#7 - Konflikt oder Spannung?

Shownotes

Habt ihr euch schon mal gefragt, warum eine harmlose Alltagssituation – wie das Heimkommen nach dem Einkaufen oder die Wahl des richtigen Weges zum Restaurant – für den einen nur eine kleine Differenz ist, während der andere sich bereits mitten in einem emotionalen Boxkampf fühlt? Wir gehen der Frage nach, warum Harmonie nicht einfach die Abwesenheit von Konflikten ist und weshalb „Friede, Freude, Eierkuchen“ uns manchmal sogar daran hindert, wirklich in die Tiefe zu gehen.

Transkript anzeigen

Silvi: Willkommen zur neuen Folge von Coffee Chaos Clarity, eurem Podcast,

Silvi: bei dem wir beim Kaffee trinken versuchen, das Gedankenchaos zu sortieren und Klarheit zu finden.

Silvi: Timo, was ist unser Thema heute?

Timo: Danke Silvie. Heute haben wir ein richtiges Brett am Start und zwar einmal Konflikte

Timo: und ja, also wir Wir werden nicht in den Ring, in den Boxring steigen und uns betteln.

Timo: Können die ZuhörerInnen ja auch nicht sehen. Das wäre ja langweilig.

Timo: Und wir wollen das Ganze mal mit dem Überbegriff Spannungen vergleichen.

Timo: Was das für uns bedeutet, was das heißt und wie die vielleicht zueinander stehen.

Silvi: Ja, vielleicht hast du direkt zum Start ein Beispiel dazu.

Timo: Ach, ich habe ein super Beispiel mitgebracht und zwar eins von uns.

Timo: Und zwar ging es darum, ich war zu Hause, du warst einkaufen.

Timo: Es war bitterkalt draußen, Winter, du hast die dicke Jacke an.

Silvi: Jetzt bin ich gespannt.

Timo: Ja, ich habe mich total gefreut, dass du nach Hause kommst. Mach die Tür auf, habt ihr schon gehört.

Timo: Bin am rumtanzen in der Eingangstür, wollte ein bisschen Spaß machen.

Timo: Du hast die schweren Einkäufe am Start.

Timo: Kommst vor die Tür, siehst mich gar nicht.

Timo: Und ja, ich wollte dir was abnehmen. Und dann hast du so gesagt,

Timo: nee, jetzt ist es zu spät.

Timo: Und dann war so bei mir schon, oh, Konflikt, Attention, oh my God.

Timo: Gut, da habe ich erst mal gedacht, ich muss raus.

Timo: Und ich bin dann direkt wieder reingegangen und direkt an den Schreibtisch und

Timo: habe mich an den Computer gesetzt. Ich habe gedacht, okay, erst mal ankommen

Timo: lassen und dann schauen wir mal, was daraus wird.

Silvi: Ah krass, und das war für dich schon ein Konflikt?

Timo: Für mich war das schon ein Konflikt, ja.

Silvi: Das heißt, du hast die Situation, du hast es direkt auf dich bezogen,

Silvi: dass es was mit dir zu tun hat, dass ich genervt bin.

Timo: Ja, genau. So hat es sich auf jeden Fall angefühlt in der Situation.

Silvi: Ich war gerade total gespannt, was du jetzt wohl erzählst. Ich so dachte,

Silvi: okay, wieso ist das ein Beispiel für Konflikt?

Silvi: Ja, also ich erinnere mich an die Situation.

Timo: Ja.

Silvi: Ich weiß, dass ich echt super genervt war, weil ja, draußen kalt und die Läden

Silvi: sind einfach ultra überhitzt,

Silvi: also so gefühlt 25 Grad, aber du läufst halt mit der Winterjacke rum und irgendwie

Silvi: ich war voll beladen und ja, du hast Quatsch gemacht.

Silvi: Und ich wollte einfach nur erstmal ankommen. Ja, stimmt. Ja, genau.

Silvi: Also ich würde glaube ich sagen, für mich war das jetzt eher eine Spannung.

Silvi: Okay, ich bin auf deinen Spaß nicht angesprungen.

Silvi: Du hast gemerkt, oh, die ist genervt.

Silvi: Was war da dran für dich der Konflikt?

Timo: Ja, ich weiß, also für mich war dann, ich gehe dann gleich in den Konflikt so

Timo: ein bisschen. Also es ist vielleicht, ich habe schon darüber überlegt,

Timo: ob es für mich diese Vorstufe von Spannung überhaupt gibt.

Timo: Ich glaube, die gibt es gar nicht, sondern es geht dann relativ schnell Konflikt.

Timo: Mein Gott, was ist los? Und so, was habe ich gemacht?

Timo: Da geht es dann vielleicht direkt in die Schiene rein.

Timo: Mist, ich hinterfrage mich dann relativ schnell. Und deswegen ist es vielleicht

Timo: direkt ein Konflikt. Das fällt mir direkt auf.

Silvi: Interessant.

Silvi: Okay, ja, ich würde sagen, für mich war das nur eine Spannung, also so ein kurzes, ja,

Silvi: vielleicht keine harmonische Begrüßung, harmonisches Aufeinandertreffen,

Silvi: aber Harmonie bedeutet ja auch nicht die Abwesenheit von Konflikten.

Silvi: Im Vorfeld von der Folge hatten wir überlegt,

Silvi: was ist denn auf einer Harmonieskala und für mich war es ein sehr hoher Harmoniegrad,

Silvi: weil ich halt sage, Harmonie ist für mich, wenn irgendwie auch alles besprechbar

Silvi: ist, auch die unbequemen Sachen und nicht, dass alles irgendwie so Friede vor der Eierkuchen ist.

Timo: Ja, wir hatten es dann auch, dass dann Harmonie auch zu viel sein kann,

Timo: weil wenn die nämlich, alles ist schön, alles ist heiter, alles ist wunderbar,

Timo: dass dann auch keine Themen besprechbar wird, weil es dann unangenehm ist.

Silvi: Genau. Und das ist das, was ich mit einem Konflikt verbinde. Es ist unangenehm.

Silvi: Es ist auch natürlich was, dem man sich irgendwie stellen muss.

Silvi: Man weiß nicht genau, was da jetzt kommt.

Timo: Es ist dieses Ungewisse, glaube ich, auch einfach. Was kann da passieren?

Timo: Es sind wahrscheinlich auch immer persönliche Themen.

Timo: Auch gerade, also wenn du es so sagst, auch gerade, was man so in Familien oder

Timo: in der Familie beobachtet, ist ja dann auch schnell.

Timo: Themen werden nicht angesprochen. Es ist schwierig, darüber zu reden.

Timo: Und dann ist diese Schwelle, so wie ich es gerade beschrieben habe,

Timo: am Anfang mit den Konflikten auch wahrscheinlich sehr niedrig.

Timo: Es wird vielleicht gar nicht als Spannung empfunden, sondern gleich so,

Timo: oh mein Gott, was passiert denn da?

Timo: Und ich glaube, je nach Thema ist da die Einstiegshürde vielleicht größer,

Timo: kleiner, aber es geht halt, glaube ich, gleich in die Konfliktrichtung,

Timo: beziehungsweise würde mich natürlich noch interessieren, was für dich eine Spannung

Timo: ist und wo dann der Unterschied ist vielleicht.

Silvi: Ähm...

Silvi: Hm. Ich weiß nicht, ob ich das so trennscharf jetzt definieren kann,

Silvi: weil wir merken ja auch gerade, es ist sehr individuell.

Silvi: Und ja, ich denke in so einer Situation nicht, ah, das ist eine Spannung,

Silvi: ah, das ist ein Konflikt. Ich glaube, so trennscharf ist es nicht.

Silvi: So spontan aus dem Bauch raus würde ich sagen, ein Konflikt ist für mich schon

Silvi: ein bisschen verhärteter.

Silvi: Also im Sinne von, das ist auch stark verknüpft mit einer Emotion.

Silvi: Und bei einem Konflikt geht es auch häufig um Rechthaben.

Silvi: Die eigene Sichtweise, das ist jetzt die absolute Wahrheit, die es ja im Übrigen gar nicht gibt.

Timo: Ist es immer verbunden mit einer Emotion?

Silvi: Ich glaube schon. Weil es ist ja irgendwie was, woran man festhält,

Silvi: was man nicht so leicht bereit ist, loszulassen.

Silvi: Und egal, ob das jetzt eine Schuldzuweisung ist oder Recht haben.

Silvi: Aber es ist was, das bringt dich direkt in eine gewisse Emotion rein.

Timo: Ja, ja, und man fängt schwer an zu atmen.

Silvi: Ja, oder es ist halt vielleicht auch das, was du dir irgendwie ausmalst,

Silvi: was dann ist, wenn man das unbequeme Thema jetzt bespricht und so.

Timo: Oder für einen persönlich auch ein wichtiges Anliegen, was einem wichtig ist,

Timo: wo man dann auch direkt reingeht in diesen Konflikt.

Silvi: Ja und bei einer Spannung würde ich sagen, das sind vielleicht so Alltagssituationen,

Silvi: wo man mal genervt ist, hat nichts mit dem anderen zu tun, Aber halt so ein

Silvi: Moment von, lass mich gerade mal kurz in Ruhe, bis ich hier richtig angekommen bin.

Silvi: Oder weiß ich nicht, hatte einen schlechten Tag, bin heute nicht zu Späßen aufgelegt.

Silvi: Sowas in der Art. Und vielleicht irgendwas, also es ist glaube ich nicht was

Silvi: per se Negatives für mich,

Silvi: sondern eher so eine Differenz, dass man vielleicht auch nicht gleich auf der

Silvi: gleichen Wellenlänge ist, so in Richtung Missverständnis oder jetzt bei dem Beispiel,

Silvi: was du gebracht hast, du hast es direkt auf dich bezogen,

Silvi: aber ich war ja schon genervt, bevor ich zu Hause angekommen bin.

Silvi: Wegen den überhitzten Läden und so.

Silvi: Das heißt, das hatte ja überhaupt nichts mit dir zu tun.

Silvi: Und das ist dann eher so dieses Mismatch, die Differenz von uns vielleicht in der Kommunikation.

Silvi: Und deswegen ist es aber für mich eine Spannung, dass es nicht...

Silvi: Ist zum Beispiel nicht eine unausgesprochene Erwartung. Ich glaube,

Silvi: daraus entstehen häufig Konflikte.

Silvi: Wenn jetzt meine Erwartung wäre, du holst mich an der Tür ab und ohne ein Wort

Silvi: nimmst du alles entgegen oder so. Das ist eine unausgesprochene Erwartung.

Silvi: Ja, kann sein, dass du es erfüllst, kann halt auch sein, dass nicht,

Silvi: aber Erwartungen muss sich kommunizieren, wenn ich will, dass das passiert.

Silvi: Und sozusagen nochmal eine Stufe drauf. Ich glaube, manchmal haben Menschen

Silvi: Erwartungen an andere und sind sich dessen nicht mal bewusst.

Silvi: Und dann, das ist so ein typisches Konfliktpotenzial, weil wenn du dir selber

Silvi: deiner eigenen Erwartungen nicht bewusst bist, wie kannst du es dann kommunizieren

Silvi: und wie kannst du das dann auch trennen, dass da die Person gerade gar nichts dazu kann, sondern.

Timo: Du hast gerade Konfliktpotenzial, aber sind wir da nicht Spannungspotenzial?

Timo: Hat es da nicht eigentlich eher Spannungspotenzial?

Timo: Also diese Abstufung, unausgesprochene Dinge haben glaube ich Spannungspotenzial,

Timo: wie du gesagt hast auch kleine Dinge und unausgesprochen kann erstmal ein kleines Ding sein.

Timo: Ich glaube dann halt nur über die Zeit kann es dann zum Konflikt werden,

Timo: weil man sich dann auch emotional da mehr in Anführungsstrichen reinbegibt.

Timo: Und irgendwann kann es ausbrechen, kann es aber auch nicht.

Timo: Aber ich glaube so kleine Dinge, also ich habe nochmal so ein kleines simples Beispiel.

Timo: Wenn wir irgendwo hingehen in der Stadt oder hier ins Restaurant oder um die

Timo: Ecke, welchen Weg laufen wir denn jetzt?

Timo: Der eine denkt, das ist doch viel kürzer. Weil es einfach im Gefühl ist,

Timo: ich möchte jetzt auch hier laufen.

Timo: Ja genau, so laufe ich immer. Und das ist doch viel kürzer, da unterhalten wir uns auch oft drüber.

Timo: Und dann sagen wir einfach, ich laufe dir hin und her, lauf du lang,

Timo: wo es ist und dann ist es auch schon gut. Aber das hat auch so ein kleines Spannungspotenzial.

Silvi: Echt?

Timo: Ja, auf jeden Fall.

Silvi: Das hat für mich nichts.

Timo: Das ist nichts. Das ist aber auch, das beschreibt mir den schönen Unterschied

Timo: einfach, wie das sich für einen anfühlt.

Silvi: Also das, was du gerade beschrieben hast, ist für mich so eine Gewohnheit.

Silvi: Klar, wenn jeder für sich unterwegs ist, dann hat man ja so seine Standardwege,

Silvi: die man läuft oder fährt.

Timo: Lieblingswege auch.

Silvi: Was auch immer oder welche Straßenbahn man nimmt oder so.

Silvi: Und klar, wenn man zusammen unterwegs ist, dann gibt es da manchmal einen Mismatch.

Silvi: Aber ja, das ist für mich nichts.

Timo: Okay, das finde ich auch wieder spannend. Das wusste ich auch nicht,

Timo: aber ich fand, das ist nochmal ein gutes Beispiel, so diesen Einstieg.

Timo: Aber das macht es vielleicht auch umso schwieriger, da diese Unterscheidung

Timo: zu finden für Konflikte und Spannung.

Timo: Für manche ist es schon ganz schnell ein Konflikt, aber für manche ist es eine

Timo: Spannung. Was, das ist für dich ein Konflikt? Echt jetzt? Wahnsinn.

Silvi: Das mit den verschiedenen Wegen das ist mir einfach egal also ja ich würde da

Silvi: und da lang laufen aber so dieses,

Silvi: ob davon jetzt tatsächlich was kürzer ist das ist mir egal,

Silvi: also ist vielleicht relevant wenn man irgendwie richtig krassen Zeitdruck hat

Silvi: dass man sagt keine Ahnung da sind wenige Ampeln,

Silvi: Wenn wir die Bahn noch schaffen wollen oder so, kriegen wir es da vielleicht schneller hin.

Silvi: Aber das ist für mich sowas, das hat was mit Rechthaberei zu tun.

Silvi: Ich weiß genau, dass das hier kurzer ist. Und wo gibt es Shit?

Timo: Okay, lass uns mal auf Google Maps gucken. Mein Gott, wollen wir jetzt drum reden.

Silvi: Siehste, siehste, siehste.

Timo: Das ist ein guter Punkt, um auch nochmal zu sagen, wann könnten Konflikte sinnvoll sein?

Timo: Das ist ein gutes Beispiel für, wenn sie Energie kosten, sind sie nicht sinnvoll.

Silvi: Kosten Konflikte nicht immer Energie?

Timo: Ja, aber ich glaube schon, ja. Definitive Antwort.

Timo: Aber es ist wichtig, ich glaube vielleicht sogar manchmal bewusst und aktiv,

Timo: sich zu entscheiden, zu sagen, okay, will ich in diesen Konflikt reingehen oder

Timo: will ich in diesen Konflikt nicht reingehen?

Timo: Und wenn es zum Beispiel was ist, wo man sich selbst gut tut oder wo man für

Timo: seine Werte oder seine Vorstellung, für seine Gesundheit einsteht und kämpft,

Timo: dann ist es ganz wichtig in diesen Konflikt zu gehen und den nicht zu scheuen.

Timo: Also ich finde es immer wichtig zu sagen, also das entspannt mich ja auch,

Timo: wenn ich sage, oh dieser Konflikt bringt mir ja nur Energie oder da kostet mich

Timo: nur Energie, dann kann ich direkt, dann fällt es auch leichter,

Timo: genau das ist vielleicht das richtige Wort, loszulassen.

Timo: Einfach zu sagen, oh gut, drop the mic, weg mit dem Ding, brauche ich nicht.

Timo: Das finde ich nochmal ein cooles Bild einfach zu haben. Und ja,

Timo: by the way, ich nutze das auch im Recruiting und frage die Leute,

Timo: was ist Konflikt für dich?

Timo: Und ich finde es auch wichtig, weil es kann im Arbeitsalltag auch oft passieren.

Timo: Und dann ist es auch einfach gut zu sagen, in welche gehe ich rein,

Timo: welche gehe ich nicht rein, bin ich auch offen dafür.

Timo: Wenn ich nicht offen dafür bin, ist wieder dieses Harmoniebedürftige und ganz

Timo: viel Friede, Freude, Eierkuchen vielleicht.

Timo: Und dann funktioniert das aber auch nicht.

Silvi: Und vor allem die Missstimmung, die ist ja trotzdem da.

Timo: Die Missstimmung ist da, man weiß halt nur nicht warum. Man ist jetzt nicht greifbar.

Silvi: Und ich denke gerade so, Konflikt hat in erster Linie was mit einem selbst zu

Silvi: tun, auf individueller Ebene.

Timo: Das stimmt, ja.

Silvi: Weil ich denke, es gibt auch Konflikte, davon weiß die andere Person gar nichts.

Silvi: Ja. Also, ja, fiktives Beispiel.

Silvi: Person A hat irgendwas gemacht, was Person B ziemlich schlecht fand,

Silvi: um es mal nett zu umschreiben.

Silvi: Und ja, Person B hat deswegen eine Emotion, die er mit der Situation,

Silvi: mit der anderen Person irgendwie verknüpft,

Silvi: und kann man vielleicht schon als Konflikt beschreiben, aber die andere Person,

Silvi: die weiß das ja gar nicht, was ihre Handlung bei dem ausgelöst hat.

Timo: Ja, das ist gut, das ist richtig geil. Erstmal die eigene Beziehung zu einem

Timo: Konflikt oder überhaupt was. Warum ist die Situation jetzt für mich ein Konflikt Genau.

Timo: Und warum hat es das bei mir ausgelöst?

Silvi: Weil ich habe, als wir eingestiegen sind in das Thema, war für mich irgendwie

Silvi: so klar, ja, das sind zwei Positionen,

Silvi: müssen nicht unbedingt zwei Einzelpersonen sein, das ist ja manchmal auch zwischen

Silvi: der ganzen Familie oder Gruppen, ja, wie auch immer,

Silvi: aber tatsächlich...

Silvi: Fängt es erstmal auf individueller Ebene an, sozusagen, wenn einem was quer steckt.

Silvi: Und es gibt ja auch Konflikte mit sich selbst.

Silvi: Also Beispiel, die Couch ist so gemütlich und ich nasche so gerne,

Silvi: aber eigentlich müsste ich Sport machen oder hatte ich mir vorgenommen, Sport zu machen oder so.

Silvi: Also das ist ja auch zwei Sachen, die man sich vielleicht vornimmt oder die

Silvi: man gerne macht, die aber eigentlich nicht miteinander matchen.

Timo: Und das ist auch ein emotional besetztes Thema, weil dann ist es relativ schnell

Timo: ein Konflikt und das ist schon keine Spannung mehr.

Timo: Ich will naschen, es ist doch nur eine Spannung, also kann ich auch sitzen bleiben.

Silvi: Herr mit der Schokolade.

Timo: Herr mit der Schokolade, ich hau mir die 300 Gramm Tafel rein.

Timo: Ja, eigene Beziehung zu Konflikten, super wichtig. Finde ich ein guter Punkt.

Timo: Wie stehe ich zu Konflikten? Wie will ich damit umgehen?

Timo: Es ist okay für mich, wenn es unbequem wird.

Timo: Und unbequem ist nie schön. Es ist nie schön. Es ist super anstrengend.

Timo: Aber man kann sehr viel daraus lernen.

Timo: Also es ist ja auch immer so, wir fragen uns das ja auch ab und zu mal,

Timo: wenn wir irgendwie gestresst sind oder so. Oh, was soll die Scheiße jetzt schon wieder?

Timo: Und dann so, ach, du bist abgefuckt? Hm, vielleicht lernst du gerade was.

Silvi: Wenn es unbequem ist, wenn es knirscht.

Timo: Und das hilft aber auch, finde ich, einfach nochmal zu sagen,

Timo: dieser Satz oder diese Überlegung, lerne ich gerade was in dem Konflikt,

Timo: das hilft es nochmal ein bisschen leichter zu nehmen, weil dann fokussierst

Timo: du dich anders, dann fokussierst du dich auf das, was du vielleicht lernst.

Timo: Natürlich haben wir auch Situationen, braucht man nicht zu verschweigen,

Timo: wo man einfach nichts findet, was man lernt, wo man einfach nur abgefuckt ist.

Timo: Und dann ist das halt so, dann muss man es akzeptieren. Aber ich glaube,

Timo: die Perspektive hilft einem nochmal.

Timo: Das ist ein bisschen leichter zu nehmen, ein bisschen vielleicht auch aus der Emotion rauszukommen.

Silvi: Und ich habe auch gerade gedacht, wenn ich...

Silvi: Wenn ich es schaffe, mich nicht total in meiner Emotion zu verlieren,

Silvi: dann gibt mir das ja auch die Möglichkeit, etwas über die andere Person zu erfahren.

Silvi: Also wenn wir bei dem Eingangsbeispiel bleiben, du hättest ja auch fragen können,

Silvi: du machst gerade voll den genervten Eindruck.

Silvi: Dann hätte ich dir wahrscheinlich gesagt, die ganzen Läden hier voll bescheuert, total überheizt.

Silvi: Und dann hättest du auch direkt erfahren, hey, es hat überhaupt nichts mit dir zu tun.

Timo: Ich war direkt im Konflikt drin. Ich war so direkt, wenn du gerade darüber riecht,

Timo: ich war so direkt drin, so zack, bumm, weißt du, so totale Freude und dann so,

Timo: ja, jetzt kannst du es dir sparen, also mal ein bisschen übertrieben. Und ich so, hm.

Timo: Ich habe direkt...

Silvi: Ich dachte gerade so, oh Gott, hier entsteht das Bild der schlimmen Ehefrau.

Timo: Nein, überhaupt nicht. Auf gar keinen Fall. Das will ich auf gar keinen Fall

Timo: wiedergeben, aber ich war gerade dann direkt so wie so ein kläffender Hund.

Timo: Genau.

Silvi: Okay.

Timo: Es ist nicht auch, also ich würde gerne nochmal auf den Punkt mit der Harmonie,

Timo: ist nicht die Abwesenheit von Konflikten. Kurz ein bisschen eingehen.

Timo: Da finde ich es auch, keine Ahnung, ich habe so die Idee oder nochmal drüber

Timo: nachgedacht, diese Überharmonie und wenn man keine Konflikte dann irgendwie

Timo: hat, ich finde es dann auch zum gewissen Teil unterwürfig.

Timo: Man steht nicht für sich selbst ein und man verschließt sich einfach total für

Timo: die Türen dadurch, glaube ich.

Timo: Wenn man sich nicht dieses ich kann das verstehen, dass man sich nicht in diese

Timo: unangenehmen Gefühle begeben will, aber es ist halt auch ein Tick unterwürfig,

Timo: habe ich das Gefühl und ja, man steht halt auch nicht für sich ein.

Silvi: Ja, kommt vielleicht auch darauf an, wie es so generell, ich sag mal,

Silvi: wie das Gleichgewicht ist.

Silvi: Weil wenn du jetzt von Beziehungen sprichst und beide sind zum Beispiel sehr

Silvi: harmoniebedürftig, ja, dann werden nie unbequeme Themen angesprochen.

Silvi: Ich glaube nicht, dass es zwingend was mit einer Unterwürfigkeit zu tun hat,

Silvi: aber vielleicht, dass eine gewisse Tiefe gar nicht möglich ist,

Silvi: weil man bleibt ja immer da, wo es irgendwie schön ist.

Silvi: Man guckt halt nicht dahin, wo es potenziell unbequem ist.

Silvi: Und das ist ja auch nur eine Vorstellung, die man davon hat.

Silvi: Also es muss ja gar nicht über ein mögliches Konfliktthema zu sprechen.

Silvi: Es ist ja erstmal ein mögliches Konfliktthema, weil man sich das selber so ausdenkt.

Silvi: Aber ob das dann tatsächlich ein Konflikt wird, sagen wir mal dahingestellt.

Timo: Genau, die Geschichte, die man sich dazu im Kopf erzählt, ist natürlich erstmal eine ganz andere.

Timo: Man hat Schiss oder Angst, jemanden zu fragen und dann kann man sich ja auch

Timo: erstmal Gedanken machen, vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm,

Timo: frag doch erstmal. Und meistens, was kann einem passieren auch?

Timo: Nichts kann passieren und das ist manchmal ganz leichtgewichtig.

Timo: Und man fühlt sich dann auch gut, dass man sich getraut hat,

Timo: die Frage zu stellen. Das finde ich auch immer, das ist ganz gut.

Timo: Was kann im schlimmsten Fall passieren?

Timo: Nichts meistens.

Silvi: Genau, meistens, also natürlich, ja, irgendwas, aber es ist nicht wirklich schlimm.

Silvi: Und vielleicht, wenn man sich das häufiger traut,

Silvi: sind irgendwann die Dinge nur noch eine Spannung. Das, was man früher vielleicht

Silvi: als Konflikt definiert hat.

Timo: Ja, man muss sich auch nicht immer an die großen Brocken rantrauen,

Timo: sondern man kann auch mal an die kleinen Brocken rangehen.

Timo: Also weiterhin Schokolade essen zum Beispiel.

Timo: Da erstmal nicht rantrauen.

Silvi: Da könnte höchstens der Konflikt sein, ob man die auch teilt.

Timo: Vielleicht, ja. Dann würde ich vielleicht im Rewe zum Kassierer gehen und fragen,

Timo: wie viel Zucker ist da drin?

Timo: Wenn man sich das nicht traut, obwohl das kann man auch nachgucken,

Timo: steht hinten auf der Packung, ist Quatsch.

Timo: Gut. Oh ja, das war ein schönes Brett, würde ich sagen, auf jeden Fall.

Timo: Ich hoffe, die ZuhörerInnen wollen nicht direkt in den Ring steigen und sich boxen gehen.

Silvi: Ah ja, irgendwie ist diesmal bei diesem Thema die Zeit wirklich nur so geflogen.

Timo: Auf jeden Fall.

Silvi: Das war es nämlich schon wieder. Vielen Dank fürs Zuhören. Das war Coffee Chaos

Silvi: Clarity, euer Podcast, bei dem wir

Silvi: beim Kaffee trinken unser Gedankenchaos sortieren, um Klarheit zu finden.

Timo: Tschüss.

Silvi: Tschüss.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.