#23 - Veränderung: Handeln oder Erstarren?
Shownotes
Kennst du das? Im Meeting wird eine neue Struktur angekündigt. Die eine Person hört darin neue Möglichkeiten, die andere nur: Ich verliere meine Position. Gleiche Nachricht, komplett andere Wahrnehmung.
In dieser Folge sortieren wir unser Gedankenchaos rund um Veränderung. Wir schauen auf den Unterschied zwischen Veränderungen, die wir selbst anstoßen, und denen, die uns einfach passieren. Warum kommen manche sofort ins Handeln, während andere erstarren? Was hat unser Gehirn damit zu tun, und warum gratulieren wir Menschen, die sich für nicht resilient halten? Außerdem fragen wir uns, warum wir mit schwierigen Veränderungen so oft allein bleiben, obwohl es anderen gerade genauso geht.
Und dann ist da noch der Punkt, der am Ende offen bleibt: Ist „einfach mal laufen lassen“ eine legitime Entscheidung oder nur der bequemste Weg?
Transkript anzeigen
Silvi: Willkommen zur neuen Folge von Coffee Chaos Clarity, eurem Podcast,
Silvi: bei dem wir beim Kaffee trinken versuchen, unser Gedankenchaos zu sortieren und Klarheit zu finden.
Silvi: Timo, was ist unser Thema heute?
Timo: Heute geht es um Veränderungen. Und zwar, ja.
Silvi: Was steht an?
Timo: Was steht an? Nix. Ich weiß es nicht. Ich ziehe aus. Nein, ich ziehe nicht aus.
Timo: Genau, man sieht ja, wenn man rundherum guckt, es passiert sehr viel Veränderung
Timo: in der Welt und um einen rum, so gefühlt.
Timo: Und deswegen haben wir gesagt, schieben wir mal heute das Thema Veränderung rein.
Silvi: Wir reden also über die großen Veränderungen.
Timo: So große als auch kleine. Und ich würde hier einfach mal mit einer Frage starten.
Timo: Was bedeutet für dich Veränderung?
Silvi: Ja, ich hätte jetzt direkt zurückgefragt, wenn du sagst, viele Veränderungen
Silvi: in der Welt, dann geht es ja,
Silvi: primär um Veränderungen, die man nicht selber anstößt, weil das ist schon mal
Silvi: die erste Unterscheidung für mich, Veränderungen, die ich initiiere oder die
Silvi: mir sozusagen passieren,
Silvi: weil dementsprechend habe ich ja einen ganz unterschiedlichen Einflussbereich.
Timo: Hast du ein Beispiel für beide Fälle?
Silvi: Ja.
Silvi: Eine Veränderung, die passiert, sind zum Beispiel Wahlen.
Silvi: Also jetzt egal, ob auf kommunaler Ebene oder auf Bundesebene,
Silvi: es gibt eine Wahl, ich kann natürlich wählen gehen, ich habe aber eine Stimme.
Silvi: Ich kann mich auch aktiv irgendwie engagieren.
Silvi: Trotzdem habe ich eher einen geringeren Einflussbereich, weil es einfach um die Summe geht.
Silvi: Und was dann letztendlich, was auch immer sich für eine Regierung bildet,
Silvi: was die dann in ihrer Regierungszeit machen,
Silvi: ist auch eher was, was vielleicht einen Impact auf mich hat,
Silvi: wo ich aber während dieser Zeit selbst eher einen geringeren Einflussbereich
Silvi: habe. Das wäre für mich was, was von außen kommt.
Timo: Aha, okay.
Silvi: Könnte auch zum Beispiel im Unternehmen sein, dass der Arbeitgeber sagt,
Silvi: hier Stellenabbau oder Projekt läuft aus, wir haben aber gerade nichts Neues für euch.
Timo: Unternehmen wird verkauft.
Silvi: Genau, solche Sachen. Während eine Veränderung, die ich selber initiiere,
Silvi: das kann ja sein, ich will eine komplett neue Frisur.
Silvi: Ich streiche die Wohnung, vielleicht auch ich wandere aus, um es ein bisschen größer zu machen.
Silvi: Also alles sozusagen,
Silvi: einschneidende Entscheidungen. Also auch die neue Frisur kann,
Silvi: je nachdem, wie groß der Unterschied ist, was Einschneidendes sein,
Silvi: die ich aber auf jeden Fall selber initiiere und demnach ja auch schon eine
Silvi: Vorstellung davon habe, wie es in oder nach der Veränderung aussieht.
Silvi: Und das habe ich halt bei den von außen initiierten eher nicht.
Timo: Das ist doch schon mal ein erster guter Punkt. Es gibt von außen Veränderungen
Timo: oder es gibt von innen von einem Selbst Veränderungen. Finde ich gut.
Timo: Wenn ich mir die Frage selbst stellen würde, ist mir direkt ein Wort eingefallen, ist es Chance.
Timo: Veränderung bedeutet immer Chance für mich.
Timo: Weil, ne, also ich meine, den Spruch kennen wir auch.
Timo: Ich weiß nicht, ob ich es genau zusammenkriege. Believe in change is the only
Timo: constant. Also Veränderung.
Silvi: Invest in change.
Timo: Ja, invest in change. Dankeschön. Invest in change is the only constant.
Timo: Und das steuert da glaube ich total dran.
Silvi: Ja, Veränderung passiert halt immer.
Timo: Genau, Veränderung passiert immer, auch wenn es uns nicht so vorkommt in unserer
Timo: vermeintlich sicheren und komfortablen Welt, aber die Veränderung passiert stetig.
Timo: Vielleicht auch in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, das kann man auch mal
Timo: festhalten, dass das auch passieren kann.
Silvi: Ja, und eine zweite Unterscheidung für mich wäre, wie gehe ich selber damit um?
Silvi: Jetzt mal unabhängig davon, oder bleiben wir vielleicht mal bei den Veränderungen,
Silvi: die sozusagen passieren, die von außen kommen, die ich nicht selber initiiere.
Silvi: Ja, dann kommt es halt darauf an, sehe ich das als Chance und gucke drauf,
Silvi: ah ja, okay, was ist sozusagen mein Hebel, was kann ich daraus machen?
Silvi: Oder bringt mich das eher vielleicht in so eine Art Schockzustand und ich fühle mich hilflos.
Silvi: Also es sind auch so die zwei Gegenpole, ob ich da ins Handeln komme oder eher ins Erstarren.
Timo: Und was ich interessant finde, wo kommt das her? Warum verhalte ich mich in
Timo: manchen Situationen so, wie du es gerade beschrieben hast? mache ich eher zu, bin nicht offen.
Silvi: Ohne jetzt wissenschaftliche Grundlagen dafür zu haben. Ich glaube,
Silvi: es ist zum einen halt eine Typfrage, zum anderen aber auch, also bei Typfrage
Silvi: denke ich jetzt so an Growth Mindset versus Fixed Mindset.
Silvi: Growth Mindset ist halt neugierig, will wachsen und immer was Neues,
Silvi: während ein Fixed Mindset sagt, ja nee, so wie es ist, ist gut,
Silvi: ich brauche da, können wir so weitermachen.
Timo: Was ich da auch wichtig finde, ist nochmal zu sagen, es ist beides in Ordnung.
Silvi: Ja, natürlich.
Timo: Wo man sich auch, es wird ja dann auch, du musst mehr Growth Mindset haben und
Timo: entwickeln. Nee, muss man nicht, wenn man sich damit nicht wohlfühlt.
Timo: Man kann auch 30 Jahre Excel-Listen schieben, wenn man da Bock drauf hat und
Timo: es einem Spaß macht. Why not?
Silvi: Ich glaube, es ist auch eine Frage von bisherigen Erfahrungen.
Silvi: Wenn du bisher wenig in Veränderungssituationen warst.
Silvi: Ja nehmen wir mal das Beispiel Urlaub, wenn du seit 20 Jahren immer in den gleichen
Silvi: Ort fährst, immer die gleiche Ferienwohnung oder das gleiche Hotel hast,
Silvi: ja was auch immer, die Leute da kennst und so, dann hat es ja vielleicht auch
Silvi: ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit.
Silvi: Und ähm,
Silvi: Es ist immer ähnlich, sag ich mal, weil du die gleichen Leute triffst,
Silvi: das gleiche Setting hast und so weiter.
Silvi: Wenn du jedes Jahr woanders hinfährst oder vielleicht sogar einfach nur deinen
Silvi: Rucksack packst und noch gar keinen Plan hast, wo es dich hinzieht.
Silvi: Dann hast du mehr solche Situationen, auf die du reagieren musst und das lernt man halt.
Silvi: Und was mir in dem Zusammenhang auch eingefallen ist, ist, dass das Gehirn ja eine faule Sau ist.
Silvi: Ja, also dass es damit vielleicht auch zusammenhängt. Das Gehirn versucht immer
Silvi: so wenig wie möglich Energie zu verbrauchen. Es kennt Muster und wenn es jetzt
Silvi: halt dran gewöhnt ist, dass sich Muster ändern, dann verbrauchst du dafür ja
Silvi: auch nicht so viel Energie.
Silvi: Und deswegen geht man vielleicht leichter mit Veränderungen um.
Silvi: Während jemand, der das noch nicht so gelernt hat, für den kostet es viel mehr Energie.
Silvi: Und das ist vielleicht auch dieser Erschöpfungszustand, den man so spürt mit
Silvi: allem, was gerade so los ist.
Silvi: Es sind viele Veränderungen von
Silvi: außen mit einer hohen Komplexität und irgendwie fühlt es sich so müde an.
Timo: Weil die auch zeitliche Abfolge so schnell aufeinander folgen.
Silvi: Genau.
Timo: Ja, voll. Ja, ich finde, ähm,
Timo: Ich frage mich auch immer, warum ich so offen bin für Veränderungen.
Timo: Also es fühlt sich zumindest an, dass ich offen bin.
Timo: Wo ich mir die Frage gerade stelle, denke ich auch nochmal an die andere Frage,
Timo: in welchen Situationen bin ich nicht offen.
Timo: Das weiß ich gerade gar nicht, weil ich das als sehr weites Feld betrachte.
Timo: Ich kann auch Stillstand, das ist auch okay. Mal zwei Wochen auf der Couch liegen, nichts machen.
Timo: Aber irgendwann ist dann so ein Punkt erreicht, wo ich sage,
Timo: hey, ich würde gerne was Neues machen.
Timo: Das fühlt sich dann so an wie, ach ja jetzt, das ist so dieses,
Timo: ich habe das gemeistert, so diesen fachlich oder hey, ich habe mir eine Herausforderung
Timo: gesucht, einen Marathon gelaufen, was kommt als nächstes?
Silvi: Ist das dann so eine innere Unruhe bei dir?
Timo: Gar nicht, aber ich habe Bock auf etwas Neues. Das ist auch so eine Art Veränderungsbereitschaft,
Timo: die ich noch nicht so fassen kann, aber es fühlt sich eher offen für mich an.
Timo: Ist das bei dir ähnlich.
Silvi: Ich glaube ich denke nicht so also ich denke nicht oh ich brauche jetzt mal
Silvi: eine Veränderung oder es fühlt sich langweilig an ja genau das denke ich nicht sondern,
Silvi: ich glaube bei mir ist eher so dass ich also zum einen Veränderungen von außen,
Silvi: dass ich mich immer versuche darauf zu fokussieren wie kann ich das vielleicht für mich gut nutzen,
Silvi: welche Chance liegt da drin für mich was ist mein Einflussbereich und,
Silvi: selbst initiierte Veränderung ich glaube das nehme ich nicht bewusst als Veränderung
Silvi: wahr das habe ich ja selber in der Hand wenn es sich für mich so anfühlt, dass es gerade dran ist,
Silvi: Dann mache ich das und denke nicht, oh, krasse Veränderung.
Timo: Na ja, gut, du hast dich damit ja auch dann schon beschäftigt.
Timo: Das ist ja dann, kommt ja nicht plötzlich.
Silvi: Ja, ich glaube, die Veränderung wird dann eher von außen wahrgenommen.
Silvi: Also zum Beispiel neue Frisur, das sieht ganz anders aus. Und ich denke so, ja, nö, finde ich nicht.
Timo: Ja, okay, wird von außen wahrgenommen, das stimmt wohl.
Silvi: Ja, ist vielleicht dann eher das, was ich gespiegelt bekomme.
Silvi: Weil für mich ist so, ja, gar nicht so wahnsinnig drüber nachgedacht,
Silvi: sondern war jetzt halt dran.
Timo: Hast du dich mit beschäftigt und gedacht, ach ja, ich brauche einen Frisur-Change. Ja.
Timo: Ja, aber dann ist genau, für die anderen kommt es plötzlich dann in dem Moment,
Timo: ne? Die sehen dich und dann, oh, siehst du ganz anders aus.
Silvi: Ja.
Timo: Okay. Mhm, okay. Okay.
Timo: Was mir dann in dem Zusammenhang auch nochmal einfällt, ist Resilienz von Veränderungen.
Timo: Wie kann man sich resilienter machen? Ich finde dann immer,
Timo: diesen Korridor, in dem man sich befindet. Also zeitlich hatten wir schon als
Timo: Thema nicht so viel Veränderung auf einmal, plus auf der anderen Seite nicht
Timo: in diese Langeweile fallen, dass man in der Mitte sich irgendwo aufhält und sich dann stabil fühlt.
Timo: Anzahl an Veränderungen und gleichbleibenden Themen sind konstant.
Silvi: Na, ich glaube halt den Luxus, dass du dir diese Waage schön aussuchen kannst, hast du halt selten.
Timo: Ja, genau. Und wie schaffst du es dann trotzdem, Resilienter dagegen zu sein
Timo: gegen viel Veränderung, wenn du dir auch zum Beispiel gar nicht steuern kannst?
Timo: Das finde ich immer eine spannende Herausforderung.
Silvi: Also bei Resilienz denke ich,
Silvi: dass du resilient nur wirst, indem du Situationen durchläufst.
Silvi: Also es ist ja so ein gewisses Abgehärtetsein oder im Sinne von,
Silvi: das wirft mich jetzt nicht gleich aus der Bahn.
Silvi: Und bei Menschen, die von sich vielleicht sagen, sie sind nicht resilient,
Silvi: denke ich immer, herzlichen Glückwunsch.
Silvi: Also wirklich freut mich riesig für die Person, weil die musste scheinbar noch
Silvi: nicht viel Schlimmes erleben.
Silvi: Weil erst dadurch baut sich halt Resilienz auf.
Timo: Bestimmt.
Silvi: Dass du Situationen hast, die du irgendwie meistern musst oder irgendwie durchkommen musst.
Silvi: Und das macht dich resilienter, weil du in einer zukünftigen vergleichbaren
Silvi: Situation, und sei es nur vergleichbar auf emotionaler Ebene,
Silvi: Und auf diese Erfahrung zurückgreifen kannst. Das ist ja, also das ist das,
Silvi: was ich unter Resilienz verstehe, dass du einfach einen Erfahrungsspeicher hast,
Silvi: auf den du zurückgreifen kannst.
Silvi: Und wenn du viel erlebt hast, dann ist da viel drin und dann macht dich das
Silvi: vielleicht gelassener als Menschen, die das zum ersten Mal erleben.
Silvi: Aber ich denke immer, hey cool, wenn du nicht resilient bist,
Silvi: dann ist ja auch noch nicht viel Schlimmes passiert. Saugut.
Timo: Ja, auf jeden Fall. Und das ist auch schon der erste Punkt.
Timo: Resilienter sein, um Veränderungen gut verarbeiten zu können, ist Erfahrungsschatz.
Timo: Oder vielleicht auch, wenn du vielleicht noch nicht so viel Veränderungen gehabt
Timo: hast, also im Erfahrungsschatz dann zu sagen, okay, kann ich irgendwann mal drauf zurückgreifen.
Timo: Ja, auch wenn es hart ist, gerade auch wenn es sich so richtig abfuckt,
Timo: die Veränderungen, kannst du dann sagen, okay, das werde ich,
Timo: das ist nicht so einfach, das hört sich jetzt einfacher an, als es ist.
Timo: Kann ich später mal drauf zurückgreifen, okay, läuft gerade scheiße,
Timo: aber ich lerne gerade was und dann nehme ich das mit.
Timo: Das ist für mich so ein Punkt, wo ich dann immer sagen kann,
Timo: okay, lasse ich jetzt mal von los, dass ich genervt bin oder dass ich es scheiße
Timo: finde und versuche es gerade so zu nehmen, wie es ist.
Silvi: Ich finde auch wichtig, den Gedanken zu haben, hey, ich bin nicht allein.
Silvi: Also, dass es immer Menschen gibt, die haben schon mal was ähnliches erlebt.
Silvi: Oder die sind gerade jetzt, also wenn wir wieder auf das Beispiel von Unternehmen
Silvi: zurückkommen, Stellenabbau, dann betrifft es ja mehrere Menschen.
Silvi: Also könnten die sich eigentlich miteinander austauschen? Hey, wie gehst du damit um?
Silvi: Ja, keine Ahnung, wollen wir zusammen Bewerbungscoaching machen? Irgendwas.
Silvi: Also auch da wieder mehr so in das Handeln zu kommen, anstatt sich zurückzuziehen
Silvi: und zu isolieren, weil dadurch passiert halt gar nichts, außer dass du selber
Silvi: eigentlich die Tür zumachst.
Timo: Das ist der zweite Punkt. Andere Leute unterliegen auch Veränderungen.
Timo: Und gemeinsam kann man das einfach besser durchstehen oder auch mal fragen, wie erlebst du das denn?
Silvi: Genau, also es ist nicht eine Challenge im Sinne von, wer ist hier,
Silvi: wer geht besser und wer geht schlechter damit um und bei wem hat das den schlimmeren Impact,
Silvi: sondern es geht einfach darum, sich auszutauschen und da auch Erfahrungen zu teilen.
Silvi: Ich glaube, das hilft ungemein, egal bei welcher Art von Veränderung,
Silvi: dass man dann nicht das mit sich alleine ausmacht.
Timo: Es ist manchmal gar nicht so einfach auch, dann da den Raum zu öffnen und zu
Timo: sagen, wie fühlt sich das? Also ich erlebe das immer seltener,
Timo: dass die Leute sich dann gegenseitig miteinander zusammenschließen und fragen, wie geht es dir dabei?
Silvi: Es wird ja aus gesellschaftlicher Sicht auch eher so als Schwäche abgetan. Wenn dir jemand sagt,
Silvi: mit der und der Situation tue ich mir echt schwer, mir ist zum Heulen,
Silvi: dann kann es dir passieren, dass jemand dich für schwach hält.
Silvi: Und es kann dir auch passieren, dass dein Gegenüber erstmal überfordert ist
Silvi: mit so einer Aussage, weil wir sind ja so dran gewöhnt, auf dieses,
Silvi: hey, wie geht's, ja, ja, gut, ja, passt schon.
Silvi: Also das Schlechteste, was man so hört im Smalltalk ist, ja, geht so.
Silvi: Aber wenn wirklich mal jemand sagt boah mir geht es richtig mies weil das und
Silvi: das dann ist ja eher so wow darauf habe ich jetzt nicht vorbereitet,
Silvi: und klar hängt immer davon ab in welcher Beziehung steht man zueinander wie
Silvi: ist die Situation und so weiter,
Silvi: ja aber ist definitiv nicht die typische Situation da ganz offen mit mit umzugehen.
Timo: Ja, guter Punkt.
Silvi: Und gerade im beruflichen Kontext ist das immer noch, also ich glaube,
Silvi: es ist besser geworden, aber es ist ja immer noch häufig so,
Silvi: Gefühle haben auf der Arbeit nichts zu suchen und,
Silvi: alles geht nur um Performance, nächste Karrierestufe. Da sagst du natürlich
Silvi: nicht, oh scheiße, ich fühle mich so gestresst, ich habe Schlafstörungen, irgendwas in der Art.
Timo: Ja, der menschliche Aspekt bleibt oft auf der Strecke, was eigentlich voll blöd
Timo: ist, weil man ist ja auch Mensch auf der Arbeit, egal ob man privat ist.
Silvi: Ja, natürlich und ganz oft spielt sich das ja hauptsächlich im eigenen Kopf
Silvi: ab, dass man denkt, ah ja, nee, das kann ich nicht sagen, sonst denken die das und das.
Silvi: Ja, aber am Ende weißt du doch gar nicht, was jemand anders denkt und letztendlich
Silvi: machst du dich davon abhängig, was du denkst, was andere denken könnten.
Silvi: Und handelst danach. Das ist eigentlich total absurd.
Timo: Ja, aber das sind so die Muster, in die man reinfällt. Ja. Ja.
Timo: Ja, was machst du, wenn dir so ein Change von außen überhaupt nicht gefällt?
Timo: Ist dann auch mal einfach aus
Timo: mir scheißegal. Hilft das auch als Punkt zur Resilienz? Was glaubst du?
Silvi: Ähm...
Silvi: Nee, ich denke, du musst halt handeln. Vielleicht nicht sofort,
Silvi: weil das lässt dich ja nicht aufhalten.
Silvi: Dadurch, dass du gar nichts machst, passiert die Änderung trotzdem.
Timo: Ja, aber das kann ja auch sein, dass du dann sagst, okay, das entspannt mich
Timo: jetzt, wenn ich nichts machen muss und dann kommt es halt irgendwann,
Timo: ich beschäftige mich damit.
Silvi: Ja gut, dann bist du aber halt komplett, wenn überhaupt, reaktiv unterwegs.
Silvi: Also hast du halt gar keine, du nutzt nicht die Chance, irgendeine Art von Steuerung,
Silvi: für dich selbst mit reinzunehmen.
Timo: Dann ist man ja aber wieder, was für ein Typ Mensch bin ich.
Timo: Wenn das für mich okay ist, reaktiv zu sein und sich nicht da so die Energie raufzusetzen, why not.
Silvi: Ich glaube, dass das ganz oft keine aktive Entscheidung ist.
Silvi: Und das ist eher der Punkt. Also natürlich ist es okay zu sagen,
Silvi: ja komm, ich lasse das jetzt laufen, mal gucken, was passiert.
Silvi: Ich habe gerade zu viele andere Themen, ich kann mich darum gerade nicht kümmern. Fairpoint.
Silvi: Aber das wäre ja eine aktive Entscheidung, zu sagen, ich lasse das laufen.
Silvi: Vielleicht auch der Gedanke von, was passiert denn im schlimmsten Fall und so weiter.
Silvi: Vielleicht auch der Gedanke, hey, was wäre denn so ein kleiner Schritt, den ich machen könnte.
Silvi: Also wieder zurück zum Beispiel Stellenabbau.
Silvi: Ich muss ja nicht sofort einen neuen Job finden, wenn das gerade noch gar nicht der Fall ist.
Silvi: Aber vielleicht bereite ich schon mal meinen Lebenslauf vor.
Silvi: Ich setze mich damit schon mal ein bisschen auseinander. Ja,
Silvi: das wäre ja schon mal so ein erster kleiner Schritt. Da hast du noch keine Bewerbung
Silvi: geschrieben, noch kein Gespräch gehabt, noch gar nichts.
Silvi: Also nicht so, dass es zwischen 0 und 100 gibt es halt ganz viel.
Silvi: Und ich glaube auch das hilft, wenn ich zumindest mal so einen kleinen Step in eine Richtung mache.
Silvi: Dann wird halt der Rest einfach kleiner. Und du hast nicht mehr so diesen riesen Brocken vor dir.
Timo: Und ich glaube, das Zahlt hat dann auch einfach darauf ein, resilienter ein
Timo: bisschen, dass die Veränderung für sich ein bisschen besser verarbeitbar ist.
Timo: Ich habe für mich einen positiven kleinen Schritt gemacht. Benutzt halt die Zeit.
Timo: Sie wie aufbereitet, whatever. Und fühlt sich gut, ich habe was gemacht,
Timo: war produktiv und kann einem auch helfen, auf jeden Fall. Gerade für Entscheidungen,
Timo: die man nicht beeinflussen kann oder wo man wenig Einfluss drauf hat,
Timo: so wie du gesagt hast. Ja, ist richtig.
Silvi: Ja, bei das, was du gerade gesagt hast, man lässt es halt einfach laufen.
Silvi: Ich glaube, das ist selten eine aktive Entscheidung. Und das sehe ich halt kritisch,
Silvi: weil das aus meiner Sicht auch der Aspekt ist, der dann zu dieser gefühlten Hilflosigkeit führt.
Silvi: Eben weil ich keine aktive Entscheidung getroffen habe, sondern eher so in diesem,
Silvi: in diesem Muster bin, ich bin handlungsunfähig, weil es hat ja jetzt jemand
Silvi: anders entschieden, ich kann ja gar nichts machen.
Silvi: Und dadurch löst sich halt nichts.
Silvi: Aber man kann sagen, ja, weiter geht es immer irgendwie. Aber geht es dir gut
Silvi: damit? Das ist ja die eigentliche Frage.
Timo: Ja.
Silvi: Und für dieses geht es dir gut damit, glaube ich, ist es hilfreich,
Silvi: eine aktive Entscheidung zu treffen.
Timo: Ich sage ja, ich denke das auch. Aber da sind wir auch wieder bei der Typfrage aus meiner Sicht.
Timo: Und da auch wieder nochmal das Beispiel, bei so einer Ankündigung,
Timo: neue Struktur, hört der eine neues Aufgabenfeld oder die eine,
Timo: neue Möglichkeiten und jemand anders hört, ich verliere mein Team oder meinen Job.
Silvi: Ja.
Timo: Also, ich bin auch immer dann auch gerne auf diesem aktiven Part dabei.
Silvi: Aber es muss nicht sein.
Timo: Das ist das Gleiche.
Silvi: Aber von der Wahrnehmung her komplett verschieden.
Timo: Genau, es ist eine Veränderung und jemand nimmt die komplett anders auf.
Silvi: Ja, und das hat so viele Facetten, in welcher Lebenssituation bist du gerade.
Timo: Ja, auch das. Das kann ja richtig ins Kontor haben. Bist du gerade krank?
Timo: Hast du ein Haus gekauft? Sonst brauchst du das Geld.
Silvi: Ja, hast du Familie?
Timo: Bist du Single?
Silvi: Also das sind ja alles komplett verschiedene Settings.
Timo: Kranke Eltern, sonst irgendwas. Es gibt ja tausend Sachen, die da drauf einzahlen
Timo: und dann sagen, wo du gar nicht offen für den Change oder die Veränderung bist.
Timo: Das zählt komplett mit rein.
Silvi: Ja und das ist vielleicht auch die Schwierigkeit auf Unternehmensebene,
Silvi: wenn man jetzt irgendeine Art von Transformation im Unternehmen machen möchte,
Silvi: dass es halt nicht möglich ist, alle individuellen Aspekte irgendwie mit reinzunehmen.
Silvi: Aber gleichzeitig, ja, vielleicht auch zu kommunizieren, hey,
Silvi: was ist drin für euch, wenn wir das jetzt gemeinsam durchziehen.
Timo: Positiv zu framen, ja. Also aber nicht Overselling so, das ist doch alles super
Timo: für euch, obwohl es richtig scheiße ist. Das gehört auch dazu,
Timo: zu sagen, okay, das ist scheiße, wir verstehen das.
Timo: Aber es geht nicht Begründung dann wieder, dass die Leute verstehen,
Timo: warum dieser Change mit dran ist, dass die Firma da leider keine andere Wahl hat.
Timo: Dann ist man auch offener für Veränderungen, glaube ich, wenn man das richtig kommuniziert.
Silvi: Ja, und was mir dabei gerade einfällt, es gibt ja diese Change-Kurve und dieses
Silvi: Tal gehört eben auch dazu.
Timo: Ja.
Silvi: Und das muss man halt aushalten.
Timo: Ja, genau.
Silvi: Also da muss man durch und das ist okay und jeder verändert sich in einem unterschiedlichen Tempo.
Timo: Ja.
Silvi: Das ist halt nichts, was man jetzt irgendwie übers Knie brechen kann.
Timo: Genau. Ich glaube, unternehmen ist es auch nicht möglich, auf wirklich jeden
Timo: individuellen Case einzugehen.
Timo: Ich glaube, da geht es wirklich, wie du sagst, dann auch viel um Aushalten,
Timo: das gut kommunizieren, versuchen den Leuten offene Feedbackmöglichkeiten zu
Timo: geben und auch zu sehen, dass man das Feedback gehört hat und dann mit Begründung
Timo: rausgeht und sagt, hey, das ist angekommen, vielen Dank.
Timo: Können wir umsetzen, können wir nicht umsetzen, weil.
Silvi: Ja, da sind ja vielleicht auch super wertvolle Sachen dabei.
Timo: Genau. Voll. Ja.
Silvi: Ja, wow, das war jetzt schon wieder ein sehr breites Thema. Das habe ich am
Silvi: Anfang nicht so kommen sehen.
Silvi: Und ich dachte auch so zwischendrin, oh krass, was wir hier alles noch für weitere
Silvi: Themen schneiden, wie Resilienz und die Sache mit dem Gehirn,
Silvi: mit der Mustererkennung.
Silvi: Genau.
Timo: Was ist dein Fazit heute von der Folge?
Silvi: Mein Fazit? Ich wünsche mir,
Silvi: dass Menschen, die sich vielleicht mit Veränderungen schwerer tun,
Silvi: wenn die das hören, dass die einen positiven Impuls für sich rausziehen können.
Silvi: Das heißt nicht, dass alle cool sind mit Veränderungen oder so.
Silvi: Also ja, aber dass es so einen kleinen Schubs geben kann oder einen Denkanstoß,
Silvi: der ihnen irgendwie positiv hilft.
Timo: Ja, das ist auch dann mein Fazit von der Folge. Es ist ein Riesenthema,
Timo: riesig viele Aspekte und wir hatten es glaube ich auch bei der Mutfolge,
Timo: es sind wieder kleine Schritte.
Timo: So kleine Punkte, die man sich rauspicken kann, um das auch positiv zu gestalten.
Timo: Also ich habe es ja gesagt, ich bin eher offen für Veränderungen.
Timo: Ich habe Bock auf Veränderungen. Es
Timo: freut mich immer total, wenn ich über Veränderungen bei Veränderungen bin.
Timo: Natürlich gibt es auch mal einen Kanal, wo ich sage, oh, so viel Veränderungen
Timo: auf einmal ist manchmal auch ätzend und anstrengend, aber eher positiv.
Timo: Aber ja, wie du sagst, es ist toll, wenn man einfach versucht,
Timo: sich auf so kleine Schrittchen zu konzentrieren, wenn man Veränderungen nicht
Timo: so gut findet. Weil ich glaube, dass,
Timo: man dann auch viel mehr Spaß am Leben hat. Weil diese Veränderung ist einfach konstant.
Timo: Und man hat es selten selbst in der Hand.
Timo: Klar, wenn man das Zimmer streicht schon, aber selten selbst.
Timo: Ja, das ist mein Fazit.
Silvi: Okay, vielen Dank und auch vielen Dank fürs Zuhören.
Silvi: Das war es schon wieder mit Coffee Chaos Clarity, eurem Podcast,
Silvi: bei dem wir beim Kaffee trinken unser Gedankenchaos sortieren,
Silvi: um Klarheit zu finden. Ciao.
Timo: Tschüss.
Neuer Kommentar