#6 - Walk & Talk
Shownotes
Habt ihr euch schon mal gefragt, ob euer Gegenüber wirklich zuhört oder nur darauf wartet, selbst endlich sprechen zu können? In der heutigen Folge von Coffee Chaos Clarity tauschen Silvi und Timo ihre Kaffeetassen gegen Tee ein, kommen frisch durchgefroren von draußen rein und haben ein spannendes Kommunikationstool im Gepäck: den „Walk and Talk“. Was passiert, wenn man sich gegenseitig Fragen stellt, aber für volle fünf Minuten nicht unterbrechen darf – selbst wenn peinliche Stille entsteht? Silvi und Timo berichten von ihrem Selbstversuch an der frischen Luft und warum die größten Erkenntnisse manchmal genau in diesen schweigenden Minuten liegt. Ob mit dem Partner, Kollegen oder Freunden – dieses Format bietet einen niederschwelligen Zugang, um die eigene Wahrnehmung zu schärfen und echte Klarheit im Gedankenchaos zu finden. Schnappt euch einen Tee (oder Kaffee) und findet heraus, warum das Zuhören oft viel schwieriger ist als das Antworten.
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Timo: Willkommen zur neuen Folge von Coffee Chaos Clarity, eurem Podcast,
Timo: bei dem wir beim Kaffee trinken, versuchen das Gedankenkaos zu sortieren und Klarheit zu finden.
Timo: Heute haben wir keinen Kaffee dabei, heute trinken wir Tee.
Timo: Wir waren nämlich draußen und haben ein Walk & Talk gemacht,
Timo: sind etwas durchgefroren und die Sylvie würde den HörerInnen gerne erklären,
Timo: was Walk & Talk ist. Silvi, was ist Walk & Talk?
Silvi: Ja, ein Walk & Talk ist ein Format, bei dem man sich gegenseitig Fragen stellt,
Silvi: aktiv zuhört und dann auch wiedergibt, was wurde gehört.
Silvi: Also um es vielleicht mal ein bisschen greifbarer zu machen,
Silvi: die Frage, die Timo mir gestellt hat, war, in welchen Situationen könntest du
Silvi: freundlicher mit anderen Menschen und dir selbst umgehen?
Silvi: Und dann hat er einen Timer gestellt für fünf Minuten. Ich habe mir meine Gedanken
Silvi: gemacht und darauf geantwortet.
Silvi: Manchmal sind da auch so Pausen dazwischen, wo ich einfach nochmal nachdenke
Silvi: oder irgendwann fällt mir dann vielleicht auch gar nichts mehr ein.
Silvi: Aber auf jeden Fall lässt man diese fünf Minuten einfach bis zum Ende durchlaufen,
Silvi: weil auch nach einer Pause manchmal doch noch Gedanken entstehen.
Silvi: Und dann ist sozusagen der Wechsel. Timo stellt wieder einen Timer auf fünf
Silvi: Minuten und dann hat er fünf Minuten Zeit, mir zu erzählen, was er gehört oder was er verstanden hat.
Silvi: Und was wichtig ist, dass jeweils der andere nicht unterbricht und das ist wahrscheinlich
Silvi: auch das Schwierigste an dem Format.
Silvi: Nach diesen zwei Runden gibt es dann noch eine dritte Runde,
Silvi: auch wieder fünf Minuten und da ist dann tatsächlich der Austausch,
Silvi: so wie hat sich jeder in der Rolle gefühlt, welche, was hat man wahrgenommen,
Silvi: dann auch mehr so auf der Meta-Ebene.
Silvi: Genau, das kurz und knapp zum Format Walk & Talk.
Timo: Super, also dreimal fünf Minuten, gegenseitiger Austausch, fünf Minuten komplett
Timo: runterlaufen lassen, auch wenn es nichts zu sagen gibt.
Silvi: Genau, auch wenn einem nichts mehr einfällt, einfach mal die Zeit runterlaufen
Silvi: lassen, ohne dass die andere Person bricht.
Silvi: Und genauso, wenn dann der Wechsel erfolgt, als du mir erzählt hast,
Silvi: was du verstanden hast, dann höre ich auch einfach nur zu.
Timo: Du hast das Wichtigste natürlich vergessen.
Silvi: Was?
Timo: Wie haben wir entschieden, wer anfängt, Fragen zu stellen?
Silvi: Oh, ganz professionell. Die Methode heißt Schnick, Schnack, Schnuck.
Timo: Ach du liebes Lieschen. Das ist ja hochprofessionell. Und wir sagen ganz klar
Timo: dazu, ich habe gewonnen.
Silvi: Ja, super wichtig. Timo hat gewonnen. Schnick, Schnack, Schnuck.
Timo: Ja, das war ein Erfolgserlebnis.
Silvi: Das ist bei dir hängen geblieben. Was habt ihr gemacht? Walk and Talk?
Silvi: Was war das Wichtigste? Timo hat beim Schnickschnack-Schnupp gewonnen.
Silvi: Okay. Dann sind wir fertig für heute.
Timo: Mach's gut, vielen Dank. Nein, Quatsch. War Spaß. Das, was hängen geblieben
Timo: ist oder was immer dann schwierig ist,
Timo: dann nicht was zu sagen in diesen fünf Minuten, wo man ruhig ist.
Timo: Wir haben es am Anfang, beim ersten Mal war das ultra schwer,
Timo: dann nicht einzuhaken und nochmal eine Frage zu stellen oder noch mal was zu sagen zu wollen.
Timo: Da war so die innere Unruhe einfach riesig, muss ich sagen.
Timo: Und heute war es echt gut. War kein Problem.
Timo: Und konnte gut zuhören. Wie war es da bei dir?
Silvi: Also ich habe diesen Impuls auch, dass wenn ich nur zuhören soll,
Silvi: dass ich manchmal gerne einhaken möchte, entweder eine Rückfrage stellen oder
Silvi: irgendwas, was mir dazu halt einfällt.
Silvi: In der Rolle, wo ich antworte, finde ich das sehr bereichernd,
Silvi: dass meine Gedanken auch einfach mal so laufen können.
Silvi: Ja, dass da auch mal durchaus eine längere Pause dazwischen ist,
Silvi: dann greift man aber vielleicht in Gedanken wieder auf, führt den weiter und
Silvi: das ist glaube ich was, was in der alltäglichen Kommunikation,
Silvi: im alltäglichen Austausch so nicht passiert,
Silvi: weil es ja eigentlich, wie jetzt hier im Podcast auch,
Silvi: so ein Hin und Her ist und man reagiert auf das Gesagte und der andere reagiert wieder.
Silvi: Genau, das empfinde ich als sehr bereichernd. Und dann auf jeden Fall auch,
Silvi: wenn ich höre, was du verstanden hast,
Silvi: das gibt nochmal so eine andere Perspektive auf das Gesagte, nämlich insofern...
Silvi: Wurde das verstanden, was ich ausdrücken wollte? Also vielleicht auch die eigene
Silvi: Kommunikation hinterfragen.
Silvi: Und manchmal ist es auch ganz schön, das hast du vorhin, glaube ich, gesagt,
Silvi: dass als du selber ausgesprochen hast, hat es sich anders angefühlt,
Silvi: als in dem Moment, als ich es nochmal in meinen Worten wiederholt habe.
Timo: Genau, deine Worte haben für mich noch mal so eine starke Zufriedenheit gehabt.
Timo: Ich kann es gerade gar nicht so beschreiben und mir fehlt das Beispiel leider.
Timo: Du hast dann noch mal das zusammengefasst und hast gesagt, schön,
Timo: dass du das so und so siehst oder dass du da und da bist und es hat sich für
Timo: mich einfach gut angefühlt.
Timo: Und da hat man auch nochmal gesehen, man kann es selbst für sich auch nochmal
Timo: sagen, man hört ja das, was man auch sagt, aber wenn man das von der anderen
Timo: Person nochmal gespiegelt bekommt, ist das nochmal ein ganz anderer Effekt,
Timo: nochmal eine ganz andere,
Timo: es verfestigt sich nochmal ganz anders im Kopf.
Timo: Und auch gerade, ich finde es ja wichtig, das Format draußen zu machen,
Timo: wirklich heute hatten wir schönes Wetter, frische Luft, haben einen langen Spaziergang
Timo: gemacht, das trägt auch nochmal dazu bei, dass sich das verfestigt,
Timo: ja, das finde ich sehr gut.
Silvi: Hast du eine Lieblingsrolle?
Timo: Habe ich eine Lieblingsrolle?
Silvi: Also beantwortest du lieber die Frage oder bist du lieber die Person,
Silvi: die zuhört und dann das Gesagte wiedergibt?
Timo: Hm, das ist eine gute Frage, habe ich mir noch nie darüber Gedanken gemacht.
Timo: Also ich bin eher, ich sage mal so, ich bin neugierig, weil,
Timo: also wir hatten jetzt auch noch nichts dazu gesagt, wie wir die Fragen auswählen,
Timo: weil ich habe jetzt zum Beispiel meine Frage so ausgewählt, weil ich dann nochmal
Timo: die Hoffnung habe, Neues rauszufinden.
Timo: Deswegen ist dann immer so, oh cool, ich kann die Frage zuerst stellen und erfahre
Timo: Neues oder vielleicht fehlt mir da noch irgendein Blickwinkel.
Timo: Aber ich glaube, ich habe da keine Lieblingsrolle oder ob mir was leichter oder
Timo: schwerer fällt, weiß ich gar nicht.
Timo: Ich hatte vorhin noch mal einen Punkt, den ich immer beim Zuhören habe,
Timo: dass da auch ein bisschen Angst immer mitschwingt und so, oh Gott,
Timo: habe ich alles verstanden und kriege ich nachher dann gesagt,
Timo: hey, du hast nicht zugehört und sowas.
Timo: Und ja, das ist halt immer so der eigene Selbstanspruch oder die Angst,
Timo: die da mitschwingt, aber die braucht man eigentlich gar nicht zu haben,
Timo: weil es geht ja auch viel einfach zuzuhören und dann einfach die eigenen Gefühle
Timo: zu beschreiben, das, was man empfunden hat und nicht mal das Gesagte,
Timo: einfach wiederzugeben, als würde man es auf einem Diktiergerät sprechen,
Timo: weil darum geht es ja eigentlich gar nicht, sondern die Meta-Ebene einfach nur mitzugeben.
Timo: Deswegen, wie gesagt, Antwort auf deine Frage, nee, ich habe keine Lieblingsrolle. Wie ist es bei dir?
Silvi: Vielen Dank.
Silvi: Ich glaube, so eine leichte Tendenz zu, ich beantworte lieber die Frage,
Silvi: weil das halt einfach so freies Denken ist.
Silvi: Ich habe eine Frage und mal gucken, was mir dazu einfällt.
Silvi: Während bei dem Wiedergeben, was ich gehört habe,
Silvi: ist es bei mir oft so, wenn es da keine konkreten Beispiele gab,
Silvi: dann fällt mir das viel schwerer, das wiederzugeben und irgendwie zusammenzufassen.
Silvi: Zu fassen, während wenn es eben Beispiele gibt, dann bleibt es voll gut bei mir hängen.
Silvi: Auch tatsächlich mit Details.
Silvi: Aber so abstrakte Antworten kann ich gefühlt dann in zwei Sätzen zusammenfassen
Silvi: und dann fällt mir dazu nichts mehr ein.
Silvi: Das ist was, was ich immer wieder feststelle. Und diese Sorge,
Silvi: oh, nicht richtig aufgepasst, weil ja dann auch manchmal die eigenen Gedanken
Silvi: so ein bisschen abschweifen.
Silvi: Man hört irgendwas, was in einem selbst auch nochmal was anregt.
Silvi: Ja, dann ist es für mich immer wieder so, oh nee, Fokus, zuhören.
Silvi: Fokus, zuhören. Nicht abschweifen, nicht die eigenen Gedanken verfolgen.
Silvi: Deswegen finde ich die zuhörende Rolle ein bisschen schwieriger.
Timo: Ja, finde ich auch. Also, ich habe auch vorhin nochmal die Augen so gemacht,
Timo: um mich auf deine Stimme zu konzentrieren, um diese Abschweifung zu verhindern
Timo: und das hat auch ganz gut geklappt.
Timo: Aber Warnung, nur machen wir jetzt geradeaus geht. Ich habe immer ein bisschen
Timo: gelunzt, wo geht es jetzt lang und geguckt.
Timo: Aber das hat mir schon geholfen. Das war auf jeden Fall sehr gut.
Timo: Ja, was ich, genau, wir hatten es ja vorhin nochmal die Fragen, wie mir die ausfielen.
Timo: Du hast da so ein schönes Walkabout You heißt es, ne?
Silvi: Genau, das ist so eine kleine Box mit 20, 25 Kärtchen drin.
Silvi: Da stehen solche Fragen drauf.
Timo: Genau, die Frage, die du vorhin vorgelesen hast, die war es zum Beispiel davon, ne?
Silvi: Ja, genau, das war, wenn du eine Sache von heute auf morgen ändern könntest,
Silvi: was wäre das, was würde dir dabei helfen?
Timo: Ja, genau, zum Beispiel.
Silvi: Und diese Frage hattest du ein bisschen abstrakter beantwortet,
Silvi: mit weniger Beispielen und ich glaube, da war meine Zusammenfassung auch gar nicht so ausführlich.
Timo: Nee, genau, also das war auch für mich, mir sind da wirklich keine konkreten
Timo: Sachen jetzt eingefallen, sondern es war eher so eine Ebene höher,
Timo: wo ich aus von der Arbeit Beispiele gebracht habe,
Timo: genau, wo ich gesagt habe, hey, Menschen, wie sie sich austauschen,
Timo: miteinander austauschen und nicht irgendwie auch gegeneinander und hat dann
Timo: auch nochmal das Beispiel gebracht mit den ganzen negativen Nachrichten heutzutage.
Timo: Dass das gerne enden wird und dazu beitragen wird, dass die Leute,
Timo: die sich miteinander unterhalten, nicht übereinander. Das ist vielleicht der Punkt.
Timo: Ja, genau. Wir haben die Fragen ausgewählt. Drei Stück. Das fand ich gut.
Timo: Aber ich glaube, wir haben auch schon eigene Fragen benutzt.
Silvi: Ja, vermutlich.
Timo: Genau, wo man einfach sagen kann, überleg dir eine Frage, nimm die mit und dann
Timo: kann man die auch schön in das Format mit einbringen. Das ist auch schön.
Timo: Genau. Ja.
Silvi: Ich habe dieses Walk & Talk auch tatsächlich mal mit einem Kollegen gemacht.
Silvi: In der Mittagspause waren wir eine Runde laufen und...
Silvi: Für ihn war das super schwierig, Stille auszuhalten. Und so sind wir eigentlich
Silvi: drauf gekommen, dass ich gesagt habe, hey komm, wir machen mal dieses Format.
Silvi: Da hat jeder seine fünf Minuten und in diesen fünf Minuten redet der andere nicht.
Silvi: Und er war da super offen dafür, hat danach gesagt, das war die Hölle,
Silvi: als du nicht weitergeredet hast.
Silvi: Wann geht endlich dieser Timer?
Silvi: Also wir haben halt einfach die fünf Minuten auf dem Handy gestellt.
Silvi: Aber diese Erfahrung zu machen, fand er auch total bereichernd.
Silvi: Und was in dem Zusammenhang auch noch interessant war, ich weiß nicht mehr,
Silvi: was die Frage war. Auf jeden Fall, naja, und der Kollegen beweist nicht so viel übereinander.
Silvi: Jetzt beantwortet jemand so eine Frage und als er das eben wiedergegeben hat,
Silvi: hat er zwar inhaltlich total viel davon wiedergegeben,
Silvi: aber er hat es vom Kontext her
Silvi: oder auch von der Zeitschiene in eine ganz andere Reihenfolge gebracht.
Silvi: Und das war halt auch nochmal interessant, wo wir dann so festgestellt haben,
Silvi: ja, das Hirn sucht ja immer nach Mustern.
Silvi: Und irgendwie, wenn es kein Muster gibt, naja, dann bauen wir uns halt eins.
Silvi: Und dass da einfach auch jede Menge Interpretationen drin waren.
Silvi: Und das war so, glaube ich, die Erkenntnis, die er da hauptsächlich mitgenommen
Silvi: hat, dass er gesagt hat, das war ihm gar nicht bewusst.
Silvi: Für ihn hat es sich ja so angefühlt, als wäre das Wissen, was er gerade wiedergibt.
Silvi: Aber stattdessen waren es halt Puzzleteile zusammengesetzt, aber eben falsch zusammengesetzt.
Silvi: So jedes für sich genommen Fakt, Aber im Kontext ...
Silvi: Hat es halt vorne und hinten nicht gestimmt.
Timo: Ich finde auch ein tolles Ergebnis. Dann fallen mir auch wieder die beiden Worte
Timo: Fremd- und Selbstwahrnehmung ein, so ein bisschen.
Timo: Also ich meine, er hat jetzt, wie du gesagt hast, viel interpretiert.
Timo: Und ich glaube, so wie du es beschrieben hast, hat es auch nochmal zur Schärfung
Timo: beigetragen, wie er Sachen oder gesagte Sachen verarbeitet und dann auch dir wiedergibt.
Timo: Und da ist auch wieder, in diesem Format, es ist auch schwierig im Alltag,
Timo: solche Gelegenheiten hast du nicht oder du hast solche Gelegenheiten selten,
Timo: um solche Abgleiche auch zu machen.
Timo: Deswegen finde ich das auch super wertvoll und auch nochmal ein toller Effekt, wenn man den hat.
Silvi: Ja, eigentlich geht es bei dem Format tatsächlich weniger um den Inhalt.
Silvi: Also es ist irrelevant, was es für eine Frage ist und es ist auch irrelevant,
Silvi: was die Person antwortet.
Timo: Guter Punkt, ja.
Silvi: Es hat eigentlich, es hat mehrere Effekte auf der Metaebene.
Silvi: Nämlich zum einen dieses aktiv Zuhören zu üben, also wirklich nicht reinquatschen.
Timo: Stille aushalten.
Silvi: Ja, Stille aushalten.
Silvi: Ja dann aber auch für sich selbst zu erkennen,
Silvi: wann kann ich mir was gut behalten, ich habe jetzt vorhin gesagt ich kann es
Silvi: mir gut behalten, wenn ich Beispiele bekomme, das ist ja auch wichtig,
Silvi: wenn ich das weiß dann kann ich auch aktiv nach Beispielen fragen,
Silvi: wenn ich das aber nicht weiß, dann frage ich vielleicht erst gar nicht nach
Silvi: Beispielen und wundere mich aber später
Silvi: Mist, wieso kann ich mir das denn überhaupt nicht behalten, was mir die Person erzählt hat und ähm,
Silvi: Ja, und auch für die eigene Kommunikation ist es nochmal interessant,
Silvi: wenn man dann die Worte von der anderen Person hört, so, äh,
Silvi: ist das überhaupt das, was ich ausdrücken wollte, was die andere Person verstanden hat?
Silvi: Das ist ja auch gerade in der Zusammenarbeit nochmal interessant,
Silvi: weil jeder Mensch irgendwie verschieden tickt.
Silvi: Ja, was ist bei der einen Person im Fokus und was bei der anderen,
Silvi: dass man sich da auch ein bisschen aufeinander abstimmen kann.
Timo: Oder auch wie man die andere Person erreicht, wie man was sagen muss.
Timo: Du hast gerade gesagt, muss ich ein Beispiel hinzufügen oder nicht?
Timo: Es gibt ja auch manche, die vielleicht sehr auf der abstrakten Ebene unterwegs
Timo: sind und für die passt das dann. Die brauchen gar keine Beispiele.
Timo: Das finde ich auch spannend. Aber es ist auch wieder so Meta-Ebene.
Timo: Ich habe es ja auch vorhin nochmal gesagt, der Meter ist gefühlt überall.
Timo: Also auch, wir haben es gerade gehabt, Angst, das Vergessen,
Timo: was der andere sagt, das ist ja auch ein sehr reales Beispiel aus dem Alltag
Timo: oder auch in dem Gespräch.
Timo: Das ist auch wichtig, sich darüber mal auszutauschen oder auch diese Stille aushalten.
Timo: Man ist heute auch ja gar nicht mehr gewöhnt, Hauptsache mal gar nichts zu sagen
Timo: und nebeneinander herzulaufen, weil Aufmerksamkeitsspannen halt ultra kurz sind
Timo: durch Internet und was auch immer.
Timo: Und deswegen ist das auch nochmal sehr, sehr viel Meta.
Timo: Was da sich alles unter der Haube abspielt, das finde ich wieder absolut verrückt.
Timo: Und dafür ist das Format einfach nochmal Ein tolles Format, um das sichtbar zu machen einfach.
Silvi: Ich glaube tatsächlich, das fällt mir gerade so ein, dass es bei uns auch dazu
Silvi: geführt hat, dass wir das leichter artikulieren können im Sinne von ...
Silvi: Dass manchmal sagst du oder ich, ich bin gerade nicht aufmerksam.
Silvi: Und das haben wir, bevor wir das Format gemacht haben, glaube ich, nicht gesagt.
Silvi: Und das ist ja auch nochmal wichtig, nicht einfach nur nicken,
Silvi: ja, ja, sondern auch zu sagen, ich bin gerade nicht aufmerksam,
Silvi: gib mir mal noch einen Moment oder können wir später drüber reden, was auch immer.
Silvi: Damit es halt nicht zu diesen Gesprächen kommt mit ja, aber ich habe es dir doch gesagt,
Silvi: und ja, aber ich habe es nicht gehört und dann kommt es halt zu Missverständnissen
Silvi: oder ja man diskutiert darüber wer den Fehler gemacht hat ich habe es dir doch gesagt nie.
Timo: Hörst du zu immer muss ich dir alles zweimal sagen,
Timo: Ja, ich weiß nicht.
Silvi: An wen du gerade denkst.
Timo: Genau. Ich auch nicht, keine Ahnung.
Timo: Ja, aber das sind so diese typischen Situationen, die du im Alltag halt super, super oft hast.
Silvi: Ja, und ich glaube, das hat es bei uns tatsächlich verändert und das hilft auch.
Silvi: Das ist schon klar, wenn ich in einem Moment irgendwie was loswerden will und
Silvi: dann sagst du, ich bin gerade nicht aufmerksam, dann so, oh,
Silvi: ich will es doch jetzt loswerden.
Timo: Ja, weil du es gerade im Kopf hast.
Silvi: Ja klar, aber gleichzeitig habe ich ja überhaupt nichts davon,
Silvi: dass ich das jetzt zwar loswerde, aber wenn es beim anderen gerade nicht ankommt,
Silvi: dann ist es ja total wasted.
Timo: Ja, super wasted, aber es ist auch, also das hört sich jetzt vielleicht auch
Timo: für die ZuhörerInnen super einfach an, da sind wir auch wieder,
Timo: das ist es nicht. Also diese, diese, diese.
Silvi: Ich weiß nicht, ob sich das einfach anhört.
Timo: Ja, also du sagst was, warte mal kurz, ich bin gerade nicht aufmerksam.
Timo: Im Gesprochenen hört sich das schon einfach an, aber es ist schon eine Übung,
Timo: daran zu denken, wenn du im, ich sag mal bei Insta,
Timo: Doomscrolling machst und von oben nach unten und halt total geile Videos dir anguckst.
Silvi: Katzen-Videos.
Timo: Ja, Katzen-Videos, genau. Oder auch Hunde-Videos, egal was. Es macht einfach
Timo: Spaß, sich diesen Kram anzugucken.
Timo: Und dann in dem Moment erzählst du mir was, ja, hier, morgen einkaufen,
Timo: das und das und das und das. Und ich so, ja, ja, packe ich alles, ja, ja, kein Problem.
Timo: Und in dem Moment dann, oder man ist schlecht drauf, man hat einen richtig scheiß Tag.
Timo: Und dann einfach zu sagen, hey, sorry, es geht gerade nicht,
Timo: das ist halt super schwer. Aber jetzt, wenn wir es erzählen,
Timo: hört es sich leicht an, aber ist es nicht.
Silvi: Ja, ich glaube, es hat viel damit zu tun, wie aufmerksam jeder sich selbst gegenüber ist.
Timo: Ja, und da hilft das Format, glaube ich.
Silvi: Ja, es ist ja eine Übungssache.
Timo: Es ist eine Übungssache.
Silvi: Und funktioniert auch nicht immer.
Timo: Nee, auch das.
Silvi: Und auch das ist aber okay, weil es funktioniert dann schon mal einmal öfter als vorher.
Timo: Ja, und findest du, man muss Bock aufs Format haben und sagen,
Timo: hey, ich gehe jetzt raus, das bringt mir was?
Silvi: Ja, also ich glaube schon, weil es ist ja auch ein gewisser Zeitaufwand,
Silvi: wenn man es jetzt zweimal durchspielt, dass jede Person einmal die Frage stellt,
Silvi: dann ist ja schon eine halbe Stunde um.
Silvi: Wir peilen immer so grob 40, 45 Minuten an, weil man fängt ja nicht an zu sprechen
Silvi: in dem Moment, wo man die Haustür rausgeht, sondern läuft vielleicht erstmal
Silvi: noch ein paar Schritte und dann geht es los.
Silvi: Und genauso will man ja auch nicht mit dem letzten Satz schon wieder die Tür reinkommen.
Silvi: Also deswegen, ich glaube, 40 Minuten ist realistisch.
Silvi: Und diese Zeit muss man sich einfach nehmen,
Silvi: Und klar, man muss auch in der Stimmung dafür sein oder die Energie dafür haben,
Silvi: zu sagen, ja, ich bin bereit, aktiv zuzuhören.
Timo: So offen zu sein dafür.
Silvi: Genau, weil manchmal ist es ja auch einfach so, dass du sagst,
Silvi: oh nee, ich will einfach gerade mal meine Ruhe haben und nicht auch noch aktiv
Silvi: irgendwas machen müssen.
Timo: Also nicht auf Biegen und Brechen, ja, das finde ich auch super,
Timo: super wichtig. Verstanden.
Timo: Okay, ich glaube, da haben wir schon richtig viele Punkte zusammen.
Silvi: Vielleicht sind unsere HörerInnen ja jetzt neugierig und probieren das auch mal aus.
Timo: Ja, probiert es aus.
Silvi: Funktioniert, wie gesagt, mit allen Personen, Kolleginnen, PartnerInnen.
Timo: Genau, das ist das Schöne. Das ist vielleicht auch noch ein Punkt,
Timo: egal wie die Beziehung zur anderen Person ist, mit der man das machen möchte.
Timo: Man kann sich da von der Flughöhe begeben, so wie man sich wohlfühlt.
Silvi: Und ja auch inhaltlich. Also es ist ja jedem selbst überlassen,
Silvi: welche Beispiele du bringst, wie persönlich die sind.
Silvi: Oder ob du überhaupt Beispiele bringst oder es lieber abstrakt beantwortest.
Timo: Genau, das macht es sehr angenehm, auch das Format. Und auch niederschwelligen
Timo: Zugang. Man kann es eigentlich mit jedem machen.
Timo: Frage, also dreimal fünf Minuten sich nehmen. Und mit den Leuten austauschen, super einfach.
Silvi: Ja.
Timo: Tolles Werkzeug. Gut.
Silvi: Ja, danke, dass du Lust hattest, mit mir ein Walk & Talk zu machen heute.
Timo: Sehr gerne. Es war ein toller Tag mit Walk & Talk und eine Aufnahme für unseren Podcast.
Timo: Ja, dann würde ich sagen, auf jeden Fall, vielen Dank fürs Zuhören.
Timo: Das war heute nicht Coffee Chaos Clarity, es war Tea Chaos Clarity.
Timo: Euer Podcast, bei dem wir beim Tee trinken unsere Gedankenchaos sortieren,
Timo: um Klarheit zu finden. Vielen Dank. Tschüss.
Silvi: Tschüss.
Silvi: So, das war eine sehr tolle Folge.
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