#5 - Die Geschichte, die ich mir erzähle

Shownotes

In dieser Folge nehmen wir euch mit an unseren Kaffeetisch und sprechen darüber, wie schnell unser Gehirn aus kleinen Beobachtungen große Geschichten macht. Wir teilen persönliche Erlebnisse, in denen eine harmlose Situation plötzlich zu Selbstzweifeln oder Missverständnissen geführt hat – nur, weil wir unsere eigenen Deutungen für die Wahrheit hielten. Gemeinsam entdecken wir, wie der Satz „Die Geschichte, die ich mir erzähle…“ dabei hilft, innezuhalten und die eigenen Interpretationen zu hinterfragen. Es geht um Verletzlichkeit, Offenheit und darum, wie wir im Austausch mit anderen mehr Klarheit gewinnen. Hört rein, wenn ihr wissen wollt, wie ihr euer Gedankenchaos ein Stück sortieren und echten Zugang zu euch selbst und anderen findet.

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Moti: Willkommen zur neuen Folge von 3C Coffee Chaos Clarity, eurem Podcast,

Moti: bei dem wir beim Kaffee trinken versuchen, das Gedankenchaos zu sortieren und Klarheit zu finden.

Moti: Was ist unser Thema heute, Silvia?

Ilvis: Das Thema heute ist die Geschichte, die ich mir erzähle.

Moti: Das klingt sehr interessant. Erzähl uns mal eine Geschichte.

Moti: Was verstehst du darunter?

Ilvis: Ja, also dieser Satz, die Geschichte oder dieser Satzanfang,

Ilvis: die Geschichte, die ich mir erzähle, das stammt aus einem Buch von Brynie Brown, Daring Greatly.

Ilvis: Ich glaube, die deutsche Übersetzung ist Verletzlichkeit macht stark.

Ilvis: Also Brené Brown ist eine Sozialforscherin, die zu Scham und Verletzlichkeit forscht.

Ilvis: Von ihr gibt es auch einen ganz bekannten TED-Talk, wo sie darüber spricht.

Ilvis: Und in diesem Buch beschreibt sie eben eine Situation mit ihrem Mann,

Ilvis: wo sie einfach was interpretiert und durch diesen Zusatz die Geschichte, die ich mir erzähle,

Ilvis: sozusagen für sich selbst auch klar macht, das ist eine Interpretation und nicht ein Fakt.

Ilvis: Und das ist eigentlich so der Kern von diesem Satzfragment, weil natürlich,

Ilvis: indem ich mit jemandem in den Austausch gehe und das vorwegnehme,

Ilvis: habe ich ja einen ganz anderen Zugang, weil es eben...

Ilvis: Auch vielleicht nicht als Vorwurf oder irgendwie verstanden wird,

Ilvis: sondern man bleibt damit ja auch bei sich.

Ilvis: Das ist meine Geschichte. Die Geschichte, die ich mir erzähle, ist so und so.

Moti: Ja, also man bringt sich auch praktisch raus aus dieser Interpretationshaltung.

Ilvis: Genau.

Moti: Ich glaube, du hast auch einmal gesagt, das Gehirn ist dauernd aktiv und füllt

Moti: die Lücken, hast du vorhin schön gesagt. Das fand ich dazu toll.

Moti: Und die Geschichten, wo uns was fehlt oder wo dann vielleicht nicht klar ist,

Moti: füllt das Gehirn dann mit den eigenen Interpretationen rein.

Moti: Und dann sind wir relativ schnell bei einer Geschichte, die wir uns im Kopf

Moti: erzählen, aber wir gar nicht wissen, ob die überhaupt wahr ist oder ob da was dran ist.

Ilvis: Genau. Ich glaube, in dem konkreten Fall war eben das Beispiel,

Ilvis: dass sie war mit ihrem Mann schwimmen und er ist dann irgendwie ein Stück vorgeschwommen oder so.

Ilvis: Und bei ihr hat dann direkt so eine negative und selbstbezogene Deutung auch eingesetzt.

Ilvis: Sieht sie irgendwie nicht attraktiv aus in diesem Badeanzug.

Ilvis: Ja, Selbstzweifel und so weiter und warum distanziert er sich jetzt und so. Und ja.

Ilvis: Er hatte halt gar nicht den Gedanken, dass was komplett anderes der Grund dafür

Ilvis: sein könnte. Also dieser Perspektivwechsel ist nicht gelungen.

Ilvis: Erst in dem Moment, wo sie sich halt gesagt hat, okay, was ist tatsächlich passiert,

Ilvis: den Bezug auf das Beobachtbare. Wir waren im See schwimmen.

Ilvis: Er ist ein Stück vorgeschwommen. Alles klar, Fakt, können beide bestätigen.

Ilvis: Und alles weitere ist eben die Geschichte, die sie sich selbst erzählt hat und

Ilvis: wodurch sie dann auch mit ihrem Mann ins Gespräch gegangen ist.

Ilvis: Er sagt, okay, das und das ist passiert.

Ilvis: Die Geschichte, die ich mir erzähle, ist, du findest mich in dem Badeanzug nicht attraktiv, whatever.

Ilvis: Und er das dann auch leichter darauf Bezug nehmen konnte, weil er es ja nicht

Ilvis: als Vorwurf versteht, sondern halt einfach dann gesagt hat, was bei ihm los

Ilvis: war, dass er gerade Stress hat und im Kopf wo ganz anders war.

Moti: Man nimmt die eigene Situation, überträgt die auf den anderen so ein bisschen

Moti: rüber und ja, ich finde das Beispiel sehr gut.

Moti: Ich hatte auch nochmal ein Beispiel oder so eine Situation, wo ich zum Beispiel

Moti: sehr stark reingehe oder die Geschichten, die ich mir erzähle, ist so ein bisschen,

Moti: wenn ich jemanden sehe, der irgendwie aus meiner Sicht Hilfe braucht oder vielleicht

Moti: gerade nicht weiterkommt,

Moti: dass ich mir erzähle, hey, der braucht jetzt meine Hilfe.

Moti: Und mir fällt es ja auch manchmal auch relativ leicht, auch die Lücken zu sehen,

Moti: wo vielleicht jetzt die Lösung liegen würde und gehe dann da sozusagen rein.

Moti: Und weiß aber gar nicht, ob der andere diese Hilfe braucht oder in Anspruch

Moti: nehmen kann, beziehungsweise ob das die Lösung für die Person ist.

Moti: Finde ich immer noch ein ganz gutes Beispiel für mich, wo ich mir immer sage,

Moti: okay, stopp, das ist die Geschichte, die ich mir erzähle.

Moti: Und vielleicht da auch kurz Bewusstsein entwickeln und sagen,

Moti: hey, brauchst du meine Hilfe?

Moti: Oder möchtest du Feedback oder möchtest du vielleicht nochmal eine andere Perspektive hören?

Moti: Die Person halt aktiv fragen, ob man da reingehen kann. Das ist für mich das Beispiel immer.

Ilvis: Ja, stimmt, auch ein guter Aspekt. Wobei ich ja jetzt gerade so denke,

Ilvis: bei dem, was Brittany Brown beschrieben hat, geht es eben primär auch darum,

Ilvis: dass es so eine selbstbezogene und oft auch negative Deutung ist,

Ilvis: was zu Selbstzweifeln führt und sowas.

Ilvis: Das, was du gerade beschrieben hast, war ja weniger, was mit dir zu tun hatte,

Ilvis: sondern mehr deine Sicht auf jemand anderen.

Moti: Ah, und das würdest du jetzt nicht dazu zählen?

Ilvis: Ich glaube, dass der Satz da, so wie du es beschrieben hast,

Ilvis: auf jeden Fall auch hilfreich ist.

Moti: Ja.

Ilvis: Ja, aber in ihrem Kontext geht es eben hauptsächlich darum, auch selber eben

Ilvis: diese Verletzlichkeit zu zeigen und sich selbst und auch Menschen,

Ilvis: die einem wichtig sind, einzugestehen, wo man vielleicht Scham empfindet oder,

Ilvis: ja, keine Ahnung, fällt bestimmt nicht jedem leicht zu sagen,

Ilvis: hier habe ich mich hässlich gefühlt oder, ja, irgendwas.

Ilvis: Irgendwas Negatives über sich selbst zu sagen.

Moti: Ja, finde ich aber gut. Also das passt da rein, aber mein Beispiel passt da

Moti: glaube ich auch ganz gut rein.

Moti: Aber das, was du sagst, ist auch so ein bisschen connected mit einem,

Moti: ich weiß nicht, ob das ein richtiges Wort ist, Negativismus würde ich sagen,

Moti: wo man so vielleicht auch das als Anker nehmen könnte.

Moti: So, ach, ich rutsche gerade so ein bisschen in diesen Negativismus ab und kann

Moti: mir hier sagen, okay, das ist vielleicht nur eine Geschichte,

Moti: die ich mir erzähle und die da reingeht.

Moti: Um da so ein bisschen vielleicht auch in Lösungen zu denken.

Moti: Macht das aus deiner Sicht Sinn?

Ilvis: Weiß ich nicht. Ich glaube, ich würde es nicht mit Negativismus umschreiben,

Ilvis: weil ich einfach denke, jeder Mensch hat in verschiedenen Situationen Selbstzweifel

Ilvis: und dass es unheimlich schwer ist,

Ilvis: diese dann auch auszusprechen, vielleicht auch sich selbst gegenüber.

Ilvis: Also in dem Moment, wo ich es dir erzähle, erzähle es ja auch mir selber.

Moti: Vielleicht ist es das, sorry, wenn ich kurz da einhacke, also Negativismus im

Moti: eigenen Sinne zur Selbstwahrnehmung.

Moti: Ach, du hast gerade das Beispiel von der Brandy gesagt, ich bin vielleicht zu

Moti: dick, er schwimmt jetzt weiter weg, will gar nicht mit mir schwimmen und so.

Moti: Das so als Anker verbunden mit der eigenen Wahrnehmung.

Ilvis: Ich sehe es tatsächlich primär so, dass wir im Alltag ganz viele Annahmen treffen,

Ilvis: Interpretationen und das oft eben unbewusst abläuft.

Ilvis: Ich sage immer, das Gehirn ist eine faule Socke, das will Energie sparen und

Ilvis: Muster erkennen und wenn irgendwo eine Lücke ist, dann füllst du die halt mit

Ilvis: irgendwas, was es schon kennt, was total plausibel ist.

Ilvis: Und der Schlüssel ist ja, also zum einen sich dessen bewusst zu sein,

Ilvis: dass das so ist, kann man auch nicht abstellen.

Ilvis: Ist vielleicht auch okay so, hilft uns vielleicht auch ganz oft,

Ilvis: schneller Entscheidungen zu treffen.

Ilvis: Nichtsdestotrotz in dem Moment, wo du dir das bewusst machst,

Ilvis: hast du halt auch die Chance, zumindest mal drüber nachzudenken,

Ilvis: könnte vielleicht auch was anderes.

Ilvis: Eine andere Perspektive hier zutreffend sein. Und,

Ilvis: Mir hilft es insofern einfach mich selbst auch zu hinterfragen und es geht nicht

Ilvis: darum rauszufinden, was ist richtig, was ist falsch,

Ilvis: sondern mehr darum, ja so diesen Moment des Innehaltens und eben nicht einfach so einfach durch und,

Ilvis: Ja, und zu glauben, die eigenen Interpretationen entsprechen der Wahrheit.

Ilvis: Weil das ist oft der Trugschluss, der damit passiert. Die Lücken werden mit

Ilvis: irgendwelchen Annahmen gefüllt und das Gesamtkonstrukt wird als wahr angenommen.

Moti: Die Wahrheit ist ja auch mal so ein schönes Thema. Die Wahrheit gibt es nicht.

Moti: Ich finde, du hast es schon gesagt, die Perspektive und die wird schnell als

Moti: Wahrheit angesehen, aber Wahrheit in dem Sinne, richtig oder falsch,

Moti: finde ich dann schwierig.

Ilvis: Das ist immer eine individuelle Sichtweise.

Moti: Ja genau und wenn du dann schnell bei, das ist wahrscheinlich auch nochmal ein

Moti: anderes Thema, bei Wahrheit bist, dann bist du ganz schnell auch so in diesem

Moti: Vorwurfshaltung mit, ach das kann doch nicht sein, das hast du doch niemals

Moti: gesagt, aber es ist ja auch alles Interpretation.

Ilvis: Wer hat Recht, ganz wichtig.

Moti: Wer hat Recht in diesem Kontext, das ist die ultimative Wahl.

Moti: Ist vielleicht auch menschlich, weiß ich nicht, aber das macht es dann halt

Moti: sehr, sehr kompliziert. Wobei dieses, wenn wir dann wieder zurückkommen,

Moti: die Geschichte, die ich mir erzähle,

Moti: auch wie du sagst, so für selbst innehalten, um auch zu validieren.

Moti: Das hast du, glaube ich, eben auch gesagt, um die eigenen Perspektiven oder

Moti: die eigene Wahrheit zu validieren. Ich glaube, das finde ich nochmal ein ganz guter Punkt.

Moti: Und was mir, was in dem Zusammenhang auch, glaube ich, wichtig ist,

Moti: ist, dass man da alleine gar nicht hinkommt.

Moti: Also, du hast auch gesagt, wir machen es ja auch im Austausch einfach,

Moti: ach, hey, das, was du gerade gesagt hast, ist ja die Geschichte, die du dir erzählst.

Moti: Und dann weißt du schon, ach ja, okay, stimmt, das war Interpretation.

Moti: Aber da auch rauszureißen. Und diese Validierung brauchst du auch jemand anders.

Ilvis: Ja, du brauchst einen Inspirationspartner dafür auf jeden Fall.

Moti: Genau, du kannst deine eigene Wahrheit nicht mit dir selbst validieren.

Moti: Das geht einfach nicht. Ja, das ist schwierig auf jeden Fall. Verstehe ich.

Moti: Was da auch noch vielleicht dazukommt mit dem Partner und der Validierung,

Moti: den man dann gegenüber hat, ist vielleicht auch eine Offenheit,

Moti: sich das sagen zu lassen.

Moti: Hey, das ist doch die Geschichte, die du erzählst.

Ilvis: Ja klar, voll unbequem.

Moti: Ja, super unbequem. Oh Gott, ist das jetzt anstrengend. Nee, das stimmt aber.

Moti: Ich habe das doch gefühlt. Mein Gehirn hat mir doch gesagt, dass das die Wahrheit ist.

Moti: Das finde ich auch noch wichtig, dass man da alleine nicht hinkommt,

Moti: vielleicht dann auch noch einen Partner, Sparingspartner hat,

Moti: der eine Offenheit mitbringt und auch vielleicht unbequeme Wahrheiten ertragen kann.

Moti: Oder ich weiß gar nicht, ob es vielleicht auch ist, dann die Geschichten vom anderen zu validieren.

Moti: Ja doch, es ist immer unbequem, man kann es nicht neutral machen,

Moti: das war gerade mein Gedankengang, zu sagen, jemand, der vielleicht keine unbequemen

Moti: Wahrheiten erträgt, das ist dann schwierig.

Ilvis: Ja, mir geht es gar nicht um validieren, sondern für mich schafft es halt Verbundenheit

Ilvis: in der Beziehung, die man zueinander hat.

Ilvis: Es ist ja egal, ob das eine Liebesbeziehung ist oder Verwandtschaft, I don't know.

Ilvis: Weil du in dem Moment auch, indem du diesen Satzanfang vorneweg stellst,

Ilvis: die Geschichte, die ich mir erzähle, bleibst du halt sozusagen bei dir.

Ilvis: Es gibt dir aber die Möglichkeit, dich dem anderen gegenüber zu öffnen.

Ilvis: Also selbst wenn ich jetzt teile, hey, ich fühle mich so und so und habe da

Ilvis: meine Selbstzweifel, dann ist man ja schnell genau auf dieser Ebene,

Ilvis: dass man da drüber spricht.

Ilvis: Aber letztendlich geht es ja auch um das Zuhören und um Zugang zueinander.

Ilvis: Und das hilft halt mit diesem Satzteil, hey, die Geschichte,

Ilvis: die ich mir erzähle, ist das und das und es ermöglicht dir in dem Moment meine

Ilvis: Sichtweise überhaupt wahrzunehmen.

Moti: Das stimmt.

Ilvis: Was, glaube ich, anders einfach nicht passiert.

Moti: Also auch so eine Offenheit, also da sind wir bei Offenheit,

Moti: ein offenes Ohr dafür zu finden, auch immer kurz zu sagen, stopp,

Moti: ist das jetzt wirklich so, ist das nicht so, wie du sagst, die Geschichte,

Moti: die ich mir erzähle? Ja, verstehe ich.

Moti: Was ich nochmal, nochmal ein kurzer Switch, du hast es vorhin gesagt mit positiv,

Moti: das kann auch positiv sein, die Geschichte, die ich mir erzähle,

Moti: weil wir hatten ja so ein bisschen, wenn man so ein bisschen negativ und denkt,

Moti: ach, ich bin zu dick und der schwimmt jetzt weg.

Moti: Ja, gibt es auch Beispiele, und das fand ich interessant, nochmal kurz,

Moti: gibt es auch positive Beispiele, wo das vielleicht die Geschichte,

Moti: die ich mir erzähle, auch erst mal gerade gut ist?

Ilvis: Bestimmt.

Moti: Ja, spontan füllt mir aber auch nichts ein. Ich habe gedacht,

Moti: vielleicht hast du eine direkte Idee. Ja, stimmt.

Ilvis: Ja, vielleicht. Es gibt ja auch Menschen, die sich in der einen oder anderen

Ilvis: Situation überschätzen, in ihrem Können, in ihrer Leistung, irgend sowas.

Ilvis: Natürlich kann das auch von Vorteil sein, wenn ich jetzt zum Beispiel an ein

Ilvis: Vorstellungsgespräch denke und ich trete da auf mit so einem, hey, ich kann das,

Ilvis: obwohl es dafür vielleicht keine Belege gibt oder eine absolute Fehleinschätzung von mir,

Ilvis: dann fördert es ja auf jeden Fall das Selbstbewusstsein und führt vielleicht

Ilvis: dazu, dass ich Dinge schaffe, von denen und,

Ilvis: von denen mir anfangs vielleicht die Grundvoraussetzungen gefehlt haben oder so.

Ilvis: Aber das ist jetzt ein rein zusammengereimtes Beispiel.

Moti: Stikular, Hypothese auf jeden Fall. Mir fällt dazu jetzt noch gerade ein Sport

Moti: machen, irgendwie Marathonlauf oder sowas, da findet ja auch der Weg ins Ziel

Moti: zu 80 Prozent im Kopf statt.

Moti: Und wenn ich das vielleicht so ein bisschen übertrage, klar,

Moti: die Geschichte, die ich mir erzähle, ich schaffe das, Da komme ich auf jeden Fall hin.

Moti: Und vielleicht nicht, okay, scheiße, ich habe zu wenig trainiert.

Moti: Ich habe nur einmal trainiert oder zweimal als Vorbereitung. Dann hilft das auch.

Moti: Klar, es ist nochmal ein Unterschied, wie du dann ins Ziel kommst.

Moti: Natürlich total abgekämpft und kaputt.

Moti: Aber ich glaube, das kann nochmal ein starker Motivator sein.

Moti: Und die Geschichte, die du erzählst, ja, du bist gut.

Ilvis: Du schaffst es. Ich glaube, das geht in die Richtung positive Affirmation.

Moti: Okay. Aber es ist trotzdem connected.

Ilvis: Oder? Es ist zumindest nicht erweitert. Also es ist halt nicht das, worum es ihr ging.

Ilvis: Und das war ja sozusagen unser Einstieg in das Thema heute.

Ilvis: Dieser Satz aus dem Kontext von Brené Brown mit ihrer Forschung zu Scham und Verletzlichkeit.

Ilvis: Aber durchaus geht es auch in die Richtung, dass es um das Positive geht. Wobei...

Ilvis: Das wäre jetzt zum Beispiel nichts, was wir uns gegenseitig spiegeln.

Moti: Das stimmt, ja, ist richtig.

Ilvis: Also das ist ja eher so eine, wie motiviere ich mich selber oder gebe mir selber Zuspruch.

Moti: Beziehungsweise wenn man es wieder umdreht und ich dir dann sage,

Moti: ich schaffe das nicht mit dem Marathon.

Moti: Und dann könntest du auch sagen, jetzt die Geschichte, die du erzählst,

Moti: aber du hast doch so und so oft trainiert.

Ilvis: Genau.

Moti: Dann guck dir deine Stärken an und häng da nicht in diesem anderen Kreisel fest sozusagen.

Ilvis: Und vor allem das, was jetzt so in Richtung positive Affirmationen geht, ähm,

Ilvis: schafft nicht unbedingt eine Verbundenheit zu jemand anderem.

Ilvis: Weil, ja, da musst du dich nicht verletzlich für zeigen.

Moti: Das stimmt.

Ilvis: Du musst nichts offenlegen. Du bist dann einfach der super Power-Typ,

Ilvis: der suggeriert, ey, Süßes mache ich mit links.

Moti: Ja, manchmal auch mit rechts.

Moti: Mir passt, hast recht. Ich wollte nur mal kurz diesen Pfad runtergehen,

Moti: weil ich den jetzt gar nicht so uninteressant fand, um nochmal die Gegenseite

Moti: zu sehen, auf jeden Fall.

Ilvis: Also ich denke, der positive Aspekt ist einfach, dass man das üben kann.

Ilvis: Also sowohl im Miteinander als auch sich selbst gegenüber. Ah,

Ilvis: ist die Geschichte, die ich mir erzähle?

Ilvis: Oder dann eben auch zu spiegeln, ich glaube, der Part ist die Geschichte,

Ilvis: die du dir erzählst. Woran machst du das fest?

Ilvis: Also da auch wieder tiefer reinzugehen, zu sagen, woher kommt denn diese Annahme?

Moti: Ja, auf jeden Fall.

Moti: Und ich glaube nochmal der Schlüssel dazu, vielleicht auch noch ein Teil,

Moti: um da hinzukommen, es fühlt sich an wie so ein Muskeltrainieren,

Moti: wiederholen, gucken, dass man da dann, weil dann fühlt sich so ein bisschen so an, zack,

Moti: ah, das ist eine Geschichte, die ich mir erzähle.

Moti: Das ist ja einmal so, dass ich mir das selbst sagen kann und weiß,

Moti: ah, okay, das erzähle ich mir jetzt oder dass es bei jemand anders auffällt

Moti: und ich dir das sagen kann oder du mir das sagst als Sparingspartnerin.

Moti: Gut.

Ilvis: Ja, ich denke, also die zentrale Aussage ist da, wenn wir uns irgendwie verletzt

Ilvis: oder verunsichert sind,

Ilvis: dann füllt einfach das Gehirn diese Lücken mit Geschichten und die sind oft

Ilvis: negativ und selbstbezogen.

Ilvis: Jemand hat sich immer jede Woche gemeldet, gefühlt immer, gefühlte Wahrheiten, ja,

Ilvis: relativ und jetzt meldet sich eine Person drei Wochen nicht und dann sage ich

Ilvis: vielleicht, ich habe bestimmt was Falsches gesagt und das ist genau das,

Ilvis: was Brené Brown auch meint mit der Geschichte, die ich mir erzähle,

Ilvis: dass sobald du in diesen Studel reinkommst,

Ilvis: auch gar nicht mehr ein Gedanke stattfindet, hey, vielleicht war die Person

Ilvis: krank oder hat gerade viel Stress, vielleicht ist irgendwas,

Ilvis: dass das jetzt gerade nicht möglich macht, sich so regelmäßig wie bisher zu

Ilvis: melden und dass man halt immer nur einen kleinen Ausschnitt auch sieht.

Moti: Ja, auf jeden Fall. Sehr schön.

Moti: Dann haben wir da ein weiteres schönes Thema aus meiner Sicht behandelt.

Moti: Und ich würde sagen, vielen Dank fürs Zuhören. Das war 3C, Coffee Chaos Clarity.

Moti: Euer Podcast, bei dem wir beim Kaffeetrinken unsere Gedanken sortieren und Klarheit

Moti: zu finden. Vielen Dank fürs Zuhören.

Ilvis: Vielen Dank fürs Zuhören.

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