#21 - Scham: Warum wir uns im Kopf selbst blockieren
Shownotes
Kennst du das Gefühl, im Erdboden versinken zu wollen, weil du glaubst, etwas falsch/schlecht gemacht zu haben und den eigenen Ansprüchen nicht gerecht geworden zu sein? Genau so ging es Silvi nach der letzten Folge – und deshalb widmen wir uns heute diesem unangenehmen, aber sehr menschlichen Gefühl: Scham.
Wir sprechen darüber, wie sich Scham von Schuld unterscheidet, warum Männer und Frauen sie oft unterschiedlich erleben, und wieso wir uns manchmal für Dinge schämen, die im echten Leben niemanden interessieren. Außerdem: eine ziemlich schräge Übung gegen übertriebene Scham, warum Geld in Deutschland ein Tabuthema ist, und ob Scham überhaupt eine schützende Funktion haben kann.
Ein Thema mit vielen Facetten – ehrlich, nahbar und mit der ein oder anderen Anekdote aus dem eigenen Alltag. Schnappt euch einen Kaffee und hört rein.
Transkript anzeigen
00:00:03:
00:00:10: Willkommen zur neuen Folge von Coffee Chaos Clarity, eurem Podcast bei dem wir beim Kaffee trinken versuchen das Gedankenchaos zu sortieren und Klarheit zu finden.
00:00:21: Timo was ist unser Thema heute?
00:00:23: Ja du hast gesagt unsere letzte Folge fandest du nicht so gut vorbereitet und du schämst dich dafür.
00:00:30: also ist unser
00:00:40: Okay, dazu vielleicht ein kurzer Exkurs.
00:00:44: Was ist denn Scham überhaupt?
00:00:47: Ich versuche es gerade von mir fernzuhalten!
00:00:50: Hey,
00:00:50: ich sehe schon du wärst dich.
00:00:53: Ich spüre einen gewissen Widerstand ja.
00:00:56: Insofern erstmal auf diese Definitionsebene.
00:01:01: Scham wird als eine schmerzhafte und selbstbezogene Emotion bezeichnet – ja, kann ich bestätigen Die entsteht, wenn man das Gefühl hat sozialen Normen moralischen Werten oder eigenen Ansprüchen nicht zu entsprechen.
00:01:16: Ja also ich würde sagen bezogen auf das Beispiel mit dem du gerade eingestiegen bist ist das bei mir definitiv der Fall dem eigenen Anspruch nicht genügen.
00:01:28: und an dieser Stelle auch noch meine Abgrenzung zur Schuld.
00:01:33: im Gegensatz zur Schuld bezieht sich die Scham immer Ganze selbst.
00:01:39: Das geht auch oft mit so körperlichen Reaktionen einher, dass man zum Beispiel errötet oder irgendwie... Man spricht ja davon sich zu verstecken, am liebsten würde ich im Erdboden versinken wenn die Scham ganz groß ist.
00:01:57: Genau also das an der Stelle zur Definition von Scham.
00:02:04: Ja, und jetzt zurück.
00:02:05: Warum du schon mit Kunden hast?
00:02:08: Warum war die Folge nicht gut vorbereitet?
00:02:09: Mist!
00:02:09: Du hast das nicht vergessen.
00:02:10: Nein... Ich bleib da dran.
00:02:12: Habe ich von dir gelernt.
00:02:15: Ja, ich habe halt tatsächlich nach der letzten Folge... Wir sind danach einfach noch viele Aspekte eingefallen und irgendwie ... Ich hab sie auch nicht nochmal angehört.
00:02:26: Aber ich dann gedacht, ach Mist, das hätten wir besser vorbereiten können oder vorher einmal durchsprechen dann hätte das inhaltlich, glaube ich einen anderen Take bekommen.
00:02:41: Und warum habe ich mich geschämt?
00:02:44: Weil ich dachte naja wir haben jetzt ein paar kontinuierliche Hörerinnen und da ist mein Anspruch einfach Denkanstöße Impulse mitzugeben.
00:03:00: Und da hatte ich den Eindruck, haben wir das letzte Mal nicht ... ja.
00:03:04: Wären ein bisschen mehr gegangen und dann ...
00:03:06: Nicht abgeliefert?
00:03:08: Ja genau!
00:03:09: Dann war so ein leichtes Schamgefühl, dass ich dachte, ach Mensch... hätten wir auch besser machen können.
00:03:17: Ich rede nicht von Perfektionismus.
00:03:19: Also es ist hier immer noch ein Hobby und uns macht das Spaß und so.
00:03:24: Aber die eigene Messlatte, die eigenen Ansprüche doch ein bisschen höher
00:03:30: Okay.
00:03:30: Interessant, das mit Ansprüchen und Messlatte zu verbinden sich dann zu schämen?
00:03:34: Ja okay.
00:03:36: Fühlig!
00:03:37: Ja komm, dann lass uns doch mal ein Beispiel von dir hören.
00:03:42: Nein da möchte ich jetzt nicht drauf eingehen.
00:03:43: Ich will
00:03:44: jetzt nicht die ganze Folge über meine Scham sprechen.
00:03:50: Wie gut ich generell... Also ein Punkt ist vielleicht, ich komme gleich aufs Beispiel.
00:03:55: Aber mir fällt direkt rein.
00:03:56: Mir fällt direkt ein Männer haben ja generell weniger Scham glaube ich so aus meiner Beobachtung und aus meiner Perspektive.
00:04:03: Vielleicht kannst du da auch gleich noch was zu sagen.
00:04:06: aber bei mir ist das Beispiel keine Ahnung.
00:04:11: Zuhause ist klingelt.
00:04:12: Ich bin nicht darauf vorbereitet direkt außen Bett wo ich lege Haare und dann schäme mich wenn die Leuten so aufmachen dann werde ich vielleicht auch ein bisschen rot.
00:04:23: und ja, wir kennen das ja oder du hast es ja auch schon erlebt.
00:04:27: Es klingelt und so mit ganz hektisch nach der Kappe gesucht weil die Haaren so wuschelig sind.
00:04:32: Und dabei gehst du nur in die Sprechanlage?
00:04:35: Also niemand sieht dich wirklich, aber er könnte.
00:04:39: Oder den Müll runterbringen im Schlafklamotten oder sonst was...ne, das geht nicht!
00:04:44: Ich habe sie letzt einmal geschafft.
00:04:45: Oder hat mich keiner gesehen?
00:04:47: Okay, an der Stelle muss man vielleicht erklären was deine Schlafklamotten sind.
00:04:50: Also sie sind ein stinknormales T-Shirt und irgendwie kurze Hose.
00:04:54: Kein typischer erkennbarer Schlafanzug!
00:04:59: Es ist kein Benjamin Blümchenwondensinn oder sowas.
00:05:04: Nein, das stimmt.
00:05:04: also ich sehe relativ normal aus aber ich schiebe mich dann trotzdem irgendwie... Ich würde es vielleicht, vielleicht connecte ich's auch zu meiner Eitelheit, das kann auch sein.
00:05:12: Warst du das Eitel?
00:05:13: Nein Aber Scham steckt da auch mit drin,
00:05:20: ganz sicher.
00:05:21: Was mir dazu direkt einfällt ist dass ich darf bei der Scham ja scheinbar viel im eigenen Kopf abspielt.
00:05:31: also das Beispiel was du jetzt gebracht hast mit Gott die Frisur, die Klamotten wenn jemand mich so sieht Und dabei hast du ja wahrscheinlich nie die Rückmeldung bekommen, dass irgendwie ein Postbote mal gesagt hätte.
00:05:47: Wie sehen sie denn aus?
00:05:48: Wie sehen Sie denn
00:05:49: aus?!
00:05:49: Ihnen gebe ich das Paket nicht so wie die aussehen!
00:05:54: Sie sind doch einen da hergelaufen...
00:05:55: Ja, es scheint mal ehrlich, also schlimmster Fall.
00:05:58: Jemand denkt sich, oh wow, der ist gerade aus dem Bett gefallen.
00:06:03: Ich würde mal behaupten, in wahrscheinlich nahezu hundert Prozent interessiert es einfach niemand.
00:06:09: Nein
00:06:09: natürlich nicht!
00:06:09: Das ist ja der eigene...
00:06:10: Deswegen also schon sehr stark im eigenen Kopf verankert?
00:06:14: Ja auf jeden Fall.
00:06:16: und weil du gerade gesagt hast Männer empfinden weniger Scham.
00:06:20: ich glaube tatsächlich dass Frauen Scham vielleicht häufiger erleben durch durch den Druck, den sie auch gesellschaftlich empfinden und in allen Lebensbereichen irgendwie perfekt zu sein.
00:06:36: Ja ich denke jetzt an berufstätige Mütter, die wollen eine gute Mutter sein für das Kind da sein, gleichzeitig eine tolle E-Frau sein, gleichzeitig aber auch im Job abliefern, Karriere machen.
00:06:51: also erlastet ja auch ein unheimlicher Druck, weshalb Frauen vielleicht schneller ein Schamgefühl haben, wenn man irgendwas nicht so rund läuft.
00:07:01: Es ist aber auch mit der Erziehung oder?
00:07:05: Dass Mädchen
00:07:07: und
00:07:07: Jungen an das erzogen werden... Bestimmt!
00:07:11: So mein Eindruck.
00:07:13: Und klar also Männer erleben Scham dann wahrscheinlich eher wenn sie vermeintlich Schwäche zeigen oder dann auch als schwach wahrgenommen werden.
00:07:27: Ja, auf jeden Fall.
00:07:29: Oder auch... Also es sagt ja mit als Mann kommst du glaub ich tendenziell weniger mit Charme in Verbindung weil wenn das entsteht vielleicht auch eher mit Kumpels und wenn sie als Schwach wahrgenommen werden oder wenn's halt auch um Verletzlichkeit geht mit körperlicher Verletzlichkeit oder dann auch Vergesslichkeit.
00:07:49: Deswegen gehen Männer vielleicht auch nicht so gern zum Arzt.
00:07:52: Und deswegen man blockt das weg als Mann von dem Was ich sehe und was ich wahrnehme.
00:07:59: Und deswegen kommt man damit mit Charme einfach nicht in Berührung oder seltenen im Berührungen.
00:08:04: Weil du jetzt gerade sagst, Männer empfinden weniger Charme.
00:08:06: also vor ein paar Wochen war es ja hier richtig heiß... ...und ich wundere mich immer wie viele nicht so ansehnliche Männer mit freim Oberkörper rumlaufen oder das Hemd komplett offen stehen haben mit scheinbar keinen Scham-Gefühl haben, dass irgendjemand... naja.
00:08:29: Vielleicht denkt es nicht so vorzeigbar?
00:08:33: Es sieht zumindest zur Aussage, das hätten sie keine Scham.
00:08:35: Also Body Positivity as its best!
00:08:39: Ja Hochzehn auf jeden Fall.
00:08:41: Also es sieht zur Aussag, das hätte keine Schamen vielleicht, die sind einfach nur warm.
00:08:43: aber ja du hast wahrscheinlich geht's in die Richtung wie du sagst.
00:08:46: Ja
00:08:47: ich glaube, die denken da gar nicht groß drüber nach und das ist ja die Abwesenheit von Scham Und dazu auch ein gutes Beispiel.
00:08:56: Weil dieses Schamgefühl, das kann man wohl vielleicht nicht wegtrainieren aber zumindest trainieren dass es weniger ist weil man macht sich ja irgendwie abhängig von Fremdbewertungen oder vermeintlichen Fremdbewertungen.
00:09:16: Das haben wir ja gerade schon gesagt, also eigentlich spielt sich das meiste im Kopf ab.
00:09:20: Dass man denkt ohja was sollen die Leute denken wie ich rumlaufe oder irgendwas?
00:09:26: Genau und da hat ein Psychotherapeut da so eine Übung vorgeschlagen dass man einfach wenn man jetzt hier durch die Straße geht keine Ahnung ob am Weg zum Supermarkt oder so einfach mal alle zehn Meter hoch springen.
00:09:45: Also es klingt natürlich absurd und das ist auch, aber genau das ist halt der Punkt.
00:09:50: Natürlich werden da Leute gucken was ist mit dem los oder mit der los?
00:09:58: Ja vielleicht werden sie auch drüber lachen oder keine Ahnung tuscheln oder so oder dann auch anderen davon erzählen.
00:10:05: stellt ihr vor was ich heute gesehen habe ja eigentlich macht's ja auch überhaupt nichts.
00:10:11: Also ich mach mich halt frei von, was irgendwelche Leute die an mir vorbeilaufen, die ich vielleicht nie wieder seht oder gar nicht bewusst wahrnehme.
00:10:19: Was sie denken könnten und damit kann man das wohl trainieren?
00:10:26: Ich hab's noch nicht getestet!
00:10:27: Das können wir später mal machen.
00:10:30: Okay du kannst gerne rumhüpfen und ich laufe nur über dir.
00:10:33: Du hast
00:10:33: dann in eine andere Richtung, ich kenne die Frau nicht.
00:10:35: Ja, ich lauf
00:10:36: einfach zehn Meter von dir weg.
00:10:42: Also was mir dazu noch einfällt, das finde ich gut.
00:10:45: Dass einfach dann versuchen, einfach das Umfeld von sich abzugrenzen oder zu sagen ist mir egal.
00:10:53: Diese Egalhaltung, das hilft glaube ich.
00:10:56: Manchmal ist es ja auch... Oder ich habe mich als Kind auch geschämt, einem der Menschen anzusprechen und so.
00:11:01: Ich kann auch nicht sagen genau warum aber ich war da sehr zurückhaltend bzw.
00:11:07: hab andere vorgeschickt.
00:11:10: Und da kann auch gut helfen, glaube ich einfach wirklich mal mit wildfremden Menschen ins Gespräch zu kommen oder versuchen in das Gespräch zukommen und ansprechen.
00:11:18: Es ist auch super schwierig!
00:11:21: Da merke ich immer je länger man das macht oder je öfter man es macht dass du weniger... Ich weiß nicht ob's Scham ist oder Hindernisse hürde hat man dann auch mit Menschen ins gespräch zu kommt.
00:11:32: Das fällt ihm dann auch immer leichter.
00:11:34: So kann man glaub ich auch Scham ablegen.
00:11:37: Und der positive Effekt glaube Wenn man es rumdreht, hat Scham nicht auch einen Schutzeffekt habe ich kurz als Frage in meinem Kopf gehabt.
00:11:48: Mir aber nicht sicher.
00:11:51: Kann das einem schützenden Effekt haben auf ein Selbst?
00:11:53: Auf andere?
00:11:55: Naja ist ja erstmal meistens eine Situation die einem irgendwie unangenehm sind wo man vielleicht auch zumindest selber glaubt was falsch gemacht zu haben.
00:12:12: Und naja, das ist eher eine Frage von der Fehlerkultur.
00:12:18: Es ist Fehlerkultur?
00:12:20: Ja ich denke es hat damit zu tun zumindest und weil ich schäme mich wenn ich was...wenn ich nicht abgeliefert habe um auf das Beispiel vom Anfang zurückzukommen ein gewisses Schamgefühl.
00:12:33: hey auf die Folge hätte ich mich gerne besser vorbereitet meine Anspruch Und jetzt habe ich den Faden verloren.
00:12:42: Schon wieder!
00:12:44: Ich
00:12:46: schäme mich nicht dafür, das passiert mir ja öfter.
00:12:49: Nein die Schutzfunktion,
00:12:50: aber ich glaube du hast auch
00:12:51: eine Schutzfunksion?
00:12:51: Ja genau, danke.
00:12:54: Nee weiß ich nicht ob das eine Schutzfunktion ist vielleicht im Sinne von je nachdem was die Fehlerkultur ist dass man eben Jetzt sagt, ich hab das und das gemacht.
00:13:06: Erzählt nicht sein Podcast zu höhereInnen.
00:13:10: Ich war nicht gut vorbereitet.
00:13:13: Ja insofern vielleicht eine kleine Schutzfunktion.
00:13:21: Ich glaube eher es ist so was man versucht halt etwas zu verstecken.
00:13:25: Mein Gedankengang geht gerade in Richtung von gesellschaftlichen Normen wie man dass wenn man einen Charme hat Dann sind wir auch wieder bei Erziehung groß werden, in gewisse Schamsachen vielleicht mit anerzogen werden.
00:13:40: Dass man dann auf gesellschaftlichen Normen keine Ahnung mal beleidigt kann.
00:13:44: Also wenn du keine Scham hast andere Leute zu beleidigen wie gehen wir damit miteinander um?
00:13:49: Wenn jeder sich beschimpft oder so das ist vielleicht auch weiter geholt aber das stellt mir gerade einfach dazu ein.
00:13:55: Ich glaube dass verschiebt sich auch total.
00:13:57: also wenn du mal zurück denkst Weiß ich nicht, unsere Großeltern zum Beispiel haben sich vielleicht eher geschämt freizügige Kleidung anzuziehen.
00:14:14: Während das heute normaler ist?
00:14:18: Ja klar also gerade in den Sechziger mit der Mode und Freizügigkeit oder auch mir fällt da gerade ein dass es früher ja auch das Wort geil an sich mit was ganz anderem verbunden wurde als heute.
00:14:34: Heute ist es mir so, ich freu mich so.
00:14:35: wie geil ist das denn?
00:14:37: Und früher war das kein Tabu-Wort, so will ich nicht einordnen aber auch schwierig.
00:14:43: Eher ein sexualisiertes Wort.
00:14:44: Genau,
00:14:44: eher sexualisiert gelesen ja.
00:14:47: Ja stimmt und ich glaube in dem Moment also ähnlich wie dieses Verschieben was wir gerade beschrieben haben ist halt wenn ich mich dann doch trau durch dieses Gefühl zu überwinden Also jetzt eben zu erzählen.
00:15:01: Nach der letzten Folge habe ich mich ein bisschen geschämt, damit merke ich halt schon dass es leichter wird weil ganz oft trifft man ja auch auf Verständnis also das Leute empathisch drauf reagieren und sagen oh ich hatte mal eine ähnliche Situation.
00:15:18: oder ach echt ist mir gar nicht aufgefallen.
00:15:22: oder so war das Ganze irgendwie dann nochmal neu einordnet Was es für mich dann ja auch wieder leichter macht, davon loszulassen.
00:15:32: Und indem ich teile wird's vielleicht doch kleiner.
00:15:38: Kann noch größer werden wenn die Leute nicht empathisch darauf reagieren oder?
00:15:43: Wahrscheinlich schon.
00:15:44: Wahrscheinlich
00:15:44: ja!
00:15:45: Die Fälle gibt´s auch.
00:15:46: aber dann sind wir wieder bei Angst vor so was haben.
00:15:50: Ich glaube
00:15:50: jetzt einfach mal an das Gute im Menschen.
00:15:52: Ja
00:15:52: da glaub' ich auch dran voll.
00:15:56: Ja hast du noch andere Beispiele.
00:15:58: Ich finde immer, also auch gerade in der deutschen Gesellschaft ist ja natürlich auch Geld immer schambehaftet.
00:16:04: Wie viel für die DER?
00:16:05: Vielleicht doch Misskunst und deswegen spricht man glaube ich nicht so drüber.
00:16:10: Es hat was mit Scham zu tun oder nicht mehr mit einer Art soziale Einordnung?
00:16:17: Oh das ist eine gute Frage!
00:16:19: Wenn du mich so fragst, dann fühlt sich die sozialen Einordnungen größer an gerade als ein Schamgefühl.
00:16:28: Bei mir resoniert es gerade nicht.
00:16:29: Ich denke eher, dass das damit was zu tun hat.
00:16:34: Also vielleicht Scham im Sinne von okay wenn ich denke in der Runde, in der ich mich befinde, wenn die mit dem geringsten Einkommen dann ja möchte ich das vielleicht nicht teilen aus Scham.
00:16:49: Jemand weiß sich nicht hält mich für irgendwas?
00:16:55: Ja Bei mir ploppt dann im Kopf noch mal auf, dass in der Glaubetzeit über Geld spricht man nicht.
00:17:02: Und das fühle ich nicht in so einem Status, sondern eher so unter dem Deckmeindel bremmen oder auch, wenn man sich schämt... Also Beispiel!
00:17:14: Wie wird in Amerika über Geld gesprochen?
00:17:17: Da werden Leute wie ich es wahrnehme als als strebenswert, bewundernswert wahrgenommen.
00:17:27: Wenn du in Deutschland über Geld sprichst dann ist eher so.
00:17:31: also wenn du mehr Geld hast oder auch viel gearbeitet dafür hast dann ist es eher aus meiner Sicht ja also Misskunst und deswegen schämen sich die Leute vielleicht drüber zu reden.
00:17:43: Okay ich habe da gerade eben aus einer anderen Richtung nochmal drauf rum gedacht nämlich im Sinne von Schämen weil ich vielleicht einen gewissen Status nicht erreichen kann.
00:17:55: Also zum Beispiel in der Schule alle Kids tragen, keine Ahnung was gerade drin ist, Leikschuhe.
00:18:05: Aber es sind auch Kinder dabei.
00:18:09: die haben vielleicht also da können sich die Eltern grade nicht leisten irgendwie ein paar Tore und Schuhe für zweieinhalb Euro.
00:18:15: Ich schmeiß jetzt mit bei meinen Raum zu kaufen die dann auch in einem halben Jahr nicht mehr passen oder so.
00:18:22: Sehr guter Punkt ja!
00:18:24: Dann ist, glaube ich eher das Schamgefühl im Sinne von wir können uns das nicht leisten.
00:18:29: Aber ich glaube nicht dass es direkt mit Geld connectet ist sondern mehr mit Status.
00:18:38: Das Beispiel was du bringst, das resoniert auch vielmehr auf jeden Fall.
00:18:42: Das fühle ich...
00:18:43: Ob jetzt umgekehrt reiche Leute so große Scham empfinden ihren Reichtum zu zeigen weiß ich nicht.
00:18:52: Weil, also da ist es ja auch immer die Frage was mache ich mit meinem zu viel Geld?
00:18:58: Ja.
00:18:59: Das spielt zusammen.
00:19:00: Ich kann ja reich sein und das sinnvoll für andere Spendenstiftungen investieren irgendwas oder ich kaufe mir halt das fünfte Auto davon.
00:19:14: Richtig!
00:19:14: Das ist ein guter Punkt.
00:19:18: Dann habe ich noch den Punkt Wissen dass man sich schämen könnte.
00:19:24: Ich weiß nicht so viel darüber, dann dreh' ich's nicht so gern
00:19:27: drüber.
00:19:28: Aktuelle Themen sind vielleicht KI-Nutzung wo halt ein Riesenthema ist was ganz schnell voranschreitet.
00:19:34: Du meinst also wenn man das Gefühl hat ah...ich bin da zu weit weg oder ich habe einen Thema von dem ich gar keine Ahnung hab aber alle reden drüber?
00:19:42: Genau ich kenn mich damit nicht aus.
00:19:44: Also schäme ich mich lieber und sag lieber da kann nichts dazu.
00:19:46: und schweige liebe in der Wunde Das ist glaube ich auch noch ein Thema, was ich da reinpacken würde.
00:19:52: Und das ist ja auch wieder etwas, was sich im Kopf abspielt?
00:19:56: Die anderen könnten mich für dumm halten weil ich darüber nichts weiß und eigentlich es ist eine verpasste Chance, ne?
00:20:04: Weil in dem Moment wo ich merke oh die haben hier alle voll die Ahnung nicht, könnte ich ja auch neugierig Fragen stellen und zum Beispiel sagen wie hast denn du das alles gelernt?
00:20:17: Und kriegst vielleicht den heißen Tipp für irgendeinen Kurs oder irgendeine Art von Netzwerk, Austausch wo du dich eben weiterbilden kannst.
00:20:29: Ja auf jeden Fall!
00:20:32: Ja wow das waren schon wieder viele Facetten zum Thema Scham und die großen Themen.
00:20:43: da sind wir gar nicht dran gegangen.
00:20:46: Ich möchte es aber trotzdem nicht unerwähnt lassen.
00:20:49: Als wir drüber gesprochen haben, das Thema Scham zum Thema unserer heutigen Folge zu machen habe ich direkt an Giselle Peleko gedacht mit dem Satz Die Scham muss die Seite wechseln und ich hab's mir auch notiert.
00:21:06: also heute bin ich besser vorbereitet Aber tatsächlich gehts.
00:21:12: in dem Fall kommt das Wort in ihrem Satz vor.
00:21:18: Aber das Thema ist eigentlich ein ganz anderes und das fände ich, glaube ich schon fast anmaßend, dass es in zwanzig Minuten Podcast irgendwie beleuchten zu wollen.
00:21:30: Das ist mir zu groß!
00:21:32: Ja, super!
00:21:33: Und zu belastend auch.
00:21:36: Ja, zu groß, zu belASTend aber auch ein wichtiger Aspekt, ne?
00:21:39: Dass es auch als Waffe eingesetzt werden kann – das Thema Charme
00:21:45: Stimmt,
00:21:45: insbesondere
00:21:47: im Kontext von sexualisierter Gewalt.
00:21:52: Ist es durchaus ein Mittel was Täter nutzen um ihre Opfer zum Schweigen zu bringen?
00:22:00: Was ist denn so dein Fazit aus dieser Folge?
00:22:03: Mein Fazit wundert ich nicht.
00:22:06: wenn wir das nächste mal rausgehen und die Springen anziehen wieder hoch!
00:22:11: Dann weiß ich genau du arbeitest an deiner... Deine Resilienz gegenüber Scham.
00:22:16: Ja,
00:22:17: genau!
00:22:19: Was nimmst du aus der heutigen Folge mit?
00:22:21: Du hast gerade gesagt vielfältiges Thema.
00:22:23: es gibt Unterschiede zu Scham bei Männern und bei Frauen und es bietet auch wieder eine sehr große Chance in Situationen das zu bewinden.
00:22:35: nur wie ich eignene mir Wissen an Ich komme mit Menschen ins Gespräch.
00:22:42: Ja, das Gefühl oder dieses Schamgefühl hindert einen selbst sehr am Leben teilzunehmen.
00:22:48: Oder kann einen hindern am Leben zu nehmen.
00:22:50: Das finde ich eine sehr wichtige Erkenntnis und aber ich kriege noch nicht so ein ganz klaren Grip an dieses Thema weil es auch mich als man vielleicht auch noch nicht oft betroffen hat oder betrifft.
00:23:03: Das ist auch mein Fazit.
00:23:05: Naja, du kannst ja jetzt mal üben dem Postboten ohne Kappe mit wilder Frisur die Tür aufzumachen.
00:23:12: Mindestens
00:23:12: und mitten im zerrissen T-Shirt.
00:23:15: Musste mein gleiche übertreiben!
00:23:17: Ich hätte noch andere Sachen sagen können.
00:23:21: Ja vielen Dank fürs Zuhören.
00:23:22: das war Coffee Chaos Clarity euer Podcast bei dem wir beim Kaffee trinken unsere Gedanken sortieren um Klarheit zu finden.
00:23:32: Vielen Dank.
00:23:34: Ciao ciao.
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