#4 - Für mich, nicht gegen dich
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir bei einer Tasse Kaffee darüber, warum Menschen oft für sich selbst handeln und nicht gegen andere. Wir teilen persönliche Erfahrungen aus Alltag und Beruf, in denen wir Nachrichten zu spät beantworten, Verabredungen absagen oder einfach mal nicht zuhören – und warum das meist nichts mit Ablehnung zu tun hat. Gemeinsam hinterfragen wir, wie schnell Selbstzweifel entstehen und wie ein Perspektivwechsel helfen kann, emotionalen Druck zu lösen. Dabei diskutieren wir, wie wichtig es ist, eigene Bedürfnisse ernst zu nehmen und trotzdem empathisch zu kommunizieren. Hört rein, wenn ihr wissen wollt, wie ihr Klarheit im Beziehungschaos finden könnt – und warum ein "Nein" manchmal das ehrlichste "Ja" zu sich selbst ist.
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Silvi: Willkommen zur neuen Folge von Coffee Chaos Clarity, eurem Podcast,
Silvi: bei dem wir beim Kaffee trinken versuchen, das Gedankenchaos zu sortieren und Klarheit zu finden.
Silvi: Timo, was ist unser Thema heute?
Timo: Ja, vielen Dank, liebe Sylvie. Unser Thema heute ist Menschen handeln für sich, nicht gegen andere.
Silvi: Das klingt total interessant. Finde ich auch. Willst du das ein bisschen erläutern? Was meinst du damit?
Timo: Ja, also ich würde es mal mit einem Beispiel zum Beispiel anfangen.
Timo: Und eine Person antwortet tagelang nicht auf WhatsApp zum Beispiel.
Silvi: Aha, oh, genial.
Timo: Man schreibt, ja, kennt jeder.
Silvi: Ich bin auch so ein Kandidat.
Timo: Ja, ich confesse, ich gebe es zu, ich auch. Und ja,
Timo: und das ist auch, das hat per se nichts mit der Person zu tun auf der anderen
Timo: Seite, dass ich die nicht leiden kann, dass ich nichts mit ihr zu tun haben
Timo: möchte, dass die Nachricht vielleicht blöd war oder sowas, sondern...
Silvi: Oh stimmt, sorry, wenn ich dich da unterbreche.
Silvi: Ich glaube, das kenne ich umgekehrt genauso von mir. Ich denke zwar nicht aktiv,
Silvi: oh jemand hat so und so lange nicht geantwortet, aber ich fange an zu hinterfragen,
Silvi: habe ich mich irgendwie komisch ausgedrückt, könnte man das missverstehen?
Silvi: Also es führt zu so Selbstzweifeln und dass man sich selber kritisch hinterfragt oder ist irgendwas.
Timo: Ich glaube, das kennen auch viele. Also ich fühle das auch voll,
Timo: was du sagst. Das geht mir auf jeden Fall genauso.
Timo: Und da hilft auch der Satz, wenn man den im Kopf hat, wenn man den parat hat.
Timo: Und das kann durchaus sein, dass auf der anderen Seite eine Überforderung herrscht.
Timo: Hey, keine Energie. Man hat am Tag so viele Sachen zu tun.
Silvi: Welcher Satz, dieses Menschenhandeln für sich, nicht gegen andere?
Timo: Genau, dass der Satz einfach hilft, wenn man, so wie du gerade beschrieben hast,
Timo: einfach Selbstzweifel hat und denkt, warum antwortet der nicht?
Timo: Gerade wenn es Personen sind, die einem ultra wichtig sind und mit denen man
Timo: viel Kontakt hat, wenn man dann mal nichts hört, dann ist es gerade so, ach du Scheiße.
Timo: Und fühlt sich auch so ein bisschen, bezieht das auf sich sehr oft.
Timo: Und ich glaube einfach dann zu sagen, die Menschen handeln für sich,
Timo: nicht gegen mich dann in dem Moment auf WhatsApp, wo ich die Nachrichten nicht
Timo: kriege, weil es kann einfach tausend Gründe haben.
Timo: Man hat heutzutage viele Sachen zu tun, Job, Kinder, Alltag,
Timo: der ist einfach so herausfordert und man kriegt eine Million Nachrichten auf
Timo: WhatsApp, dass man vielleicht auch nicht alle beantworten kann und ich glaube
Timo: nicht, dass das Ziel ist, den anderen zu ignorieren oder zu verletzen,
Timo: sondern dass es Selbstschutz ist, es ist kein Angriff.
Timo: Aber es kann halt leicht so verstanden werden, ja.
Silvi: Was mir tatsächlich oft passiert ist, ich lese eine Nachricht,
Silvi: Und dadurch, dass es dann ja nicht mehr als ungelesen angezeigt wird,
Silvi: verpeile ich das dann manchmal auch tagelang, darauf zu antworten.
Silvi: Und es ist dann oft so, es fällt mir wieder ein, aber in einem ungünstigen Zeitpunkt.
Silvi: Und eigentlich müsste ich mir die Nachricht markieren als ungelesen oder keine
Silvi: Ahnung, irgendeine Art von Reminder.
Timo: Es ist ein guter Punkt. Ich finde es auch wichtig, dass ich mir die Zeit nehme,
Timo: auch ordentlich zu antworten.
Timo: Klar, WhatsApp kann man mal, und das ist auch wieder so, kann man doch mal zwischendurch,
Timo: was hindert dich dran, da zu antworten, aber auch da will ich mir kurz Gedanken
Timo: machen über die Nachricht, auch wenn es vielleicht nur ein Wort oder eine Zeile
Timo: ist und dann einfach ein bisschen Ruhe haben, dass ich da drauf antworten kann.
Timo: Den Effekt habe ich auch, dann vergesse ich es und dann kommt es halt erst irgendwie
Timo: ein paar Tage später oder so.
Timo: Ist halt auch die Herausforderung an dieser Art von Kommunikation die ist schnell, die ist,
Timo: unkompliziert eigentlich, aber es vernachlässigt vielleicht sogar richtig gute
Timo: Kommunikation so ein bisschen und dafür will ich mir halt auch die Zeit nehmen
Timo: und das hat auch nichts mit der anderen Person zu tun, sind wir wieder bei dem Punkt
Timo: sondern das hat nur mit mir zu tun dass ich halt einfach die Qualität versuche
Timo: hochzuhalten, nicht so zwischen Tier und Angel einfach irgendwas antworten will,
Timo: ja, stimmt das würde es für mich bedeuten Was bedeutet es für dich?
Silvi: Mir gehen mehrere Sachen dazu im Kopf rum.
Silvi: Ich habe spontan an eine Situation gedacht, wo ich eine Verabredung abgesagt habe.
Silvi: Das war schon länger ausgemacht.
Silvi: Ich habe letztendlich abgesagt, weil ich gesagt habe, ein Nein zu anderen ist ein Ja zu mir.
Silvi: Das war eigentlich nochmal so ein Meta-Ebene-Satz.
Silvi: Ich habe einfach gemerkt, das ist für mich gerade zu viel.
Silvi: Und ich habe natürlich auch gemerkt, bei der anderen Person ist es nicht gut angekommen.
Silvi: Und dann eben klar zu machen, das hat nichts mit der Person zu tun.
Silvi: Es passt gerade nicht.
Silvi: Es ist zu viel, was ich in zu wenig Zeit unterbringen will.
Silvi: Also auch da Fehlplanung vielleicht von mir oder Fehlannahme und ich fand es
Silvi: in dem Moment wichtiger für mich einzustehen, aber dann gleichzeitig halt klar zu machen,
Silvi: dass es auch nur was mit mir zu tun hat, das war nicht ganz einfach.
Timo: Das ist nie einfach. Ich glaube, das ist nie einfach, weil die anderen Personen,
Timo: wir hatten es ja gerade schon gesagt, sich auch das sehr stark auf sich beziehen
Timo: kann, weil das hat ja auch was mit Ablehnung zu tun.
Silvi: Ja, vielleicht.
Timo: So ein bisschen und Ablehnung ist auch immer schwer zu verkraften.
Timo: Und dann muss man dann vielleicht auch die richtigen Worte finden,
Timo: vielleicht auch brauchen die Person, die gegenüber ist, wenn man dann eine Ablehnung
Timo: erfährt, spezielle Worte oder auch spezielle, naja, der andere braucht einen
Timo: Anruf, manchmal langt man WhatsApp.
Timo: Das ist vielleicht auch noch ein Punkt, den man da berücksichtigen kann.
Timo: Und in der heutigen schnelllebenden Welt ist man auch ganz schnell in einem
Timo: Strudel mit Ablehnung und Kritik etc.
Silvi: Es ist auch so, dass man häufig einen emotionalen Druck verspürt,
Silvi: wenn dann jemand sagt, aber ich habe mich so, so gefreut, dass das auch gar
Silvi: nicht gegen mich ist im Sinne von,
Silvi: ignorier mal deine Bedürfnisse, weil ich mich so gefreut habe,
Silvi: sondern halt tatsächlich nur der Fokus auf sich selbst im Sinne von,
Silvi: Ich habe mich jetzt gefreut und ich empfinde das total schnell als emotionalen
Silvi: Druck und das ist ganz unterschiedlich, wie ich damit umgehe.
Silvi: Manchmal ist das eher so ein komplettes Blocken, wo ich es auch einfach als
Silvi: anstrengend empfinde, für sich selbst einzustehen.
Timo: Das ist ein guter Punkt, weil bei mir ist es dann immer so ein halbherziges
Timo: Jahr zum Beispiel und damit tut man eigentlich auch dem anderen und sich gar keinen Gefallen.
Silvi: Was ist ein halbherziges Jahr?
Timo: Also ein halbherziges Ja ist, diesem emotionalen Druck, würde ich mal sagen, nachzugeben.
Timo: Ja, eigentlich freut man sich auf die Person, aber eigentlich ist man auch bei sich gerade.
Timo: Also ich schwange es so zwischen geil, ich freue mich auf die Person,
Timo: ich habe Bock mit der zu reden oder mich zu treffen, WhatsApp zu schreiben, whatever.
Timo: Auf der anderen Seite sage ich, boah, ich brauche gerade einfach mal fünf Minuten
Timo: für mich oder einen Tag für mich oder zwei Tage für mich.
Timo: Und das nenne ich mit halbherzig. Also wirklich in der Mitte von dieser Entscheidung
Timo: so, ja, nein, da schwanke ich dann oft und entscheide mich dann vielleicht auch
Timo: oft für dieses halbherzige Ja, wo ich nicht voll dahinter stehe und dann vielleicht
Timo: auch nicht voll. Also das wäre die Konsequenz daraus.
Timo: Man ist im Gespräch, man ist nicht aufmerksam, man ist kaputt, man ist müde.
Timo: Also klar, man trifft sich dann, aber die Qualität ist doch eigentlich scheiße.
Silvi: Es ist eher so abgehakt.
Timo: Es ist eher abgehakt.
Silvi: Abgehakt, erledigt, aber nicht qualitativ.
Timo: Vielleicht auch nicht qualitativ oder vielleicht auch nicht dem Konflikt.
Timo: Potenziellen Konflikt.
Silvi: Ich wollte gerade sagen, das ist ja deine Annahme, dass es zu einem Konflikt führen könnte.
Timo: Die Geschichte, die ich mir erzähle, ist, dass ein Konflikt daraus entsteht.
Silvi: Da wollte ich auch gerade nochmal einhaken, weil du auf diesen emotionalen Druck
Silvi: eingegangen bist. Der ist ja auch nur bei dir.
Silvi: Du spürst den Druck, aber das ist ja nicht das, was die andere Person also das
Silvi: ist zumindest so wie ich den Satz verstehe.
Silvi: Menschen handeln für sich nicht gegen andere.
Silvi: Jemand versucht nicht, bei dir emotionalen Druck auszulösen,
Silvi: sondern jemand versucht, sein eigenes Bedürfnis zu erfüllen,
Silvi: dass die Person sich jetzt gerne mit dir treffen möchte oder was auch immer.
Timo: Voll gut. Einfach kurz die Perspektive nochmal wechseln. Die Person,
Timo: die bei mir vermeintlich einen
Timo: emotionalen Druck auslöst, die braucht vielleicht gerade eine Begegnung.
Timo: Die braucht ein Gespräch und drückt es damit aus.
Silvi: Also handelt halt nur aus dem eigenen
Silvi: Antrieb heraus und gar nicht mit dem Gedanken, der muss jetzt aber.
Timo: Ja, das stimmt, das ist komplett richtig. Das gilt auch für den Gegenüber immer.
Timo: Das ist ein schönes Bild, sich da das nochmal umzudrehen.
Timo: Ja, verstehe ich.
Silvi: Ja, spannend.
Timo: Was ich nochmal auch mitnehme, ist auch gerade nochmal die Distanz,
Timo: die dann auch manchmal hilft, wenn man sich für sich entscheidet,
Timo: dann da das auch einen selbst entlastet und Druck rausnimmt,
Timo: finde ich so.
Timo: Gefühlt, also klar, du hast den emotionalen Druck, du hast vielleicht auch dann,
Timo: diesen Konflikt, den du dir erzählst, aber wenn du dir die Zeit für dich dann
Timo: auch wirklich nimmst und dann,
Timo: machst du ja was für dich und entlastest dich aus meiner Sicht und hilft auch
Timo: der mentalen Gesundheit, glaube ich, weil wenn man dann von Jahr zu Jahr zu
Timo: Jahr, zu halbherzig ein Jahr,
Timo: sich hangelt, dann ist es auch problematisch, glaube ich. Da tut man sich selbst keinen Gefallen.
Silvi: Es führt halt vielleicht auch dazu, mal Situationen kritischer zu hinterfragen,
Silvi: im Sinne von, was tut mir gut und was nicht.
Silvi: Und ich will jetzt gar nicht hier von Effizienz oder irgendwas sprechen, sondern vielmehr...
Silvi: Ja, wie gehe ich sinnvoll und wertvoll mit meiner Energie, mit meiner Zeit um?
Timo: Ja, also so ein bisschen innehalten.
Silvi: Ja, genau.
Timo: Genau, bei der viel Beschallung heutzutage, dass man dann einfach kurz innehält
Timo: und sich für sich entscheidet und sagt, okay, stopp, ich brauche mal einen Augenblick.
Silvi: Ja, so ein bisschen dieses, ist es heute dran oder ist es gerade dran?
Timo: Ja, dieses genau, ist es gerade dran, ist auch immer, auch nochmal wahrscheinlich ein eigenes Folgewerk.
Timo: Indem man für sich kurz überlegt, ist das gerade dran, schaffe ich das gerade
Timo: und dann vielleicht auch sagt, okay,
Timo: wenn es dran ist, dann entscheide ich mich dafür zu sagen, lass uns treffen,
Timo: ich schreibe die WhatsApp zurück oder wenn man sagt, ich brauche gerade mal einfach Zeit für mich.
Timo: Aber manchmal ist halt auch, ja und das schwingt so zwischen den Zeilen,
Timo: beantwortet die WhatsApp nicht.
Timo: Vielleicht auch einfach zurückzuschreiben, hey, ich antworte in zwei,
Timo: drei Tagen und brauche gerade mal Zeit für mich.
Timo: Dieses Aussprechen von diesen Sachen, das macht mir auch oftmals nicht.
Timo: Oder wie geht es dir da?
Silvi: Ich versuche das schon auch mal zu thematisieren und die Reaktionen sind unterschiedlich.
Silvi: Also das reicht von,
Silvi: Danke, dass du das teilst. So habe ich es noch gar nicht betrachtet,
Silvi: was das sozusagen der anderen Seite auslösen könnte.
Silvi: Das soll ja auch gar nicht das Ziel sein. Ich finde es wichtig,
Silvi: dass man einen Perspektivwechsel versucht, aber es soll ja auch gar nicht dahin
Silvi: führen, dass man sich jetzt bei allem, was man tut und weiß ich nicht, macht,
Silvi: sich überlegt, oh und was macht das mit dem anderen, was macht das mit dem anderen.
Silvi: Das ist ja alles wieder total hypothetisch.
Silvi: Es hat aber auch schon, ich habe auch schon die Erfahrung gemacht,
Silvi: dass ich teile das und sage, das schaffe ich gerade nicht, das ist mir zu viel
Silvi: oder vielleicht auch, mir geht es selber gerade nicht gut.
Silvi: Dass das trotzdem auf ja ich weiß gar nicht wie ich es formulieren soll vielleicht
Silvi: auf eine persönliche Ablehnung also dass es trotzdem so verstanden wird Unverständnis?
Silvi: Unverständnis, danke ja, Unverständnis,
Silvi: und das macht natürlich was mit der Beziehung auf jeden Fall ich betrachte das
Silvi: dann auf jeden Fall anders und das hat für mich hat es auch insofern dann einen
Silvi: Einfluss, wie ich zukünftig mit dieser Beziehung umgehe.
Silvi: Was für eine Priorität das für mich hat.
Timo: Sind wir dann nicht auch wieder bei Angst, dass so eine Beziehung dann auch
Timo: zerbricht, gerade wenn man dann eher wieder dieses halbherzige Ja sagt und okay,
Timo: ist kein Problem und wir sind ja gute Freunde.
Timo: Das ist auch eine große Angst dabei, dass es dann zerbricht und Angst vor der Reaktion auch.
Timo: Ich hätte gerade den Impuls noch, dich zu fragen, wenn der emotionale Druck
Timo: kommt und was würdest du antworten dann darauf?
Silvi: Wie meinst du das? Wenn ich mich emotional unter Druck fühle.
Silvi: Also ich finde Antworten per WhatsApp schon mal prinzipiell schlecht.
Silvi: Also es kommt sehr stark auf die Beziehung an, die man miteinander hat.
Silvi: Mit einigen wenigen Menschen funktioniert das, glaube ich.
Silvi: Ich unterscheide auch, ob ich per Text oder per Sprachnachricht antworte. Ich finde,
Silvi: also da bin ich sehr gespalten. Sprachnachrichten mag ich weniger,
Silvi: weil als Empfängerin weiß ich erstmal gar nicht, worum es geht. Du siehst nur die Dauer.
Silvi: Manchmal sind da viele Themen drin, manchmal ist es ein Thema,
Silvi: du kannst nicht abschätzen.
Silvi: Wichtig, ja, nein, schnelle Antwort, ja, nein. Du musst es dir erst anhören,
Silvi: um das sozusagen einordnen zu können.
Silvi: Das ist halt bei einem Text einfacher.
Silvi: Und gleichzeitig denke ich aber auch, wenn ich antworte, ich hatte es zum Beispiel
Silvi: letztens mit einer Kollegin, ich war unterwegs, habe ihre Nachricht beantwortet, aber halt super knapp.
Silvi: Und dann habe ich irgendwie im Nachhinein gedacht, also gerade das Textliche,
Silvi: da fehlt halt einfach was.
Silvi: Ich habe zwar ihre Anfrage beantwortet, aber dadurch, dass es so knapp war und
Silvi: dass es ja nur der Text ist,
Silvi: wird es vielleicht auch nochmal anders aufgefasst, vielleicht auch ablehnender oder so.
Silvi: Und dann habe ich nochmal eine Sprachnachricht hinterher geschickt,
Silvi: weiß ich nicht, paar Stunden später oder so und habe sozusagen erklärt,
Silvi: warum ich mich so kurz gefasst habe von hey, ich war gerade unterwegs,
Silvi: wollte nur schnell antworten,
Silvi: aber halt nicht mehr Zeit.
Silvi: Und da finde ich einfach, kommt mit der Sprachnachricht wiederum,
Silvi: kann mehr transportiert werden.
Silvi: Und du hörst, wie jemand spricht, ob das gerade, ob das gestresst klingt oder.
Timo: Du kannst einfach auch viel mehr da reinpacken und dich viel besser ausdrücken
Timo: und wenn ich mich recht entsinne, wird ja auch Text generell geschriebener, eher negativer.
Timo: Gut, ich versuche dann immer noch so ein bisschen und ich glaube Kommunikation
Timo: können wir auch noch mal eine eigene Folge machen, mit ein paar Emojis anzureichern.
Silvi: Jetzt teaserst du aber jede Menge an.
Timo: Mit ein paar Emojis anzureichern, ja aber eher Sprachnachricht,
Timo: dann ist noch, in welcher Beziehung stehe ich zu der Person und dann natürlich,
Timo: das direkte Gespräch ist immer das Beste eigentlich.
Timo: Wenn man das wählen könnte, das wäre natürlich immer perfekt,
Timo: je nachdem wie wichtig die Person ist, ob ich gerade in der Verfassung bin zu
Timo: reden oder auch die Zeit dafür.
Timo: Ja, auf jeden Fall. Das verstehe ich.
Timo: Ja, wir hatten auch nochmal ein schönes Beispiel. Nicht zuhören. Was?
Silvi: Wer hört hier wem nicht zu?
Timo: Ja, ich höre dir nicht zu.
Silvi: Ich bin mir sicher, ich höre auch öfter mal nicht zu.
Timo: Ja, dir passiert es weniger als mir. Keine Ahnung, ich bin noch gerade im Urlaubmodus
Timo: und dann merke ich mir weniger Sachen, weil einfach mein Gehirn nur auf 50 Prozent arbeitet.
Timo: Das ist auch ein schönes Beispiel zu sagen, okay, ich handel nicht gegen dich,
Timo: es hat nichts mit dir zu tun, sondern ich bin einfach gerade nur auf 50 Prozent.
Timo: Ich bin noch müde, ich hatte noch keinen Kaffee getrunken.
Silvi: Ich finde, bei wichtigen Sachen sind wir aber schon richtig gut geworden,
Silvi: im Sinne von, hey, bist du gerade aufnahmefähig?
Timo: Das finde ich, ja.
Silvi: Also das sozusagen damit einzuleiten, zu sagen, hey, jetzt wäre es wichtig.
Timo: Ja.
Silvi: Und dann auch ehrlich zu antworten, zu sagen, nee, können wir bis nach einem
Silvi: Kaffee warten oder I don't know.
Timo: Da sind wir schon richtig gut geworden, aber manchmal, du kannst es gar nicht
Timo: hundert Prozent durchziehen.
Silvi: Ja, sind ja auch oft nur Kleinigkeiten.
Timo: Ich finde das super. Ich sehe dich gerade am Schreiben und dann fange ich nicht
Timo: an zu quatschen. Oder ich frage vorher, hey, bist du gerade aufmerksam?
Timo: Kannst du dir das erzählen?
Timo: Weil das immer auch wieder im Alltag. Du machst auch hier, egal ob du Fahrrad
Timo: bist, Beziehung oder Freund, Freundin, du haust mal Sachen zwischendurch raus,
Timo: aber die Person ist gerade ganz woanders.
Timo: Auf dem Handy, am nächsten Wochenende und auch da wieder.
Timo: Es war nichts gegen dich, sondern ich war einfach nicht aufmerksam und habe
Timo: nicht zugehört, weil mein Gehirn noch nicht einsatzfähig war.
Timo: Beziehungsweise noch kein Kaffee.
Silvi: Weil ich auch einfach losgequatscht habe.
Timo: Du hast einfach losgequatscht, so wie du es immer machst.
Silvi: Nie hörst du zu.
Timo: Nie hörst du zu. Immer muss ich dir
Timo: alles zweimal sagen, um mal mit den Glaubenssätzen ein paar rauszuhalten.
Silvi: Um mal mit den Klischees, die ein bisschen zu bedienen.
Timo: Genau, mit den Klischees ein bisschen zu spielen.
Timo: Ja, aber klar, der Effekt ist, wenn ich sie nicht zuhle, du fühlst dich übergangen.
Timo: Und das verstehe ich aber auch. Unaufmerksamkeit ist keine Absicht, finde ich.
Timo: Das finde ich nochmal wichtig zu sagen, auf jeden Fall.
Silvi: Das heißt, wenn ich das jetzt so zusammenfasse, wenn du für dich diesen Satz
Silvi: irgendwie im Hinterkopf hast,
Silvi: Menschen handeln für sich, nicht gegen andere, dann hilft dir das auch in Situationen,
Silvi: wo du vielleicht selber irgendwie an dir zweifelst,
Silvi: dich davon zu distanzieren.
Silvi: Und gleichzeitig auch, wenn du zum Beispiel einen emotionalen Druck spürst,
Silvi: sozusagen den Perspektivwechsel hinzubekommen, hey, die Person macht das gar
Silvi: nicht mit der Intention,
Silvi: dass ich mich unter Druck fühle, sondern die Person hat irgendeine eigene positive
Silvi: Motivation, so zu handeln,
Silvi: was sich halt nur in der Form bei dir äußert.
Timo: Auf jeden Fall. Auch im Arbeitskontext hast du das ja auch ganz,
Timo: ganz oft, dass Menschen einfach anders arbeiten als du, aber das machen die
Timo: nicht gegen dich, sondern das machen die für sich und haben einfach eine andere
Timo: Arbeitsweise. Das ist auch okay.
Timo: Dadurch entstehen aber auch oft Konflikte und im Arbeitskontext hilft mir das
Timo: auch, einfach zu sagen, okay, die handeln für sich, die haben die Aufgabe,
Timo: die arbeiten in die Richtung, vielleicht anders als ich und dann ist das auch fein.
Timo: Genau.
Silvi: Sehr schön. Ja, dann war es das heute schon wieder mit Coffee Chaos Clarity, eurem Podcast,
Silvi: bei dem wir beim Kaffee trinken unser Gedankenchaos sortieren,
Silvi: um Klarheit zu finden. Vielen Dank fürs Zuhören.
Timo: Tschüss.
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