#8 - Was bedeutet Mut?
Shownotes
Was bedeutet es eigentlich, mutig zu sein? Ist es der spektakuläre Sprung aus dem Flugzeug, der Widerspruch gegenüber dem cholerischen Chef oder doch die Entscheidung, sich trotz Flugangst in den Flieger zu setzen? In der neuen Folge von Coffee Chaos Clarity sortieren wir das Gedankenchaos rund um das Thema Überwindung. Wir hinterfragen ein Zitat von Nelson Mandela und entdecken, warum Mut viel weniger mit dem „Triumph über die Angst“ zu tun hat, als wir oft glauben. Stattdessen sprechen wir über die Kraft der persönlichen Prioritäten und warum Mut für jeden von uns etwas völlig anderes bedeutet. Egal, ob du gerade vor einer großen Entscheidung stehst oder dich fragst, warum dir manche Dinge schwerer fallen als anderen – hör rein und aktiviere deinen eigenen Mutmuskel!
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Timo: Willkommen zur neuen Folge von Coffee Chaos Clarity, eurem Podcast,
Timo: bei dem wir beim Kaffeetrinken versuchen, das Gedankenchaos zu sortieren und
Timo: Klarheit zu finden. Sylvie, was ist unser Thema heute?
Silvi: Unser Thema heute ist, was bedeutet Mut?
Silvi: Und zu der Frage würde ich gerne mit einem Zitat einsteigen,
Silvi: was Nelson Mandela zugeschrieben wird.
Silvi: Und das Zitat lautet, ich habe gelernt, dass Mut nicht die Abwesenheit von Furcht
Silvi: ist, sondern der Triumph darüber.
Timo: Sehr spannend auf jeden Fall. Dann nehme ich mir mal den Mut und widerspreche
Timo: dir und finde, dass Triumph darüber vielleicht nicht immer möglich ist,
Timo: aus meiner Sicht, über die Angst.
Timo: Oder von daher, habe ich da leichte Störgefühl?
Silvi: Ja, habe ich auch, weil für mich bedeutet das, dass es eine Art Kampf ist,
Silvi: ein innerer Kampf vielleicht.
Silvi: Das sehe ich nicht so, sondern eher ist es eine Art Überwindung,
Silvi: aber deswegen muss ja die Angst nicht weg sein.
Silvi: Bei Triumph denke ich eher so, man unterdrückt vielleicht die Angst und das
Silvi: denke ich soll es halt nicht sein.
Silvi: Ich habe, als ich geguckt habe, von wem das Zitat ist, also ich hatte es schon
Silvi: mal gehört, war aber nicht mehr sicher, wem ich es zuordnen kann,
Silvi: habe ich ein ähnliches gefunden von Roosevelt und der sagt, Mut ist nicht die
Silvi: Abwesenheit von Furcht, sondern die Einschätzung, dass etwas anderes wichtiger ist als Furcht.
Silvi: Und vielleicht geht das schon eher in die Richtung, was wir jetzt auch gerade
Silvi: gesagt haben, dass es halt eine Überwindung der Angst ist.
Silvi: Und ja, das zeigt sich ja vielleicht schon in ganz kleinen Beispielen,
Silvi: dass es vielleicht oder dass es was sehr Individuelles ist und dass es vielleicht
Silvi: viel mehr Mut für eine einzelne Person bedeutet,
Silvi: einem cholerischen Chef zu widersprechen.
Silvi: Oder du hattest jetzt gerade den Joke, deiner Ehefrau zu widersprechen.
Silvi: Ja, dass das vielleicht sowas mehr Mut erfordert als jetzt, keine Ahnung,
Silvi: der Extremsportler, der aus dem Flugzeug springt, was so gesellschaftlich betrachtet,
Silvi: oh ja, das ist ja super mutig.
Silvi: Ja, aber die Person macht das halt häufiger und empfindet das selber vielleicht gar nicht so.
Timo: Ja, mich spricht es auch an, dass etwas anderes Wichtiger ist.
Timo: Das finde ich gut. Ich habe auch noch vielleicht ein kleines eigenes Beispiel.
Timo: Ich habe ja auch immer ein bisschen Flugangst und da ist es halt wichtiger,
Timo: in Urlaub zu fahren und Abenteuer zu erleben,
Timo: anstatt diese Angst zuzulassen oder überwältigen zu lassen und nicht ins Flugzeug
Timo: zu steigen und die immer wieder zu überwinden.
Silvi: Ich habe beim Thema Mut auch so an Kindheit, Jugend gedacht.
Silvi: Da gibt es ja Mutproben. Hey, wenn du das und das machst, dann gehörst du dazu.
Silvi: Und auch das ist ja diese Überwindung von, ich mache jetzt hier,
Silvi: ja keine Ahnung, fahre mit dem Fahrrad den Berg runter ohne zu bremsen,
Silvi: weil dann beweise ich Mut und dann gehöre ich dazu.
Silvi: Und dieses Dazugehören ist in
Silvi: dem Moment wichtiger, als ich kann mich vielleicht auf die Schnauze legen.
Timo: Mhm.
Timo: Ja, also da sind wir, glaube ich, schon bei dem ersten wichtigen oder coolen
Timo: Punkt, dass es sehr individuell ist.
Timo: Also es kann wirklich in eine Range gehen von, ja, man überwindet seine Flugangst,
Timo: kann mutig sein oder auch, ja, man geht zum Neueleitsempfang der Firma zum Beispiel.
Timo: Das kann auch mutig sein, weil man da vielleicht nicht so gerne unter Menschen
Timo: ist, unter vielen Menschen.
Timo: Vielleicht nochmal zu Abgrenzungen von zum Beispiel Extremsportlern,
Timo: das ist vielleicht dann auch noch die andere Seite, auf der anderen Seite der Skala,
Timo: wo Menschen hier Fallschirmspringen machen oder auch die, nicht die Paraglider,
Timo: wie heißen sie, die Basejumper.
Timo: Genau, die dann mit ihren Wingsuits zwischen den Felsen durchfliegen.
Timo: Das halten auch viele für mutig oder das sieht auch erst mal mutig aus,
Timo: aber das ist eher wahrscheinlich so ein kalkulierteres Risiko,
Timo: was die eingehen mit viel Erfahrung und auch meistens hoffentlich wissen,
Timo: wo sie sich reinbegeben.
Silvi: Ich finde, du sprichst da gerade zwei ganz wichtige Punkte an.
Silvi: Also zum einen ist Mut ganz häufig eine Bewertung von außen.
Silvi: Und also wenn zum Beispiel jemand sagt, du bist aber mutig, dass du das und das machst.
Silvi: Das hat ja häufig viel, viel mehr mit der Person, die das ausspricht,
Silvi: zu tun, weil offensichtlich machst du irgendwas, was dieser Person Angst macht.
Silvi: Deshalb sie das als mutig bewertet.
Silvi: Und zum anderen, ja, die Einschätzung von Risiko, weil da sind wir wieder bei
Silvi: diesem Zitat, du triffst halt eine Einschätzung, dass etwas anderes wichtiger ist.
Silvi: Die Angst sagt dir ja erstmal, hey, da besteht ein potenzielles Risiko und wenn
Silvi: du dir aber Gedanken drum machst,
Silvi: ja, was passiert in dem allerschlimmsten Fall, dann nimmt es vielleicht auch
Silvi: ein Stück weit die Angst und auf jeden Fall machst du in dem Moment eine Risikobetrachtung.
Silvi: Ja, was kann im schlimmsten Fall passieren? Was sind die Konsequenzen daraus?
Silvi: Und bewertest auch ganz konkret, okay, was ist mir jetzt wichtiger?
Silvi: Und da sind wir wieder bei der Überwindung.
Timo: Und das ist nochmal ein krasser Punkt. Was passiert im schlimmsten Fall bei
Timo: diesen Wingsuit-Extremsportlern? Tod, natürlich.
Timo: Wäre der allerschlimmste Fall. Also die überwinden ja dann auch diese Angst
Timo: davor und sagen sich, für mich ist jetzt was anderes wichtiger.
Timo: Wahrscheinlich nochmal ein anderes Thema dieser Adrenalinkick oder in welche Richtung es geht.
Timo: Ich meine, da gibt es viele Beispiele und da habe ich auch noch ein extremen,
Timo: Sportlerbeispiel mitgebracht, was ich super spannend fand von einem,
Timo: ich hoffe, ich spreche den Namen richtig aus, Vitomir Maracic,
Timo: der den Weltrekord im Luftanhalten hält.
Timo: Der ist auch Abneuetaucher, der kann 123 Meter in die Tiefe tauchen.
Timo: Okay, krass. Mit einem Luft- und Atemzug.
Timo: Und der hat den Rekord gebrochen von 24 Minuten und hat den ausgebaut auf 29 Minuten.
Timo: Das finde ich unvorstellbar.
Timo: Und auch, da gibt es einen schönen Artikel im Spiegel. Der hat auch,
Timo: das ist ein kalkuliertes Risiko, was wir gesagt haben.
Timo: Der hat irgendwie einen Ruhepuls von 49. Der hat ein dreifaches Lungenvolumen
Timo: von einem erwachsenen Mann.
Timo: Und der kennt sich damit aus. Der weiß, wie es ist. Und ich habe dann auch in
Timo: dem Artikel gelesen, nach 24 Minuten, wo es gebrochen war, der Artikel,
Timo: hat so sein Freund, der an dem, die haben so ein Becken gehabt,
Timo: wo er reingetaucht ist, also ich habe es mir so vorgestellt wie so ein Planschbecken,
Timo: wo er unter Wasser liegt und dann sozusagen dann sich dann konzentriert und
Timo: der hat dann irgendwie mit Zeichen versucht, dem zu geben, jetzt ist es gut,
Timo: ist es gebrochen, aber er ist halt nicht aufgetaucht.
Timo: Er hat gesagt, das schafft er, das schafft er und geht halt in dieses kalkulierte
Timo: Risiko mit rein und versucht halt unbedingt diesen Rekord weiter hochzuschrauben
Timo: und im Nachwort von dem Artikel heißt es dann noch so,
Timo: ja, überleg das nochmal zu machen und dann über 30 Minuten diesen Rekord zu sprengen.
Timo: Und dann sieht man dann wieder so, ist das Übermut? Ich glaube es nicht.
Timo: Vielleicht ist es tollkühn, ja.
Timo: Bestimmt sogar. Und die haben halt auch, oder aus dem Beispiel,
Timo: so diese unglaubliche Drang, jetzt ist gerade was wichtiger.
Timo: Also vielleicht auch der eigene Fame. Ich weiß es nicht, was es ist,
Timo: aber was diese Menschen vorantreibt, ist schon absoluter Wahnsinn.
Silvi: Das ist wahrscheinlich immer so eine Gratwanderung, weil wie groß das Risiko
Silvi: ist, weißt du ja meistens erst danach.
Timo: Ja.
Silvi: Weil es ist immer eine Abschätzung und es hängt ja auch oft noch von weiteren
Silvi: äußeren Faktoren ab, die nicht immer gleich sind.
Silvi: Und auf jeden Fall glaube ich, du kannst Mut trainieren.
Silvi: Es wird ja immer von der Komfortzone gesprochen, indem du einfach immer mal
Silvi: wieder Sachen ausprobierst und es dich dann weniger Überwindung kostet,
Silvi: weil du hast ja positive Erfahrungen gemacht.
Silvi: Und das ist was, was ich mit Mut verknüpfe.
Silvi: Für mich ist Mut zu haben so ein Schatz, weil entweder ich mache die Erfahrung,
Silvi: dass es sich voll lohnt, dass es geil wird,
Silvi: Oder vielleicht scheitere ich, aber durch dieses, ich habe mich überwunden und
Silvi: den Mut gehabt, was auszuprobieren, was dann vielleicht nicht funktioniert hat,
Silvi: auf diesem Weg dahin lerne ich super viel.
Silvi: Und wenn wir eine sinnvolle Risikoabschätzung machen, die jetzt nicht im schlimmsten
Silvi: Fall Tod bedeutet, sondern vielleicht in Anfangstrichen nur eine Verletzung
Silvi: oder, ja, weiß ich nicht.
Silvi: Man kann auch die finanziellen Mittel verlieren oder so, weil man mit einer
Silvi: Idee an den Start geht, die aber dann doch nicht fruchtet.
Silvi: Ja, aber meistens ist der Worst Case eben nicht so extrem, dass es sich nicht
Silvi: lohnt das einfach mal auszuprobieren.
Timo: Ja, das stimmt für die meisten ich fand das schön halt an dem Spektrum,
Timo: es können so wunderbar ganz kleine Sachen sein, die mutig sind,
Timo: aber auch so riesig wie diese Extremsportler, die dann nochmal ein ganz anderes,
Timo: Mindset haben, aber es fängt klein an und ich finde das Bild toll mit dem Schatz,
Timo: stelle ich mir eine Schatzkiste vor, die du aufmachst, wenn du das Gold siehst
Timo: und dann hast du erstmal, oh geil, cool, ich habe den Schatz gefunden.
Timo: Und es macht sich auch an den kleinen Beispielen, wie gesagt,
Timo: ich habe es von der Flugangst gesagt, wenn du dann da erstmal gelandet bist,
Timo: da wo du hin wolltest und dir das anguckst und dann hast du es schon wieder
Timo: komplett vergessen, dass du da mutig warst oder Angst gehabt hast.
Silvi: Das ist ja auch Mut, dass du jetzt gerade eine vermeintliche Schwäche teilst.
Silvi: Weil in dem Moment, wo du den Mut hast das auch auszusprechen davor habe ich Angst ähm,
Silvi: Ja, geht man ja auch so eine gewisse Verletzlichkeit ein.
Timo: Ja, und dann, das macht es greifbar. Und du hast auch, glaube ich,
Timo: eben nochmal gesagt, so dieses Wiederholen, immer wieder da reingehen und diese
Timo: Angst versuchen, einen Triumph zu erzielen oder zu entscheiden,
Timo: dass das andere wichtiger ist.
Timo: Das ist einfach super entscheidend. Und ich habe auch nochmal ein Beispiel,
Timo: so als Führungskraftperspektive,
Timo: wo ich sage, hey, es ist auch toll, sich als Führungskraft selbst verletzlich
Timo: zu zeigen, dem anderen gegenüber, dem Team gegenüber, weil das öffnet auch einfach
Timo: so viele Möglichkeiten.
Timo: Und dann kriegst du auch irgendwann diesen Schatz zurück, wo die andere Person
Timo: sagt, oh, da hatte ich voll die Angst hier bei der Aufgabe und dass du mir geholfen
Timo: hast, dass du auch dich hier verletzlich gezeigt hast, das hat mich entspannt
Timo: gemacht, hat mich zurückgelehnt.
Timo: Und dann ist das eine tolle Belohnung, das einfach dann auch als Führungskraft
Timo: zu sehen und das zu wiederholen und zu wiederholen.
Timo: Dann gewinnt man auch Sicherheit.
Silvi: Eher so eine gewisse Nahbarkeit stellt es ja auch her.
Timo: Genau.
Silvi: Eine Verbindung zu den Menschen.
Timo: Ich würde aber auch wieder nicht sagen, so wie man es am Anfang gesagt hat,
Timo: dass ich dann irgendwann einen Triumph darüber habe.
Timo: Es ist dann eher auch so Muskeltraining.
Silvi: Den Mutmuskel.
Timo: Den Mutmuskel trainieren und den immer wieder sozusagen, wie wenn man Liegestütze
Timo: macht, mit Übungen und den Muskeln zu stehlen.
Silvi: Es wird irgendwann leichter.
Timo: Ja, es wird irgendwann leichter. Ja, auf jeden Fall. Das finde ich ein super Bild dazu.
Silvi: Und weil du gerade auch sagst, es geht gar nicht um den Triumph darüber.
Silvi: Oder wir hatten eingangs gesagt, es geht nicht darum, dass man gar keine Angst mehr hat.
Silvi: Ich habe von so einem, wie heißt es, Klippenspringer gelesen.
Silvi: Ein Brite ist es, glaube ich, Gary Hunt.
Silvi: Der eben gesagt hat, mein Herz, das pocht jedes Mal immer noch so schnell,
Silvi: wenn ich hier hochkomme, obwohl er das schon zigmal gemachst hat,
Silvi: irgendwie aus 27 Metern darunter zu springen.
Silvi: Es ist trotzdem, hat er immer wieder diese Angst und ja, es fällt einen Tick leichter, weil,
Silvi: Er hat es ja schon mal gemacht. Also es gibt ja auch dieses Körpergedächtnis.
Timo: Und vor allem, was ich da auch ein schönes Bild finde, also der hat ja auch
Timo: nicht bei 27 Meter angefangen zu springen.
Timo: Nein, natürlich nicht. Der hat vielleicht bei 50 Zentimeter angefangen, bei einem Meter.
Timo: Ja, es kann jeder relaten, es kann jeder sich da auch reinfühlen,
Timo: weil jeder hat mal am Schwimmbad auf dem Ein-Meter-Brett gestanden und hat Angst
Timo: gehabt, da runter zu springen.
Silvi: Und da sind wir wieder bei dieser Bewertung von außen von Mut.
Silvi: Wenn du jetzt natürlich diesen Klippenspringer siehst, krass, 27 Meter, wie mutig.
Silvi: Aber ja, der hat da nicht angefangen.
Silvi: Das ist aber das, was von außen gesehen wird, wo man ja schon fast sagen kann,
Silvi: das ist total bescheuert, das zu machen, weil wenn du da keine Körperspannung
Silvi: hast oder irgendwie einen kleinen Fehler, dann ist es halt,
Silvi: wenn du auf die Wasseroberfläche ankommst, wie auf Beton.
Timo: Aber das ist schön, nochmal diese Außenbetrachtung. Natürlich überträgst du
Timo: deinen Stand von dem Mut, von dem, der von 27 Meter darunter springt,
Timo: den du hast hier noch nie gemacht.
Timo: Natürlich finde ich das mutig. Oder auch, wenn man sich mit anderen Leuten unterhält
Timo: und du hast dann irgendwas gemacht, was die als super mutig empfinden,
Timo: aber du hast halt dafür trainiert und denkst, du kannst gar nicht das verstehen.
Timo: Warum finden die das jetzt? Das hatten wir ja auch schon oft bei Beispielen,
Timo: wo man gesagt bekommt, das ist aber mutig. und du denkst so,
Timo: hä, okay, das habe ich doch jetzt einfach so gemacht.
Timo: Aber das ist halt die Außenbetrachtung von der anderen Seite.
Silvi: Ja, weil die Leute auch nicht den Weg dahin sehen.
Timo: Nee, genau.
Silvi: Und die sehen vor allem nicht, dass du ja vielleicht auch Angst hattest.
Silvi: Nur du hast sie halt überwunden. Sie selber lassen sich halt davon blockieren. Ja.
Silvi: Und dass man das auch gar nicht vergleichen kann und dass es darum auch nicht
Silvi: geht, nur weil mich das weniger Überwindung kostet, darf es trotzdem jemand
Silvi: anderes viel Überwindung kosten.
Silvi: Und das ist wieder so dieser Aspekt, das ist sehr, sehr individuell,
Silvi: das kann sich verändern.
Silvi: Du hattest, glaube ich, auch nicht immer Flugangst.
Timo: Ja, das entwickelt sich auf einmal und dann denkt man sich, was,
Timo: warum kriege ich denn jetzt schweißige Hände oder wenn irgendwie Turbulenzen sind, oh mein Gott,
Timo: ich grabe meine Hand in die Lehne, muss ich aufpassen, dass ich nicht deine Hand nehme,
Timo: blaue Flecken, Quetschungen oder so, weil ich mich so verkrampfe und so.
Timo: Aber ja, du hast eben auch nochmal einen tollen Punkt gesagt,
Timo: es ist eine aktive Entscheidung, jedes Mal diese aktive Entscheidung zu treffen und,
Timo: Stelle ich mich dieser Angst, Beweis, Mut oder man kann es auch wegdrücken.
Timo: Man kann auch sagen, oh, nee, es ist Themawechsel, Themawechsel.
Timo: Ich möchte jetzt einen Kaffee oder was zu trinken. Über dieses Thema möchte
Timo: ich nicht reden. Das ist auch okay.
Silvi: Ja, dann wächst du halt aber nicht.
Timo: Dann wächst du nicht. Dann entdeckst du nicht den von dir angesprochenen Schatz.
Silvi: Ja.
Timo: Ich weiß auch gar nicht, ob es so, was ich gerade noch drüber nachdenke,
Timo: ist, wenn man sich einmal den Mut bewiesen hat, so einen Schatz entdeckt hat,
Timo: meinst du, Das kann man übertragen auf andere Sachen, wo man vielleicht Angst
Timo: hat und versucht, Mut zu finden.
Timo: Oder gibt es auch Sachen, es gibt ja diese ultimativen Ängste.
Timo: Du bist in geschlossenen Räumen, hast du Angst.
Timo: Oder du hast Angst vor irgendwelchen Alltagssituationen, die sich vielleicht
Timo: niemals besiegen lassen. Und du springst den Mut nie auf.
Timo: Das beschäftigt mich gerade noch so. Diese Übertragung, wenn du diesen Schatz,
Timo: dieses Glücksgefühl einfach mal erlebt hast, ob du das dann übertragen kannst
Timo: auf andere Situationen. Ich glaube es ja fast nicht. ist die Antwort jetzt einfach
Timo: mal vorweggenommen, weil es wieder individuell ist, so wie wir es am Anfang gesagt hatten.
Silvi: Ja, ich glaube, was hilft, ist der Gedanke von kann ich es irgendwie ein bisschen kleiner machen?
Silvi: Also, ja, du musst nicht gleich mit den 27 Metern, oder bleiben wir mal in der
Silvi: Realität von normal los.
Silvi: Es gibt Schwimmbäder, die haben einen 10-Meter-Turm. Aber damit musst du ja nicht anfangen.
Silvi: Dann fang halt mal mit dem 1er an und dann vielleicht mit dem 3er.
Silvi: Vielleicht streckst du heute auch nur den großen Zeh ins Wasser und dann holst
Silvi: du dir eine Pommes und das war schon mutig genug.
Silvi: Also so dieses Herantasten.
Silvi: Ich glaube, wenn man das im Hinterkopf hat, dass man nicht immer sofort das
Silvi: große Ding reißen muss, sondern einfach sich herantasten,
Silvi: vielleicht die Erfahrung machen, ey komm, heute ist ein guter Tag,
Silvi: heute fühle ich mich in der Lage, das mal auszuprobieren.
Silvi: Und auch da den Gedanken, hey, es ist vielleicht viel mutiger,
Silvi: wenn du auf dem 10-Meter-Turm bist und merkst, ich schaffe das heute nicht,
Silvi: wieder runter zu gehen, anstatt das jetzt auf Biegen und Brechen durchzuziehen.
Silvi: Dass auch dazu gehört ja Mut zu sagen, heute passt es nicht oder vielleicht
Silvi: passt es auch nie. Es ist nichts für mich.
Timo: Ja, total. Dann kommt mir wieder der Gedanke zum Mutproben oder so. Ja.
Timo: Hey, du springst jetzt da runter, dann bist du bei uns im Club mit drin.
Silvi: Aber dann ist wieder die Bewertung, was ist wichtiger? Dazugehören oder für mich einstehen?
Timo: Auf jeden Fall. Für sich einstehen, das ist auch ein guter Punkt,
Timo: wo man mutig sein kann, für sich einzustehen.
Timo: Was auch nicht so einfach ist, wenn du sozialen, gesellschaftlichen Druck hast,
Timo: da irgendwie reinzugehen.
Timo: Das stimmt auf jeden Fall.
Silvi: Und auf jeden Fall bedeutet das auch ganz viel Mut.
Silvi: Und da sind Höhe dabei, manchmal kostet es mehr Mut, solche vermeintlich banalen
Silvi: Sachen die Überwindung aufzubringen, als jetzt irgendwas Krasses.
Timo: Ja, und vielleicht auch einfach, was auch bei mir gerade hochkommt,
Timo: ist viel Reflexion, viel mit Reflexion zu tun. Was macht mir denn überhaupt gerade Angst?
Timo: Aber dann ist man dann schon wieder, dass man merkt, dass man Angst hat,
Timo: uns nicht wegzudrücken.
Timo: Vor dieser unterbewussten Mustererkennungsmaschine wie der Mensch oder das Gehirn
Timo: da aktiv reinzugehen, ist auch nicht so einfach.
Timo: Das ist dann auch bewusst sein.
Timo: Was mir noch einfällt, ist auch, kann Mut ein Privileg sein? Ist Mut ein Privileg?
Silvi: In bestimmten Situationen bestimmt. Ich denke jetzt gerade so an Unternehmensgründung.
Silvi: Jemanden, der eine Familie mit Geld oder, weiß ich nicht, Geld geerbt hat oder so.
Silvi: Also, ja, du hast halt keine Existenznot, wenn das weg ist, weil das einfach
Silvi: so ein extra Puffer bedeutet.
Silvi: Insofern würde ich sagen, ja, natürlich ist es auch ein Privileg,
Silvi: weil einfach für manche Menschen manche Dinge rein vom Grundsetting oder die
Silvi: Grundvoraussetzungen es einfach leichter machen.
Silvi: Die haben vielleicht erstmal so alleine betrachtet die gleiche Angst wie jemand
Silvi: anders, aber wenn du dann in der Risikoabwägung bist,
Silvi: ja eine Person, die investiert alles, was er hat an Ersparnissen,
Silvi: die ist halt danach einfach blank, während du sagst, ja ich investiere jetzt
Silvi: mal Betrag X, aber du hast die reiche Familie im Hintergrund,
Silvi: dann ist das halt ein ganz anderes Risiko, das geht nicht an deine Existenz.
Timo: Ich glaube, das beschreibt es schon ganz gut auf jeden Fall, was du sagst.
Timo: Super. Ich glaube, dann haben wir schon richtig, richtig viele Punkte.
Silvi: Ja, viele Blickwinkel reingebracht zum Thema Mut.
Timo: Ja, großes Spektrum. Ja, dann würde ich sagen, vielen Dank fürs Zuhören.
Timo: Das war wieder Coffee Chaos Clarity. Euer Podcast, bei dem wir beim Kaffee trinken
Timo: unser Gedankenchaos zu sortieren, um Klarheit zu finden. Vielen Dank fürs Zuhören.
Silvi: Dankeschön. Tschüss.
Timo: Tschüss.
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