Das wirkt noch nach, die Person hat zwar gesagt, ja okay, wenn du jetzt,

Timo: bei so einem Dauermensch bist, so wie du es gerade gesagt hast,

Timo: das wirkt vielleicht noch länger nach, weil die Norm verletzt wurde und bei

Timo: so Wechselmenschen ist dann das andere Spektrum, die haben dann wirklich,

Timo: für die ist das okay, du hast um Verzeihung gebeten und dann ist das vollkommen in Ordnung.

Timo: Das ist sehr spannend, finde ich, ja.

Silvi: Ja, jetzt wo du das gerade mit Konflikten nochmal ansprichst,

Silvi: da gibt es ja einen ganz engen Zusammenhang auch.

Silvi: Je nachdem, wie ich zu dem Thema Verzeihung stehe, also wo ich mich in diesem Modell wiederfinde,

Silvi: das formt auch den Weg, wie ich mit Konflikten umgehe und wie stark das an mir haftet.

Timo: Konflikt, Fehler, Kultur.

Silvi: Ja.

Timo: Das stimmt das ganz, ganz entscheidend, ja. Ja, das ist spannend.

Timo: Da sind wir auch wieder sehr stark bei Selbstreflexion.

Silvi: Total.

Timo: Was für ein Typ Mensch bin ich? Was macht es mit mir, wenn ich um Verzeihung

Timo: gebeten werde? Aber wir können ja auch nochmal die andere Seite beleuchten mit,

Timo: wenn du um Verzeihung bittest. Wie ist es dann bei dir?

Silvi: Wenn ich um Verzeihung bitte, dann ist es auf jeden Fall ehrlich gemeint.

Silvi: Also ich würde es einfach nicht

Silvi: machen, nur weil es jemand von mir erwartet, aber ich fühle es nicht.

Timo: Ja.

Silvi: Da bin ich vielleicht auch ein Stück weit,

Silvi: stur. Bei dem Thema ist es für mich so wichtig, dass das ehrlich gemeint ist,

Silvi: dass ich das eben auch in die andere Richtung spiele.

Silvi: Dass es mir dann eher darum gehen würde, zu verstehen, warum ist das jetzt für

Silvi: die andere Person so wichtig und ist es dann auch tatsächlich wieder okay.

Silvi: Weil das ist ja das, was am Ende mitschwingt, auch zu sagen,

Silvi: ja komm, Verzeihung, dann ist alles wieder gut. Aber das stimmt ja ganz oft gar nicht.

Silvi: Nur weil jemand sagt, oh bitte verzeih mir, ich habe einen Fehler gemacht,

Silvi: ist noch lang nicht alles wieder gut.

Silvi: Und das ist so für mich die Maßgabe, dass ich um Verzeihung bitte,

Silvi: wenn ich das tatsächlich fühle und das transportiere ich dann, glaube ich, auch.

Silvi: Und Menschen, die mich kennen, die wissen auch, okay, selbst wenn sie selber

Silvi: noch einen Ärger haben, spüren sie halt oder wissen, die Sylvie sagt das nicht, wenn sie es nicht meint.

Timo: Ja.

Timo: Da geht es auch wieder um Aushalten, habe ich rausgehört gerade schon wieder.

Timo: Einfach auch, auch wenn die Verzeihung kommt oder du um Verzeihung bittest,

Timo: erwarte nicht, dass es gleich rum ist, dass es vorbei ist, sondern es kann auch

Timo: mal sein, dass das erstmal ankommt, angenommen wird, der Empfänger hat es aufgenommen,

Timo: und dann geht es erstmal um Aushalten.

Silvi: Ja und je nach Größe des Themas, also oft geht da ja was kaputt in der Beziehung.

Silvi: Also ganz egal, ob privat oder beruflich,

Silvi: da geht vielleicht ein Stück weit Vertrauen kaputt. Und egal was du sagst und

Silvi: egal wie ehrlich du das meinst, das ist deswegen nicht alles wieder wie vorher.

Silvi: Also das verändert auch was.

Silvi: Und ja, manchmal ist es leichter zu sagen, ja, alles klar, danke, geklärt, vergessen.

Silvi: Trotzdem ist die Beziehung, die man zueinander hat, nicht mehr die gleiche wie vorher.

Silvi: Und ich finde, dessen muss man sich auch bewusst sein bei seinem Handeln.

Silvi: Jetzt unabhängig davon, ob ich um Verzeihung bitte oder nicht,

Silvi: ob ich es verstehe oder nicht, sondern mein Handeln hat eine Konsequenz.

Silvi: Und wenn wir da wieder auf das Zitat zurückkommen, zu sagen,

Silvi: es ist einfacher, sich zu entschuldigen, als vorher um Erlaubnis zu bitten,

Silvi: dann muss ich mir der Konsequenz bewusst sein, dass,

Silvi: ja, ich kann mich entschuldigen, gleichzeitig wird die Beziehung nicht mehr

Silvi: die gleiche sein wie vorher.

Silvi: Und das bin ich in dem Moment bereit in Kauf zu nehmen.

Silvi: Ich kann nicht sagen, oh ja, Mist, das war ja jetzt doof. Ich wollte alles.

Silvi: Ich wollte meinen Kopf durchsetzen und ich will, dass alles wieder schick ist, wie früher.

Timo: Das geht nicht.

Silvi: Unwahrscheinlich, sehr unwahrscheinlich.

Timo: Handlungen haben Konsequenzen. Immer. Das ist ein guter Punkt,

Timo: das führt uns auf jeden Fall wieder dahin, super wichtig.

Silvi: Ja, also für mich, ich habe da auch gerade schon so mein Fazit im Kopf,

Silvi: aber ich frage dich zuerst, möchtest du es für dich zusammenfassen, unsere heutige Folge?

Timo: Ja, also es ist nochmal stark rausgekommen,

Timo: Selbsterkenntnis, was bin ich für ein Typ Mensch, wie gehe ich mit Verzeihung

Timo: um, das hilft dir auch sicher oder vielleicht ein bisschen Selbstsicherheit

Timo: in so Konflikten und auch Verzeihung, Fehler zu geben,

Timo: und aushalten. und Bewusstsein.

Timo: Wenn ich dieses Zitat, wie du gerade gesagt hast, von Anfang anwende oder es

Timo: kann mal okay sein, aber sei dir bitte bewusst, was das machen kann und erwarte

Timo: nicht, dass es dann alles wieder ist wie vorher.

Timo: Nee, eben nicht, weil Handlungen haben Konsequenzen immer. Das erfasst man nicht

Timo: immer dann in dem Moment, weil das ist mal mit der Emotion drin.

Timo: Ah, ich will das jetzt, Produktivität, bam, bam, bam, das muss vorangehen, etc.

Timo: Aber das ist auch ein Punkt, sich das bewusst zu machen. Das ist so mein Fazit. Bei dir?

Silvi: Ja, ich habe jetzt irgendwie gedacht, das Ziel sollte tatsächlich sein,

Silvi: Verzeihen als eine bewusste Entscheidung wahrzunehmen und auch als Möglichkeit

Silvi: der Selbstwirksamkeit oder das,

Silvi: Genau, sich da auch selber zu reflektieren. Auf gar keinen Fall um jeden Preis.

Silvi: Ich glaube, in manchen Fällen ist es auch gut und wichtig, zu sich selber zu stehen.

Silvi: Und das, was du gerade mit dem Aushalten gesagt hast, so einer Verletzung eben auch Raum zu geben.

Timo: Ich muss doch nochmal nachfragen, weil es mir gerade noch eingefallen ist,

Timo: Raum zu geben, dann auch die Emotionen zuzulassen. Das ist auch etwas Befreiendes, oder?

Silvi: Bei Emotionen zulassen, in dem Kontext denke ich jetzt an Ausrasten.

Silvi: Die Emotionen in dem Sinn auch zu akzeptieren, es nicht wegzudrücken.

Silvi: Also wirklich auch für sich selbst, vielleicht auch wenn es im Gespräch nicht

Silvi: klappt, sich selbst anzugucken, was hat mich da so verletzt.

Timo: Schritt der Verarbeitung auch.

Silvi: Genau, warum halte ich so dran fest und sowas.

Silvi: Ja, und dann eben auch diese Abgrenzung von der Verantwortung.

Silvi: Also was ist meine Verantwortung und was ist die Verantwortung der anderen Person?

Silvi: Das ist so mein Take.

Timo: Schön.

Silvi: Schön. Ja, dann sind wir auch schon wieder am Ende unserer Folge.

Silvi: Vielen Dank fürs Zuhören.

Silvi: Das war Coffee Chaos Clarity.

Silvi: Euer Podcast, bei dem wir beim Kaffee trinken unser Gedankenchaos sortieren, um Klarheit zu finden.

Timo: Tschüss.

Silvi: Tschüss.

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